AFCEA Studienpreis für drei HBRS-Masterarbeiten

Montag, 8. September 2014
Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
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Zum siebten Mal verlieh das Anwenderforum für Fernmeldetechnik, Computer, Elektronik und Automatisierung AFCEA Bonn e.V. seinen mit insgesamt 15.000€ dotierten Förderpreis für wissenschaftliche Arbeiten mit besonders ausgeprägtem Praxisbezug. Die Ehrung fand im Rahmen der Koblenzer IT-Tagung am 4. September 2014 in der Rhein-Mosel Halle vor über 300 Zuschauern statt.

Dieses Jahr waren die Informatiker von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg ganz besonders erfolgreich: Gleich drei der fünf prämierten Abschlussarbeiten kamen aus unserem Fachbereich:

Den ersten Preis erhielt M.Sc. Michael Rademacher (Betreuer: Prof. Dr. Karl Jonas), der sich in seiner Masterarbeit "Performance estimation and optimization of the IEEE802.11 MAC layer for long distance point-to-point links" mit Langstrecken WLAN Punkt-zu-Punkt Verbindungen als alternative Technologie für den Breitbandausbau im ländlichen Raum beschäftigte. Rademacher stellte eine mathematische Modellierung vor, welche die Datenraten und Latenzen berechnen kann, um eine präzise Netzplanung zu ermöglichen. Basierend auf dieser Modellierung wurde eine Optimierung des standardisierten WLAN-Protokolls durchgeführt, was zu einer Steigerung der Qualität in diesem Anwendungsfall führt.

Den zweiten Preis teilt sich M.Sc. Sebastian Sporrer (Betreuer: Prof. Dr. Norbert Jung) mit Steffen Wilden von der FH Koblenz. Der Titel von Sporrers Masterarbeit lautet "Algorithmische Erkennung ungünstiger Betriebsbedingungen für ein multispektrales Sensorsystem". In der Arbeit werden verschiedene Optimierungen eines multispektralen Sensorsystems zur Hauterkennung erarbeitet. Dieses Sensorsystem soll als Teil einer Schutzeinrichtung die Bediener von manuell beschickten Maschinen, wie beispielsweise Kreissägen, vor Verletzungen schützen. Die Verfügbarkeit einer solchen geschützten Maschine kann durch die Kompensation und Detektion von Messartefakten und Umgebungseinflüssen entscheidend verbessert werden.

Der dritte Preis wurde ebenfalls doppelt vergeben und ging an M.Sc. Oliver Jato (Betreuer: Prof. Dr. André Hinkenjann) und Jörg Wildt von der Universität Bonn. Unter dem Titel "Rendering großer Volumendatensätze mit CUDA" befasst sich Jato am Beispiel der Klimaforschung mit der visuellen Analyse von hoch auflösenden Simulationsergebnissen. Die dabei erzeugten Datenmengen sind oft so groß, dass dies nicht mehr mit herkömmlichen Verfahren in Echtzeit zu bewerkstelligen ist. Zur Lösung wurde ein out-of-core Volumenrenderer für moderne Grafikkarten-Architekturen entwickelt, der trotz sehr hoher Visualisierungsqualität die interaktive Exploration von Datensätzen ermöglicht, welche nicht in den Speicher der Grafikhardware passen.

Die Preisträger und ihre Betreuer bei der Preisverleihung:
von links nach rechts: Generalmajor Erich Staudacher, Vorsitzender AFCEA Bonn e.V., Prof. Dr. Karl Jonas, Michael Rademacher Prof. Dr. Wolfgang Heiden, Sebastian Sporrer, Dr. Stefan Hawlitschka, Steffen Wilden, Prof. Dr. André Hinkenjann, Oliver Jato, Jörg Wildt, Privatdozent Dr. Wolfgang Koch, Dr. Michael Wunder, Vorstand AFCEA Bonn e.V.

Eine siebenköpfige Jury mit Persönlichkeiten aus universitärer Lehre, Forschung und Industrie wählte die besten Arbeiten nach den Kriterien praktische Relevanz, Erkenntnisgewinn und Neuigkeit sowie Präzision der Gedankenführung und Klarheit der Darstellung. Die Gutachter zeigten sich beeindruckt von der Qualität der eingereichten Arbeiten.