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Forschung an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Forschungsdatenbank: Projekte

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Forschungsprojekte (7)

🎓Das Protokoll als symbolisches Phänomen in der strategischen Repräsentation von Organisationen: eine qualitative Untersuchung aus kommunikationswissenschaftlicher Perspektive.

Das vorliegende Promotionsvorhaben untersucht das aus Diplomatie und staatlichem Kontext abgeleitete Protokoll als besondere Form symbolischer Kommunikation (Zeremoniell). Es analysiert, wie Protokoll als Ordnungsrahmen offizielle Anlässe und hochrangige Ereignisse strukturiert und regelt – Abläufe, Rangordnungen, Sitzordnungen, Begrüßungen, Anreden oder Beflaggung – und dabei institutionelle Identität sowie Interessen sichtbar macht. Protokollarische Kommunikation fungiert als übergeordneter Rahmen für die Interaktion von Schlüsselakteur:innen in öffentlichen Kontexten. Sie dient der Repräsentation und strategischen Außendarstellung von Organisationen und trägt zugleich zum Aufbau und zur Pflege von Beziehungen in Staat, Wirtschaft und Gesellschaft bei. Obwohl Protokoll eine zentrale Rolle in der Organisationskommunikation spielt, wurde es bislang überwiegend historisch oder rechtlich betrachtet. Die Arbeit schließt diese Forschungslücke, indem sie Protokoll aus kommunikationswissenschaftlicher Perspektive untersucht und seine symbolische Dimension analysiert, die sich in nonverbalen Kommunikationsformen – insbesondere durch Raum und Zeit – manifestiert und dadurch menschliche Interaktionen strukturiert und kontextualisiert.

🎓Digital citizenship and political communication: Democratic digital spaces

In der Doktorarbeit von MARIANA OCHOA MORENO wird untersucht, wie digitale Räume demokratischer gestaltet werden können und welche Rolle digitale Bürgerschaft und politische Kommunikation in diesem Prozess spielen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie vulnerable Bürgerinnen und Bürger wie Jugendliche, Senioren oder Menschen mit Migrationshintergrund vor digitalen Risiken geschützt werden können und ob digitale Plattformen ihre Teilhabe an politischen Online-Prozessen verbessern können.

🎓Impact Evaluation of Outpatient Health Insurance in Northern Pakistan Assessing Financial Protection, Healthcare Utilization, and Awareness Campaigns in Khyber Pakhtunkhwa

ZHARAS AITMAMBET ist Volkswirt und spezialisiert auf rigorose Wirkungsevaluierung mittels großer Haushaltsbefragungen. Seine Doktorarbeit führt er kooperativ mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen Nürnberg durch und beforscht die Wirkung einer ambulanten Krankenversicherung in Nordpakistan.

🎓Krisendiskurse, Protest und Eskalationsdynamiken: Zusammenhang zwischen Krisendiskursen und der Eskalation des Handlungsrepertoires bei sozialen Bewegungen

Als Kulturwissenschaftlerin nimmt FRIEDERIKE WINDHOFER die Klimagerechtigkeitsbewegung in den Blick. Sie vergleicht verschiedene Gruppierungen wie Fridays For Future, Extinction Rebellion und Die letzte Generation und sucht nach Gründen für die Wahl unterschiedlicher Protestformen von moderat bis konfrontativ.

🎓The Impacts of Cash Transfers on Caregiving for Persons with Disabilities: A Qualitative Evaluation in Zambia and Malawi

Das PhD-Projekt von ALLEX MEDSON MELLO SEMBA untersucht die Auswirkungen von Geldtransferprogrammen auf das wirtschaftliche, psychologische und soziale Wohlbefinden von Betreuern behinderter Menschen in Malawi und Sambia. Betreuungsaufgaben, die in der Region überwiegend von Frauen und Mädchen übernommen werden, verschärfen die bestehenden sozioökonomischen Schwachstellen. Obwohl Geldtransfers als Mittel zur Armutsbekämpfung weithin anerkannt sind, werden in der vorhandenen Literatur vor allem ihre Auswirkungen auf den Haushaltskonsum, die Ernährungssicherheit und die Gesundheit von Kindern hervorgehoben. Es ist nur wenig darüber bekannt, wie solche Interventionen die Lebenserfahrungen der Betreuungspersonen beeinflussen. Diese Studie verwendet ein qualitatives Forschungsdesign, um halbstrukturierte Interviews mit Betreuungspersonen in peri-urbanen und ländlichen Gemeinden in Lilongwe und Lusaka zu führen. Mithilfe des Qualitative Impact Protocol (QuIP) und der Kausalanalyse sollen Wege aufgezeigt werden, wie sich finanzielle Unterstützung auf die Pflegepraktiken und die Widerstandsfähigkeit der Pflegenden auswirkt, um so letztlich zu einer integrativeren und solidarischeren Sozialschutzpolitik beizutragen.

🎓Neurodivergenz im Arbeitskontext

Das Dissertationsvorhaben untersucht die Herausforderungen, mit denen neurodivergente Menschen aufgrund einer häufig unzureichenden Passung zwischen individuellen Bedürfnissen und den Anforderungen des Arbeitsumfelds konfrontiert sind. Im Zentrum steht die Frage, inwiefern klassische arbeitspsychologische Konzepte wie der Person-Environment-Fit auf neurodivergente Personen angewendet und erweitert werden können, um ein differenzierteres Verständnis der Wechselwirkungen zwischen individuellen Eigenschaften und externen Bedingungen zu entwickeln. Ergänzend wird das Belastungs-Beanspruchungs-Modell herangezogen, um die psychischen Beanspruchungen, die aus dieser Passung oder Nicht-Passung resultieren, sowie deren kurz- und langfristige Folgen systematisch zu analysieren. Ziel ist es, auf theoretischer und empirischer Grundlage konkrete strukturelle Ansätze für eine arbeitsbezogene Inklusion neurodivergenter Personen zu entwickeln. Durch eine ergonomisch und psychologisch angemessene Arbeitsgestaltung sollen Barrieren abgebaut und die berufliche Teilhabe, Zufriedenheit und Gesundheit dieser bislang benachteiligten Personengruppe nachhaltig gefördert werden.

🎓Varianten der Demokratisierung des Gesundheitswesens - Ergebnisse einer Befragung zur Gestaltung der Bürger*innenbeteiligung im deutschen Gesundheitswesen (Abgeschlossene Promotion)

Die kollektive Beteiligung von BürgerInnen hat in den vergangenen Jahren zunehmend Zugang in das deutsche Gesundheitswesen gefunden, um gesundheitspolitische Entscheidungen stärker an den Bedarfen der PatientInnen zu orientieren. Vor dem Hintergrund der Herausforderungen in der Umsetzung und Etablierung der kollektiven Beteiligungsmöglichkeiten sowie der anhaltenden Diskussion um das Demokratiedefizit im deutschen Gesundheitswesen, untersuchte Doktorandin Sandra Wrzeziono in ihrem Forschungsvorhaben das Demokratieverständnis der beteiligten Akteure mithilfe von qualitativen Interviews. Es soll somit näher beleuchtet werden, welche Implikationen sich daraus für die zukünftige Gestaltung der institutionalisierten BürgerInnenbeteiligung ergeben.

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