Abschied von Christel Dörwaldt

Christel Dörwaldt prägte als Fachbereichssekretärin den Fachbereich seit den Gründungstagen der Hochschule. Ende 2014 ist sie in den Ruhestand gegangen. Die Studierenden haben sie mit einem Flashmob überrascht und verabschiedet. Hätte sie als Dekanin einen Tag lang das Sagen im Fachbereich, dann ...
Christel Dörwaldt Flashmob Abschied

Argang Ghadiri: Liebe Christel, wir haben jetzt mittlerweile drei Mal deinen Abschied mit Kuchen und anderen Dingen versüßen müssen, weil wir es sonst nicht schonend aufgenommen hätten. Wie fühlst du dich jetzt, wo dein Ruhestand in greifbare Nähe gerückt ist?

Christel Dörwaldt: Nach so vielen Abschiedsfeiern und Überraschungen glaube ich nun auch, es reicht. Natürlich gehe ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge, da es eine schöne und interessante Zeit war.

Christel Dörwaldt Flashmob
Flashmob für Christel Dörwaldt

AG: Wie viele Jahre bist du jetzt insgesamt im Fachbereich tätig gewesen? Und was hast du eigentlich vor deiner Zeit in Sankt Augustin gemacht?

CD: Fast 19 Jahre war ich hier tätig. Unser Fachbereich war der erste hier am Campus Sankt Augustin mit gerade mal 30 Studierenden, sodass ich in Ruhe das Sekretariat aufbauen konnte. Inzwischen haben wir ca. 1350 Studierende. Das ist schon ein ganz gewaltiger Unterschied.

Vor meiner Zeit hier an der Hochschule habe ich nach einer längeren Kinderpause (3 Kinder) einige Jahre bei der Uni in Bonn gearbeitet.

AG: Hast du ein Erlebnis, an das du dich manchmal mit einem Lachen zurückerinnerst?

CD: Wir sind ein sehr offener und fröhlicher Fachbereich, und es wird viel gelacht, sodass ich mich an ein einzelnes Erlebnis nicht erinnern kann.

AG: Wie sah ein normaler Arbeitstag für dich aus – sofern man überhaupt von normal sprechen kann?

CD: Im Grunde waren meine Arbeitstage nie gleich. Es ist aber nicht schlecht, den Kaffee schon kurz vor 8 Uhr gekocht zu haben, weil es dann schon direkt mit den vielen Fragen der Studierenden losgeht. Die hektischste Zeit ist immer zu Beginn und am Ende des Semesters.

AG: Und was war das verrückteste Erlebnis, das dir während deiner Zeit hier passiert ist?

CD: Das mit Abstand verrückteste Erlebnis war meine Abschiedsfahrt ins Blaue. Fast 20 Jahre habe ich alles mitbekommen, was hier am Fachbereich passiert, und habe nichts gemerkt von all den Überlegungen und Vorbereitungen.

(Anmerkung: Die Abschiedsfahrt mit mehr als 40 Kolleginnen und Kollegen führte ins Ahrtal nach Dernau, zum gemeinsamen Wandern, Weihnachtsmarktbesuch und Abendessen.)

Ansonsten gab es so viele skurrile und verrückte Sachen, dass ich schon mit Prof. ter Horst ein Buch darüber schreiben wollte und mit Herrn Prof. Schreiber könnte ich Band 2 herausgeben.

AG: Unter deiner Ära hast du zwei Dekane erlebt. Nehmen wir einmal an, du wärst die neue Dekanin des Fachbereichs für einen Tag. Was würdest du alles tun?

CD: Ich habe mich immer sehr mit unserem Fachbereich identifiziert, sodass ich erst einmal keine neuen Ideen hätte. Ich würde aber gerne die Hochschulleitung einladen wollen, einen Tag in unserem Fachbereich zu verbringen, damit sie die Arbeit hier einmal kennenlernen und dadurch auch besser einschätzen kann.

AG: Und was machst du stattdessen, wenn du jetzt in den Ruhestand gehst?

CD: Auf keinen Fall möchte ich mich jetzt schon verplanen. Ich freue mich erst einmal darauf, länger zu schlafen, gemütlich zu frühstücken und ganz ausführlich und lange Zeitung zu lesen.

Dann werde ich mehr Sport machen, mehr lesen und in aller Ruhe überlegen, wozu ich noch Lust haben werde.

AG: Dafür wünsche ich dir alles Gute und ich danke dir im Namen der gesamten Hochschule für die wunderschöne Zeit, und hoffentlich kommst du uns hin und wieder mal besuchen.

 

Das Gespräch führte Argang Ghadiri, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich. Er ist dort auch für die Alumni-Betreuung zuständig.