Gesünder leben mit Gesundheits-Apps?

Donnerstag, 10. Mai 2018
Lebe ich selbstbestimmter und gesünder, wenn ich Gesundheits-Apps benutze? Diese Frage haben sich haben Sarah-Lena Böning und Professor Dr. Remi Maier-Rigaud gestellt.
Colourbox (Royalty Free)

Die Selbstvermessung via App, also beispielsweise die Aufzeichnung des eigenen Bewegungsverhaltens, kann helfen, die eigene Willensschwäche zu überwinden. Aber ist das Feedback von Gesundheits- und Fitness-Apps immer gesundheitsförderlich – oder gibt es dabei Risiken, die es zu berücksichtigen gilt?

Im Rahmen eines vom Kompetenzzentrum Verbraucherforschung NRW geförderten gemeinsamen Forschungsprojekts haben Sarah-Lena Böning und Prof. Dr. Remi Maier-Rigaud Nutzende hierzu befragt. Dabei wurden Risiken der App-Nutzung deutlich: Zum einen nehmen die Anbietender im Rahmen ihres Marketings Einfluss auf die Nutzung. Zum anderen vergleichen insbesondere bei Fitness-Apps viele Nutzende ihre Daten untereinander. Beides kann die gesellschaftliche Norm gesunden Verhaltens prägen.

Vor diesem Hintergrund schlagen die Autorin und der Autor in ihrem neuen Aufsatz "Gesund gestupst durch Gesundheits-Apps? Risiken und Nebenwirkungen einer Vielzahl von Einflussnahmen auf die Entscheidungsarchitektur" die verbindliche Einführung von Qualitätsstandards bei Gesundheits-Apps vor. Insbesondere eine auf medizinischer Evidenz basierende Ampelkennzeichnung würde Verbrauchern helfen, gesundheitliche Risiken zu erkennen. Der Fachaufsatz erscheint in Kürze in folgendem Schwerpunktheft: Friedrichsen, Jana, Kornelia Hagen, Kevin Högy unter Mitwirkung von Lilo Wagner (Hrsg. 2018): Nudging: Bessere Altersvorsorge-, Gesundheits- und Ernährungsverhalten durch "Stupser"!? Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung 87 (2).