Forschung in der Zentrifuge

Freitag, 29. Juni 2012
Prof. Rainer Herpers schwerelos_Quelle_SpoHo

Das Institut für Visual Computing an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg hat beim Bundeswirtschaftsministerium 200.000 Euro zur Erforschung der menschlichen Wahrnehmung des Oben und Unten eingeworben. In Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) widmet es sich dem Versuch herauszufinden, wie man die Wahrnehmung des Menschen steuern kann - vor allem in außergewöhnlichen Situationen und Umgebungen, in denen die gewohnte Gravitation außer Kraft gesetzt ist.

Im Normalfall kann ein Mensch ohne nachzudenken sagen, wo oben ist. Diese Wahrnehmung wird durch eine Vielzahl verschiedener Reize beeinflusst, wie beispielsweise die Art der Darstellung, die Orientierung des Körpers im Raum oder die Gravitation. In der Regel stimmen diese Sinnesreize miteinander überein. In unüblichen Umgebungen können sie jedoch in Konflikt treten oder teilweise komplett fehlen. Dies kann zur Folge haben, dass falsche Wahrnehmungen entstehen, wie zum Beispiel im Weltall, unter Wasser oder auch in enormer Höhe. Um die menschliche Wahrnehmung des Oben zu überprüfen, werden Probanden in einer Zentrifuge im DLR verschiedenen Beschleunigungen (g-Level) ausgesetzt.

Das Projekt unter Leitung von Prof. Rainer Herpers (Fachbereich Informatik) soll die Wahrnehmung des Menschen vorhersehbar machen, um zukünftig in der Lage zu sein, Astronauten, Tauchern oder Piloten bei der Wahrnehmung ihrer Umgebung optimal helfen zu können und Unfälle zu vermeiden, die durch falsche Wahrnehmungen verursacht wurden.

Das Foto zeigt Prof. Rainer Herpers beim Parabelflug in Schwerelosigkeit. Quelle: Sporthochschule Köln