Parlamentssimulator mit Landtagsgast

Donnerstag, 23. Januar 2020
Wie funktioniert eigentlich ein Parlament? Das findet man am besten heraus, wenn man es ausprobiert. In der Vorlesung "Politische Kommunikation" im Studiengang Nachhaltige Sozialpolitik der H-BRS haben die Studierenden eine Parlamentssitzung simuliert. Ein fachkundiger Gast hat das Ergebnis der Sitzung bewertet: Alexander Vogt ist NRW-Landtagsabgeordneter und medienpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion.
Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Alexander Vogt, MdL, mit H-BRS-Präsident Hartmut Ihne und Professor Hektor Haarkötter

Für diesen Parlamentssimulator wurden die Studierenden von ihrem Professor, Hektor Haarkötter, in Gruppen entsprechend den Fraktionen im echten NRW-Landtag eingeteilt. Das Thema der Parlamentsdebatte haben die Studierenden selbst gewählt: Sollen SUVs, sprich: geländeuntaugliche Geländewagen, verboten werden oder nicht?

Nachem die Fraktionen sich auf einen Parlamentspräsidenten geeinigt hatten, ging die Diskussion auch schon los: Jede Fraktion hatte zwei mal drei Minuten Redezeit für ihre Argumente. Die studentischen Parlamentarier ließen sich auf die entsprechenden Meinungsbilder der ihnen zugewiesenen Fraktionen und politischen Farben recht stimmig ein. Bei der Abstimmung dann fand sich allerdings eine parlamentarische Mehrheit für ein SUV-Verbot, das in der politischen Realität eher nicht wahrscheinlich ist.

Im Anschluss verglich Landtagsmitglied Alexander Vogt die studentische Diskussion mit der Diskussionskultur in der Wirklichkeit. Dabei betonte er, dass die Plenardebatten hauptsächlich eine öffentliche und mediale Funktion haben, während die eigentliche konstruktive politische Arbeit eher in den Ausschusssitzungen erfolgt. Die freie Rede der Studierenden bewertete Vogt sehr positiv, weil selbst die Politprofis im Landtag häufig eher vorgefertigte Reden, die nicht immer frei von Schablonen sind, vortragen.

Im Anschluss an diese Vorlesung wurde der Gast aus dem NRW-Landtag noch von Hochschulpräsident Hartmut Ihne begrüßt. Der Präsident begrüßte ausdrücklich diese Art der Praxisanbindung in der Lehrveranstaltung an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften.