Auf den Spuren des kanadischen Gesundheitssystems

Donnerstag, 22. November 2018
Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Logistische Aufgaben wie den Transport von Wäsche und Mahlzeiten übernimmt dieser Roboter im Centre hospitalier de l’Université de Montréal (CHUM).

Gemeinsam mit ausgewählten deutschen Gesundheitsexperten aus Wissenschaft, Politik und Praxis hatte Professor Remi Maier-Rigaud Gelegenheit, vor Ort vertiefte Einblicke in das kanadische Gesundheitssystem zu erhalten. Auf der von der Friedrich-Ebert-Stiftung in Kanada organisierten Studienreise ging es von Toronto über den Regierungssitz in Ottawa und schließlich nach Montréal. Es wurden ambulante und stationäre Einrichtungen der Gesundheitsversorgung besucht und intensive Gespräche mit Vertretern der Gesundheitsministerien der Provinz Ontario und auf nationaler Ebene geführt. Um das kanadische Gesundheitssystem von möglichst vielen Seiten zu beleuchten, tauschte sich die Expertengruppe mit Abgeordneten, Gewerkschaftsvertretern und Wissenschaftlern der McGill University aus. Per Videokonferenz wurden auch spezifische Probleme in den Provinzen Manitoba und British Columbia (insbesondere die Opioid-Krise) diskutiert. Es wurde deutlich, dass das steuerfinanzierte, überwiegend dezentral organisierte Gesundheitssystem Kanadas nur punktuell gute Ideen für das deutsche System bereithält. Beispielsweise bieten sogenannte Family Health Teams eine patientennahe interdisziplinäre Versorgung, die auf eine vertrauensvolle und langfristige Beziehung zu den Patienten fußt. Auch ist die Akademisierung der Pflegeberufe wesentlich weiter fortgeschritten als in Deutschland und Pflegekräfte dürfen Ärzte stärker in ihrer Arbeit unterstützen und entlasten.