Preis für Nachhaltigkeit und Verantwortung wurde erstmals verliehen

Freitag, 21. Oktober 2011
ID: 
007/00fg/10-2011

Nachhaltiges Handeln bedeutet für die meisten Unternehmen, wirtschaftlichen Erfolg mit sozialer Verantwortung und Schonung der Umwelt zu verbinden. Für viele Unternehmen ist es heutzutage selbstverständlich, Nachhaltigkeitsaspekte in die Unternehmensstrategie zu integrieren. Sie haben erkannt, dass Umweltschutz und soziale Problemstellungen bei Konsumenten längst zu wichtigen Aspekten bei der Kaufentscheidung geworden sind.

Das Bonner Unternehmen Phoenix Software GmbH hat in diesem Jahr erstmals den „Preis Nachhaltigkeit und Verantwortung“ für die Abschlussarbeit von Absolventen der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg ausgelobt und mit 1000 Euro dotiert. Verena Leisen, Absolventin der Betriebswirtschaft, nahm heute (22. Oktober 2011) aus der Hand von Firmenchef Wolfgang Grießl im Rahmen der Absolventenfeier der Hochschule den Preis entgegen.

Wolfgang Grießl: „Wir haben den Begriff der Nachhaltigkeit bewusst breit gefasst, um sowohl die ökologische, die soziale und ökonomische also auch die politische und kulturelle Dimension von Nachhaltigkeit abzudecken. Bei Verantwortung denke ich an die verschiedenen Ebenen der Ethik von Wissenschaftsdisziplinen - angefangen bei Wirtschafts- und Unternehmensethik bis zu Ehtik im Kontext von Biologie, Genetik oder Technik.“

In ihrer Abschlussarbeit - das Thema lautet „Nachhaltigkeit als Unique Selling Proposition am Beispiel der Geflügelfleischproduktion in Deutschland. Eine empirische Studie“ - geht Verena Leisen zunächst der Frage nach, was unter nachhaltigem Konsum zu verstehen ist und wie er sich zu nachhaltiger Entwicklung verhält. Denn die Entwicklung von nachhaltigen Lebensstilen ist weltweit zu beobachten. Die vermutlich bekannteste Lebensform ist in diesem Zusammenhang der Lifestyle of Health and Sustainability (LOHAS) und beschreibt Anhänger eines gesundheits- und nachhaltigkeitsorientierten Lebensstils mit Affinität zum strategischen Konsum.

Vor allem im Lebensmittelsektor hat diese Entwicklung deutliche Veränderungen bewirkt. Kein Lebensmitteleinzelhändler will noch auf nachhaltige Waren im Produktsortiment verzichten. Selbst Discounter führen inzwischen ökologische und fair gehandelte Nahrungsmittel in ihren Verkaufsregalen. Das Produktsortiment an nachhaltigen Lebensmitteln reicht von Milchwaren über Babynahrung und Kosmetika bis hin zu sogenannten Convenience-Produkten. Lediglich nachhaltige Fleisch- und Wurstwaren sind bisher schwer erhältlich. Und das, obwohl es mittlerweile unstrittig ist, dass der konventionelle Fleischkonsum der Industrieländer für wesentliche umwelt- und sozialpolitischen Probleme mit verantwortlich ist.

Die ökonomische Dimension betrachtet die 26-jährige Absolventin ebenfalls und überlegt, ob Nachhaltigkeit als Alleinstellungsmerkmal - Unique Selling Proposition (USP) - bei der Vermarktung von Geflügelfleischprodukten genutzt werden kann. Ziel der Arbeit war es ebenfalls unter anderem auf Basis einer Konsumentenstudie eine Einschätzung über das Potenzial von nachhaltig erzeugtem Geflügelfleisch zu geben und Handlungsempfehlungen für das Marketing dieser Produkte zu formulieren.

Verena Leisen (26) wohnt in Hennef und beendete in diesem Herbst ihr Studium der Betriebswirtschaft an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Professor Dr. Dr. Franz W. Peren bewertete ihre Abschlussarbeit mit der Note 1,3. Vor ihrem Studium machte Leisen eine Ausbildung zur Industriekauffrau.