Umfrage Naturdämmstoffe - Ergebnisse

Hohe Akzeptanz und Zahlungsbereitschaft für Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen. Auch die künftige Verwendung von Bio-Dämmschäumen, die noch in der Entwicklung sind, wird überwiegend positiv eingeschätzt.
Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Zur Zukunft von Biodämmstoffen: Von knapp 400 Befragten hält fast die Hälfte den Einsatz von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen für wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich. Quelle: eigene Darstellung.

Akzeptanz und Zahlungsbereitschaft für Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen sind bei Architekten, Bauträgern, Bauunternehmen, Handwerkern, Beratern, Wissenschaftlern und im Handel hoch. Die Erfahrungen damit sind sehr unterschiedlich. Das hat eine Umfrage der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg ergeben.

Die Mehrzahl der Befragten ist bereit, dafür höhere Preise zu akzeptieren als für andere Dämmstoffe. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie künftig Dämmschäume mit noch zu entwickelnden Kunststoffen auf Basis von nachwachsenden Rohstoffen einsetzen werden, ist groß. Dazu werden verschiedene Fördermaßnahmen empfohlen.

Die Umfrage wurde mit Hilfe der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) vom 27. Juni bis 18. Juli 2016 durchgeführt. Insgesamt beantworteten 444 Personen den Online-Fragebogen. Die Zahl der Antworten auf die unterschiedlichen Fragen variierte von 321 bis 442.

Wegen der Zielgruppe, die über die Internetseite der FNR informiert wurde, war zu erwarten, dass die Antwortenden geneigt sind, Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen einzusetzen. Das hat die Umfrage bestätigt. 71 Prozent der Antwortenden gab an, Dämmstoffe aus pflanzlichen Produkten häufig oder sehr häufig zu verwenden. Mineralische Dämmstoffe werden von ihnen zu 55 Prozent häufig oder sehr häufig eingesetzt. Die meisten Erfahrungen gibt es mit Dämmplatten, die wenigsten mit Dämmschäumen.

Im Laufe der Zeit zeichnet sich ein Trend zu zunehmender Verwendung von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen ab. Der Schwerpunkt liegt bei Materialien aus Holzfasern. Hierzu gab es auch die meisten Antworten zu Vor- und Nachteilen der Dämmstoffe, gefolgt von Zellulose. Zu Hanf, Kokos, Kork, Lehm, Stroh und Wolle gab es nur wenige Nennungen.

Bei den Anforderungen an das Material stehen Brandschutz und Einsatzaufwand noch vor den ökologischen Aspekten und weiteren Kriterien, wie Wärme- und Schallschutz.

Die Eigenschaften von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen wurden überwiegend positiv beurteilt. Dabei steht an erster Stelle die Umweltbilanz, die 63 Prozent der Antwortenden als sehr vorteilhaft einstuften. Positiv wurde auch über die Materialeigenschaften geurteilt. Die Kosten wurden von 41 Prozent als nachteilig und von 37 Prozent als neutral eingestuft.

Eine mögliche Konkurrenz zwischen Pflanzen für Dämmstoffe und Pflanzen zur Lebensmittelerzeugung sehen die meisten Antwortenden nicht. Nur ein Viertel hält dieses Thema für problematisch.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Befragten in Zukunft noch zu entwickelnde Dämmschäume auf der Basis von Kunststoffen auf Basis nachwachsender Rohstoffe einsetzen werden, ist hoch. Es gibt jedoch Unterschiede nach der Art der Unternehmen. Architekten sind dabei besonders optimistisch.

Fast zwei Drittel (63 Prozent) der Antwortenden sind bereit, für Dämmstoffe auf biologischer Basis mehr zu bezahlen als für andere. Mehr als zehn Prozent Aufschlag sollen es nach Meinung der meisten Antwortenden aber nicht sein.

Um den Einsatz von Dämmstoffen mit nachwachsenden Rohstoffen zu erhöhen, werden verschiedene Fördermaßnahmen empfohlen. Finanzielle Maßnahmen rangieren dabei vor aufklärenden Informationen.

Drei Viertel aller Antworten wurden von kleinen Unternehmen (bis 9 Mitarbeiter) gegeben. 81 Prozent der Antwortenden gaben an, sich gezielt über diese Dämmstoffe zu informieren. Fachzeitzeitschriften und Fachbücher sind dabei mit 84 Prozent die wichtigste Quelle, noch vor dem Internet mit 73 Prozent.