RoboCup Junior: Wer fährt zur DM?

Samstag, 22. Februar 2014
Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
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Bevor die Roboter ihre Kräfte messen, versammeln sich Schüler, Eltern und Betreuer im großen Hörsaal der Hochschule. Dr. Winfried Schmitz, Organisator des RoboCup Junior-Qualifikationsturniers vom CJD Königswinter und Schirmherr Prof.Dr. Gerhard Kraetzschmar, Professor für Robotik an der HBRS, heißen die 67 Teams herzlich willkommen und würdigen auch das Engagement der vielen Freiwilligen, ohne die eine solche Veranstaltung nicht stattfinden könnte. Prof. Kraetzschmar gibt den Schülern seine ganz eigene Version des olympischen Gedankens mit auf den Weg: "Verlierer gibt es hier keine -Loser sind die, die heute morgen im Bett geblieben sind und nicht wissen, was sie mit ihrem Samstag anfangen sollen!"

Langeweile kommt bei den Kindern und Jugendlichen an diesem Wochenende jedenfalls nicht auf. Schon seit dem Vortag wird in den vielen Räumen der Hochschule emsig aufgebaut, programmiert und vorbereitet.

In der Mensa werden auf zwei Hindernis-Parcours die Kategorien Rescue A und Rescue B ausgetragen:

Die Aufgaben entsprechen in vereinfachter Form den Herausforderungen, denen echte Such- und Rettungs-roboter begegnen: Auch sie bewegen sich in unwegsamem Gelände, wo Menschen nicht effizient Hilfe leisten können, suchen Verschüttete und geben Rückmeldung an die Rettungskräfte.

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
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Eine echte Herausforderung: Die Rampe, die der Roboter sowohl bergauf als auch bergab bewältigen muss.

Gleich nebenan duellieren sich an mehreren Tischen die Robo-Kicker in eigenen Soccer-Ligen je nach Anzahl, Gewicht und Konstruktionsweise der eingesetzten Roboter. Der ideale Robo-Stürmer muss sich auf dem Spielfeld orientieren können, den Ball finden, Tore schießen und Gegentore verhindern. Der Ball sendet Infrarot-Licht aus, das von den Sensoren des Roboters erkannt wird.

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
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Gerade die jüngsten Teilnehmer sind mit großen Emotionen dabei: Hier wird jedes Tor bejubelt und auch mal mit dem eigenen Roboter geschimpft -wenn die Leistung nicht stimmt. Eingriffe in Hardware und Software sind nur während der Spielunterbrechungen erlaubt. Statt Iso-Drink und Physiotherapeut gibt es schnell ein paar neue Lego-Steine oder in der Open League auch mal Kabelbinder und Klebeband.

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
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Generation Smartphone im Torjubel

Immer wieder fahren sich die Roboter in der Ecke des Spielfelds fest oder verhaken sich ineinander, dann wird neu angestoßen. Eine besondere Herausforderung ist hier das Spiel 2 gegen 2. Den Robotern das Teamplay beizubringen, daran arbeiten auch die "großen" Wissenschaftler wohl noch eine Weile. In dieser "Königsklasse" des Roboterfussballs spielen die Roboter ohne Bande, d.h., der Ball kann ins "Aus" gehen. Die Jungs von 97% Robotics (CJD Königswinter) hatten am Ende die Nase vorn.

Im großen Hörsaal heißt es zeitgleich "Let's Dance!"

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
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Die Performance der NoNos vom Gymnasium Rahden

Da sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt: Die vier Teams lassen ihre Roboter nach eigenen Choreographien und zu selbst gewählter Musik tanzen; einige bringen sich auch aktiv in die tänzerische Darbietung mit ein und gestalten eigene Bühnenbilder. Im Anschluss erfahren Zuschauer und Jury in einer kleinen Präsentation mehr über das Team und seine Arbeit. Die Kategorie Dance hat traditionell die höchste Frauenquote, aber auch in den anderen Disziplinen sind die Mädchen längst auf dem Vormarsch.

Nach 2 ereignisreichen Tagen stehen die Siegerinnen und Sieger aller Disziplinen fest:

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links: Siegerehrung im AUDIMAX, rechts: Die Technik Clever Robots aus Königswinter

Eine bemerkenswerte Leistung erbrachte das Team der Technik Clever Robots vom CJD Königswinter: Sie erreichte in der Disziplin Rescue A im Primary-Bereich der unter 15-jährigen mehr Punkte, als das bestplatzierte Secondary Team (bis 19 Jahre). Beide Konkurrenzen fanden auf demselben Parcours statt. Die technikbegeisterten Schüler werden betreut von Prof. Dr. Thomas Breuer (HBRS).

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
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Strahlende Gesichter bei den BohleBots aus Haan: Erster Platz in der Soccer 1:1 Open League


Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
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Auf Platz 1 getanzt: Die NoNos aus Rahden mit Schirmherr Prof. Kraetzschmar


Welche Teams es sonst noch aufs Treppchen geschafft haben oder ein Ticket zur Deutschen Meisterschaft lösen konnten, erfahren Sie hier.

Hier geht es zur Bildergalerie des Turniers!

HINTERGRUND: DER ROBOCUP JUNIOR-WETTBEWERB
In Sankt Augustin und in vier weiteren deutschen Städten werden von Mitte Februar bis Mitte März die besten aus über 400 Teams ermittelt, die sich für das Finale der Deutschen RoboCup Junior Meisterschaft vom 3. bis 5. April 2014 auf der MESSE MAGDEBURG qualifizieren. Zeitgleich finden dort auch die Senior-Meisterschaften der RoboCup-Wettbewerbe statt.

Die Schülerinnen und Schüler treten in zwei Altersklassen gegeneinander an: Primary für Kinder und Jugendliche bis einschließlich 14 Jahre und Secondary für Jugendliche von 15-19 Jahren. Nach einem Quotensystem werden zudem Teams für eine Teilnahme an der RoboCup-Weltmeisterschaft nominiert, die 2014 in Brasilien stattfindet.

Mehr über den Robocup Junior erfahren Sie hier.