Politische Ökonomie von Reformen der sozialen Sicherung

Politikdiffusion, Politiklernen, und transgouvernementale Politiknetzwerke

Das Forschungsprogramm zu internationaler Politikdiffusion untersucht Mechanismen, die zu der Verbreitung von verschiedenen Politiken beitragen, und erforscht, inwiefern internationale Interdependenzen neben nationalen Faktoren für Politikwandel bedeutsam sind. Politiklernen wird hierbei als ein wichtiger Mechanismus für den Diffusionsprozess verstanden. Die Forschung in diesem Gebiet richtet das Augenmerk auf Governance-Strukturen, die internationale Politikdiffusion im Politikfeld sozialer Sicherung vermitteln.

Vergangene Forschungsaktivitäten in diesem Bereich umfassen das internationale Forschungsvorhaben zu „International Policy Learning and Policy Change: Scientific Inputs for the Dialogue on Social Protection with Global Partners“, das in enger Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) durchgeführt wurde. Die erste Phase dieses Forschungsprojekts ist eine Aufarbeitung des Stands der Forschung zu Politikdiffusion und Politiktransfer mit sowohl  theoretischer als auch empirischer Perspektive. Die zweite Phase untersuchte Politikdiffusion in transgouvernementalen Politiknetzwerken in der sozialen Sicherung.

 

Workingpaper

Katja Bender, Sonja Keller und Holger Willing (2014) 
"The Role of International Policy Transfer and Diffusion for Policy Change in Social Protection – A Review of the State of the Art." IZNE Social Protection Working Paper 14/1.
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Katja Bender, Sonja Keller und Holger Willing (2014)
"Insights into the Role of International Policy Networks for International Policy Transfer and Policy Learning in Social Protection." IZNE Social Protection Working Paper 14/2.
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Bestimmungsfaktoren für Reformen der sozialen Sicherung

Reformen der sozialen Sicherung sind ein globales Phänomen und können in vielen Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas beobachtet werden. Die Reformprozesse unterscheiden sich hingegen zwischen den Ländern bezüglich des Umfangs als auch des zeitlichen Rahmens des institutionellen Wandels. Reformen der sozialen Sicherung werden häufig von politischen Kontroversen begleitet und erhalten unterschiedlich starke Unterstützung der Bevölkerung.

Neben der Durchführung von Kosten-Wirksamkeitsanalysen (KWA) werden im Rahmen des internationalen ForschungsprojektsSocial and Health Policies for Inclusive Growth (SHPIG) Faktoren untersucht, die Reformprozesse im Bereich soziale Sicherung in Ghana und Kenia fördern bzw. behindern. Dadurch wird die konventionelle KWA ergänzt, und es werden Einsichten in politische und institutionelle Beschränkungen für politische Maßnahmen gewonnen. Hierdurch können ergänzende und vertiefte Perspektiven auf Wandlungsprozesse entwickelt werden. Die Analyse betrachtet Prozesse auf der nationalen und der lokalen Ebene, und deren Beziehungen untereinander. Durch die Anwendung der process-tracing Methode wird darauf abgezielt, die jeweiligen Mechanismen zu identifizieren, bspw. situative und transformative Mechanismen. In Anbetracht der eher begrenzten theoretischen Grundlage ist es ein Ziel der Analyse, zur Theoriebildung im Bereich process-tracing Analyse beizutragen.

Weitere Forschung beschäftigt sich mit der Entwicklung von angemessenen Indikatoren zur Messung von Reformen der sozialen Sicherung.