Campus goes Social

Erfahrungsbericht „Service Learning“

Im Rahmen des Praxisprojektes „Social Entrepreneurship“ unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Christoph Zacharias, Gründungsdirektor des ISI – Instituts für Soziale Innovationen am Campus Sankt Augustin der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, beschäftigen wir uns im Laufe des Wintersemesters 2014/2015 mit dem Thema „Service Learning“.

Wir, das sind 5 Studentinnen des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften am Campus Sankt Augustin: Laura Lacić, Vanessa Lichter, Anna Maul, Olga Neufeld und Ida Tang.

Das Ziel unseres Praxisprojektes ist es, zu analysieren, ob ein generelles Interesse an "Service Learning" besteht, und inwieweit es an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg implementiert werden könnte.

Zunächst stellten wir uns die Frage: Was genau ist „Service Learning“ eigentlich?
Bislang war keiner der Projektteam-Mitglieder mit dem Begriff in Kontakt gekommen, sodass wir uns vorerst mit der Begriffsdefinition auseinandersetzten.

Im Folgenden stellen wir eine kurze Zusammenfassung dar:

Was ist Service Learning?

-          Eine moderne Lernmethode, bei der Studierende im Rahmen ihres Studiums das erworbene Fachwissen durch ehrenamtliches Engagement in gemeinnützigen regionalen Organisationen anwenden

-          Verknüpfung von bürgerschaftlichem Engagement mit Instruktionen und Reflexionen

-          hat seinen konzeptionellen, pädagogischen Ursprung in Nordamerika und gehört zum Teilbereich der "experiental education"
 

-          Schaffung von intensiveren Lern- und Praxiserfahrungen

-          Lehren von ziviler Verantwortung und Stärkung der Gemeinschaft: durch die Zusammenarbeit profitieren sowohl die Studierenden, die Hochschule als auch die Zivilgesellschaft

-          Sensibilisierung für Probleme im gesellschaftlichen und regionalen Umfeld

-          universitäres Service Learning = Verknüpfung der wissenschaftlichen Inhalte eines Seminars mit dem gemeinnützigen Engagement der Studierende 

-          Vermittlung von fachlichen Inhalten in den Seminaren, die während einer praktischen Tätigkeit in einer Non-Profit-Organisation umgesetzt werden 

-          anschauliche Erprobung des theoretischen Wissens in der Praxis (verbesserte Wissensvermittlung)

-          Erwerb von wichtigen Schlüsselkompetenzen (z.B. Teamfähigkeit, Projektmanagement, Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit, Kooperationsbereitschaft), die auf dem Arbeitsmarkt gefordert werden 

-          win-win-Situation, beide Seiten profitieren: Sammlung wertvoller Praxiserfahrungen für Studierende; regionale Kooperationspartner (z.B. Schulen, Vereine, NG0‘s) profitieren vom Wissen der Studierenden und erhalten Unterstützung, die sie sich sonst nicht leisten könnten

 

Unserer Meinung nach wäre „Service Learning“ für die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg eine Möglichkeit, innovative Lehrformen umzusetzen und sich nach außen zu öffnen. Die Hochschule wird Akteur in der regionalen Gesellschaft, teilt Wissen und Know-How.

Im nächsten Schritt informierten wir uns über bereits in Deutschland vorhandene universitäre „Service-Learning“-Projekte, z.B. das „UNIAKTIV“ an der Universität Duisburg-Essen, Service Learning an der Universität Paderborn, "Service Learning - Soziales Lernen in Schule, Hochschule und Weiterbildung" an der virtuellen Hochschule Bayern, „Do it!“ an der European Business School (EBS Universität).
Als große Inspiration und auch Motivation haben wir „Service Learning“ an der Universität zu Köln kennengelernt. Die dortige „Service Learning“-Ansprechpartnerin, Frau Mariam Bigdeli, stand uns für ein offenes und sehr interessantes Gespräch zur Verfügung. Sie berichtete uns, dass „Service Learning“ an der Universität zu Köln im Zuge des Bologna-Prozesses und dem damit einhergehenden Begriff Employability (Praxisbezug und Beschäftigungsfähigkeit) ins Leben gerufen wurde. Seitdem entwickelt sich das Projekt von Jahr zu Jahr weiter, wird erfolgreicher, und erhält sowohl seitens der Studierenden als auch seitens der regionalen Kooperationspartner größeren Zuspruch.

Wir haben im Gespräch viele hilfreiche Tipps erhalten, und konnten unsere Vorstellungen bezüglich einer Implementierung an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg ein Stückchen konkretisieren.

Nach diesem Erfahrungsaustausch war unsere Begeisterung für das „Service Learning“ Projekt noch mehr entfacht, sodass wir dann voller Tatendrang auf die Fachschaften der verschiedenen Fachbereiche zugegangen sind um deren Einschätzung bezüglich des Interesses der jeweiligen Fachbereiche einzuholen. Die Reaktionen waren recht unterschiedlich, aber zusammenfassend weitestgehend positiv.

Bislang hatten wir leider nur die Möglichkeit „Service Learning“ im Rahmen der Fachschaftssitzung des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften (Campus Sankt Augustin + Campus Rheinbach) kurz vorzustellen. Die Fachschaftsvertreter/-innen sicherten uns jegliche Unterstützung zu.

Die nächste Maßnahme entwickelte sich aus der Überlegung erfahren zu wollen, wie alle Beteiligten der H-BRS, sprich Studierende, Professoren/innen, Dozenten/innen, Angestellte, wissenschaftl. Hilfskräfte/ Mitarbeiter/innen usw. zu dem Thema „Soziales Engagement“ stehen, wie sie das soziale Engagement der Hochschule einschätzen und inwieweit sie sich bereits sozial engagieren.

Im Zuge dessen haben wir einen Fragebogen konzipiert, der ca. 5 Minuten Zeit in Anspruch nimmt und über den folgenden Link zu erreichen ist: https://www.soscisurvey.de/service-learning/

Der Befragungszeitraum endet am 13.12.2014 und wir sind sehr auf die Ergebnisse gespannt, die uns nach der Auswertung schwarz auf weiß zeigen werden, ob „Service Learning“ an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg eine Zukunft haben wird.

Währenddessen sind wir mit sozialen und kulturellen Einrichtungen/ Beratungsstellen der H-BRS in Kontakt getreten um bereits über Ideen zu möglichen „Service Learning“ Projekten zu diskutieren und diese für unsere Projekt-Nachfolger genauer zu definieren. Ein zukünftiges „Service Learning“ Projekt könnte die Optimierung des Study-Buddy-Programms (mithilfe der Entwicklung/ Konzipierung einer Tutorenschule usw.) in Kooperation mit dem International Office sein.

In den nächsten Wochen werden wir weitere Gespräche mit potenziellen Unterstützern führen, die Auswertungen der Fragebogen vornehmen und eine Präsentation für die Fachbereichratssitzung Ende Januar 2015 vorbereiten.

Für Rückfragen bezüglich des Projektes oder bei Interesse an der aktiven Teilnahme wenden Sie sich gerne an die Projektteam-Sprecherin Vanessa Lichter (vanessa.lichter@smail.wis.h-brs.de ), Praxisprojekt-Betreuerin Sabina Stüber (Sabina.Stueber@h-brs.de ) oder an den Projektleiter Herr Prof. Dr. Christoph Zacharias (christoph.zacharias@h-brs.de ).

 

Ergebnisse zur durchgeführten Studie zum Thema Service Learning

Durchführungszeitraum: 24.11.2014 - 13.12.2014

 

Erfreulich ist festzustellen, dass 509 Personen ein grundsätzliches Interesse an der Umfrage zeigten.

Schlussendlich konnten wir an der Hochschule eine Befragungsteilnahme von ca. 4,9 % generieren. An der Befragung nahmen Studierende (72% der Befragten) sowie Wissenschaftliche Hilfskräfte/Mitarbeiter, Lehrbeauftrage, Dozenten und Professoren (28% der Befragten) der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg teil.

Durch die Befragung wurde festgestellt, dass 95,7 % der Befragten die Erlangung von Sozialen Kompetenzen innerhalb des Studiums als wichtig bis sehr wichtig ansehen. Jedoch betrachten 51% die soziale Ausrichtung der Hochschule als schwach bis gar nicht vorhanden. Dem gegenüber oder gerade: deshalb - sind 57% der Befragten  interessiert bis sehr interessiert an einem Service Learning Angebot. Die Soziale Wahrnehmung der Hochschule kann daher durch den Einsatz von Service Learning maßgeblich verbessert werden.

 

Ansprechpartner für das Thema Service Learning sind:

Prof. Dr. Christoph Zacharias, Gründungsdirektor des ISI - Institut für Soziale Innovationen,               Sabina Stüber Wissenschaftliche Hilfskraft am ISI