Informatikpreis 2013 für Jochen Wierum

Dienstag, 12. November 2013
Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
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Der FBTI vertritt über 60 Informatikfachbereiche und -fakultäten an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften/Fachhochschulen in Deutschland und prämiert jährlich hervorragende Abschlussarbeiten (Bachelor/Diplom, Master). Auf dem diesjährigen Festakt des FBTI am 14. Oktober 2013 in Hof wurde Jochen Wierum für seine exzellente Master-Thesis in Informatik geehrt. Die Master-Thesis trägt den Titel „Ein Ansatz zum Aufbau und zur Auswertung wiederverwendbarer Strukturen aus Ticketsystem- und Versionskontrollsystem-Daten für multiple Analysen“.

Bildmitte: Jochen Wierum bei der Preisverleihung (links: Thomas Steckenborn (Preisstifter, CEMA AG), rechts: Prof. Dr. Ulrich Bühler (FBTI)) (Bildquelle: FBTI 2013)

Jochen Wierum hat in seiner parallel zum Studium praktizierten Tätigkeit als Softwareingenieur die Nutzung von Ticket- und Versionskontrollsystemen im Projektalltag kritisch untersucht und davon ausgehend das Thema seiner Master-Thesis entworfen. Es wird häufig keine Projektdokumentation erstellt, außer dass Informationen in Form von Issues (Arbeitsaufträgen) in einem Ticketsystem verwaltet werden. In Verbindung mit dem Forschungsziel der Gewinnung von Anforderungsinformation aus Ticketsystem- und Versionskontrollsystem-Daten, welches im BMBF geförderten Forschungsprojekt KoREM und Folgeprojekten verfolgt wird, hat Jochen Wierum für seine Master-Thesis die Vision einer wiederverwendbaren Datenstruktur für multiple Analysen dieser Daten entwickelt. In wenigen Schritten sollen projektrelevante Informationen in einem geeigneten Format reproduzierbar zur Verfügung stehen. Jochen Wierum hat dazu einen Ansatz entwickelt, der einen zusammenhängenden Graphen zur Repräsentation projektrelevanter Informationen vorsieht. Auf dieser Basis werden wiederholbare Analysen zu thematisch nicht verwandten Fragestellungen ermöglicht. Er grenzt sich von existierenden Ansätzen durch die Nutzung einer Graph-Datenbank und die Ermöglichung der Mustererkennung ab.

In einem Kurzvortrag referierte Jochen Wierum über seine Master-Thesis in der Poster Session zum Festakt an der Hochschule Hof. Die Laudatio auf den Preisträger hielt Prof. Dr. Kurt-Ulrich Witt. Professor Witt würdigte darin die bei Jochen Wierum außergewöhnlich stark ausgeprägte Kombination aus wissenschaftlicher Leistung und überragender Souveränität bei der Findung softwarearchitektonischer und programmtechnischer Lösungen. Diese Souveränität verleiht ihm die Möglichkeit, selbst für außerordentlich komplizierte softwaretechnische Fragestellungen systematisch passende Lösungen zu finden und diese mit einer überzeugenden Leichtigkeit nachvollziehbar zu demonstrieren. Neben seiner außerordentlichen Kompetenz im Software Engineering trägt ihn nicht zuletzt auch seine hohe intrinsische Motivation bei der systematischen und zielstrebigen Suche nach konzeptuellen und softwaretechnischen Lösungen. Diese veranschaulichte Professor Witt mit Hilfe einiger Zitate aus dem Entwicklertagebuch, welches der Preisträger während seines Studiums bei der Auseinandersetzung mit Web-Frameworks wie Ruby on Rails geführt hat.

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
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Auf dem Bild v.L.n.R: Jochen Wierum, Prof. Dr. Kurt-Ulrich Witt, Prof. Dr. Ulrich Bühler, Prof. Dr. Markus Wacker und Roland Schwarzer (Bildquelle: FBTI 2013)

Gutachter und Betreuer der Master-Thesis sind Professorin Dr. Simone Bürsner, Professor Dr. Manfred Kaul und M.Sc. Thorsten Merten.