Der automatische Verwaltungsakt: Fiktion oder Realität?

Freitag, 21. September 2018

Das Symposium wurde unter Einbeziehung der Bachelorjahrgänge 2016 und 2017 abgehalten und aktualisiert die Modulinhalte "Fachanwendungen" aus dem Studiengang Sozialversicherung. Der rechtliche Rahmen zum "automatischen Verwaltungsakt" nach SGB X und seine Beziehungen zu weiteren Normen wurde von Professor Bigge dargestellt. Dr. Heyder nannte aktuelle Zahlen zum Dokumentenaufkommen seines UV-Trägers und gab eine Prognose zur weiteren Entwicklung in Richtung elektronische Meldungen/ Dokumente. Frau Bruchmann, eine erfolgreiche Absolventin des Studiengangs Sozialversicherung, präsentierte ein Portal zum verbindlichen Abwickeln von Vorgängen und sicherer Kommunikation. Die Herren Husmann und Harms zeigten eine hochintelligente Posteingangslösung mit automatischer Erkennung der Dokumentenart und Dokumentenlenkung. In einem Rundtischgespräch, das von Herrn Renfer (Kommunale Unfallversicherung Bayern) verstärkt wurde, tauschten sich alle Referenten rege zur Prognose des automatischen Verwaltungsaktes aus und bezogen dabei auch aktiv die Studentenschaft in das Gespräch ein. Die provokative Frage, ob eine rein maschinell erzeugte Verwaltungsentscheidung nicht als "vierte Kränkung" der Menschheit wahrgenommen werden würde, wurde von allen Referenten vehement verneint und im Gegenzug die Forderung einer zügigen Umsetzung des automatischen Verwaltungsaktes erhoben. Zunehmend komplexer werdende Fälle verlangten nach einer Entlastung der Sachbearbeiter von mechanischen Tätigkeiten, um eine ungeteilte Hinwendung für höhere Aufgaben zu erreichen, deren Erledigung Menschen vorbehalten sei.