Die Zukunft aus der Vergangenheit entwickeln

Freitag, 7. Februar 2020
Mit Dr. Marc von Miquel hat der Fachbereich Sozialpolitik und Soziale Sicherung einen promovierten Historiker als Honorarprofessor gewinnen können. An seinen Lehraufträgen am Fachbereich lässt sich sein Studien- und Forschungsgebiet sehr gut ablesen. Zuletzt lehrte er am Campus Hennef über die Geschichte der Behindertenpolitik und des Behindertenrechts seit den 1970er Jahren.
Marc von Miquel und Präsident Hartmut Ihne
Marc von Miquel und Hartmut Ihne im Januar 2020. Foto: Eva Tritschler/H-BRS

Nach dem Magisterstudium der Geschichte, Osteuropäischen Geschichte und Slavistik an den Universitäten in Bonn, Göttingen und Bochum führten Miquel mehrere berufliche Stationen zu Städten und Museen bis zur sv:dok, der Dokumentations- und Forschungsstelle der Sozialversicherungsträger e. V., deren Geschäftsführer er seit nunmehr zehn Jahren ist. Das Institut dient als historisches Gedächtnis der Sozialversicherung mit einem umfangreichen Archiv, mit Publikationen, Veranstaltungen und Ausstellungen.

Marc von Miquel forschte in seinem Berufsleben über die Sozialversicherung seit ihrer Errichtung im Kaiserreich bis zur Bundesrepublik, zudem erstellte er mehrere Ausstellungen, so zur jüdischen Geschichte in Westfalen und zur Geschichte der Entschädigung von NS-Verfolgten. Seine 2004 veröffentlichte Doktorarbeit "Ahnden oder amnestieren?" untersucht die Rechtspolitik gegenüber NS-Tätern in der Bundesrepublik in den 60er Jahren.

Forschungsschwerpunkte

Die Forschungsschwerpunkte von Prof. von Miquel liegen in der Geschichte der sozialen Sicherungssysteme, der Behindertenpolitik und der Rechtsgeschichte. Am Fachbereich Sozialpolitik und Soziale Sicherung der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg lehrt er seit über zehn Jahren und war an mehreren Forschungsprojekten in Hennef beteiligt, unter anderem am 2015 erschienenen Handbuch Sozialversicherungswissenschaft.