Nie mehr Stau im Lager: Bachelorprojekt M. Wiktorin

Montag, 12. September 2016
Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Markus Wiktorin (Mitte vorn) nach seinem bestandenen Kolloquium mit Prüfer Prof. Dr. Kurt-Ulrich Witt, Oleksandr Tokunov (2. v. links) und Jens Heinrich (rechts) von der Partnerfirma Ehrhardt und Partner sowie weiteren Mitgliedern der Arbeitsgruppe ADIMO

Seit dem 8.9. darf Markus Wiktorin das Kürzel B.Sc. vor seinen Namen setzen: In seinem Kolloquium präsentierte er erfolgreich die Ergebnisse seiner Abschlussarbeit "Ansätze zur Entwicklung eines Tools zur grafischen Darstellung von Schedulingverfahren für Behälterförderungsanlagen". Das Besondere an Wiktorins Projekt: Seine Ergebnisse landen nicht in der Schublade, sondern werden direkt von Firmenpartner Ehrhardt und Partner in die Praxis umgesetzt.

Markus Wiktorin ist Mitglied in der Arbeitsgruppe für Diskrete Mathematik und Optimierung (kurz: ADIMO) an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, die schon seit ihrer Gründung mit dem Warehouse Management Spezialisten aus Boppard kooperiert. Ausgangspunkt seines Projekts war das so genannte "Rossmann-Problem", mit dem sich vorher bereits Arbeitsgruppenmitglied Tim Metzler in seiner Bachelorarbeit und seinem Praxisprojekt auseinandergesetzt hatte: In automatisierten Lagern kommt es bei hohem Arbeitsaufkommen zu Staus, weil die zu befüllenden Kisten für den Warenausgang im Falle von ausgelasteten Packstationen entweder Arbeitsschritte überspringen und dadurch Wege mehrmals machen oder "Schlange stehen".

Markus Wiktorins Arbeit baut auf Tim Metzlers Erkenntnissen auf und liefert ein Tool zur grafischen Simulation des Schedulings, also der idealen zeitlichen Abfolge der einzelnen Arbeitsstationen. Er bekam dafür konkrete Daten aus dem Lager des Kunden mit Aufbau, Arbeitsstationen und zu erledigenden Aufgaben. Seine Software bildet das Lager dreidimensional ab und zeigt Staus, die Auslastung der einzelnen Arbeitsstationen sowie die Bearbeitungszeiten. Er verglich für seine Berechnungen sechs Algorithmen in Bezug auf die reale Bearbeitungszeit. Anschließend gab er der Firma eine konkrete Empfehlung für ein optimales Ergebnis unter Berücksichtigung der Kalkulationsdauer in den untersuchten Varianten.

Wir gratulieren Herrn Wiktorin zum Bachelor und freuen uns, dass er uns als Masterstudent im Studiengang "Autonomous Systems" noch zwei Jahre erhalten bleibt. Vielleicht schaffen unsere Logistik-Roboter ihre Arbeitsschritte demnächst auch in viel kürzerer Zeit?!