Zu Gast aus Kanada: Prof. Dr. Gerhard Dueck

Montag, 19. Mai 2014
Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
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Prof. Dr. Gerhard Dueck von der kanadischen University of New Brunswick lehrt im laufenden Sommersemester als Gastprofessor in Sankt Augustin. Die Studierenden der Masterstudiengänge am Fachbereich Informatik lernen in seiner Vorlesung Dynamic Memory Management verschiedene Memory Management Techniken kennen und implementieren dann selbst im Rahmen einer Simulation einen "Garbage Collector", so dass verschiedene Möglichkeiten der automatischen Speicherbereinigung verglichen werden können.

Die Vorlesung wird in englischer Sprache gehalten; allerdings könnte Prof. Dueck seine Studierenden auch in akzentfreiem Deutsch oder Spanisch unterrichten:

Als Kind deutscher Auswanderer in Uruguay geboren, besuchte er dort zunächst eine deutsche, später eine spanische Schule und spricht beide Sprachen fließend. Sein Studium begann er in Kanada, wo er an der University of Manitoba in Winnipeg die akademischen Grade des BSc, MSc und PhD in Computer Science erwarb. Weitere Stationen seiner beeindruckenden akademischen Laufbahn waren Bremen und Karlsruhe, aber auch Buenos Aires, Nova Scotia und Monterey in Kalifornien. Die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg kennt er von mehreren Kurzaufenthalten; beispielsweise sprach er 2011 im Rahmen des Informatikkolloquiums über "Reversible Logic Synthesis: Status and Challenges".

Seine Weltgewandtheit macht ihn zum idealen Ansprechpartner für internationale Studierende. So war er als UNB Koordinator für das EU-geförderte Student Mobility Program zuständig und betreut auch Studierende im Rahmen des an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg angebotenen Dual Degree Programms. Hier kann er bereits auf neun erfolgreiche Absolventen zurückblicken, die während ihres Aufenthaltes in Kanada von ihm betreut wurden und den begehrten doppelten Abschluss erlangten. So zuletzt Manfred Jendrosch, der nach seinem Doppel-Master gleich in Fredericston blieb und sich für die dortige Siemens-Niederlassung mit Ressourcenmanagement im Elektrizitätsverbrauch von Privathaushalten beschäftigt.

Ein Highlight des kanadischen Masterprogramms ist ein mit 5 Millionen Dollar gefördertes Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit IBM in Ottawa (IBM Centre for Advanced Studies Atlantic). In dem von der kanadischen Regierung unterstützten Vorhaben geht es um die Optimierung der JAVA Virtual Machine für Multi-Core-Prozessoren. Die Tatsache, dass mehrere CPUs verbaut werden, macht intensive Parallelisierungsarbeiten erforderlich. Da es sich bei der verwendeten Software um Freeware handelt, besteht die Leistung in Optimierungsarbeiten und Individualisierungen beim einzelnen Kunden. Dementsprechend unterliegen die beteiligten Wissenschaftler strengen IP-Reglementierungungen und dürfen beispielsweise nicht in die frei verfügbaren Produkte der Konkurrenz Einsicht nehmen.

Nach Unterschieden im Universitätsbetrieb gefragt, hebt Prof. Dueck den guten Kontakt der Professoren zu den Studierenden hervor. Die intensive gemeinsame Bearbeitung des Stoffes durch Vorlesungen mit angegliederten Übungen und Laborstunden sei so in Kanada zumindest auf dem Master-Level nicht mehr gegeben.

Hier geht es zur Mitarbeiterseite von Prof. Dr. Dueck an der University of New Brunswick.