Studie "Start-ups als Arbeitgeber" vorgestellt

Freitag, 6. Dezember 2019
Wie sieht die Zukunft der Arbeitswelt im digitalen Wandel aus? Was müssen Arbeitgeber beachten, um im Kampf um die klügsten Köpfe nicht leer auszugehen? Und wie präsentieren sich insbesondere Start-ups in ihrer Außendarstellung, um qualifizierte Mitarbeiter für sich zu gewinnen? Diese Forschungsfragen standen im Mittelpunkt der Konferenz "Vernetzte Arbeitswelt - der digitale Arbeitnehmer" der SHR Fernuniversität im Technoseum in Mannheim. Das IMEA stellte hier die Studie "Start-ups als Arbeitgeber" vor.
Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Technoseum in Mannheim(c)SRH Fernhochschule 2019

Start-ups stehen im Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter in starker Konkurrenz zu etablierten Unternehmen und Konzernen. Der Bedarf an Fachkräften (etwa Software-Entwicklern) ist größer als je zuvor. Wie stellen sich Start-ups als Arbeitgeber dar, um Personal für sich zu gewinnen? Dieser Frage wurde im Rahmen der Studie „Start-ups als Arbeitgeber“ nachgegangen.

Im Rahmen dieser Studie wurden Internet-Auftritte von Start-ups daraufhin untersucht, wie sie sich als Arbeitgeber präsentieren. Konkret wurden dazu 100 Websites von Start-ups inhaltsanalytisch betrachtet. Als Basis diente die Unternehmensdatenbank des Magazins gruenderszene.de. Dort gab es zum Start der Studie am 13.6.2019 insgesamt 2.673 Einträge von Unternehmen; jedoch waren nicht alle davon Start-ups, manche waren Dienstleiter für Start-ups, andere entsprachen nicht der Start-up-Definition.

Letztendlich wurden zufällig 100 „echte“ Start-ups (die nicht älter als zehn Jahre sein durften) aus dieser Datenbank extrahiert und untersucht. Die Unternehmen stammen aus unterschiedlichen Branchen (unter anderem IT, Dienstleistungen, Produktion, Handel). Zu Beginn der Auswertung fielen sieben Unternehmen aus, deren Unterseiten fehlten oder nicht funktionierten.

Analysiert wurden keine Stellenanzeigen, sondern die stellenbezogenen Unterseiten des Internetauftritts eines Unternehmens (meist mit Karriere oder Jobs überschrieben).

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Das IMEA-Team (2. und 3. v. l. am Tisch) beim Arbeitskreis "Zukunft der Arbeitswelt im digitalen Wandel"(c)SRH Fernhochschule 2019

Die explorative inhaltsanalytische Untersuchung von 93 Websites von Start-ups hinsichtlich ihrer Präsentation als Arbeitgeber ergab, dass die Unternehmen dem „Start-up-Klischee“ in ihrer Selbstdarstellung wenig Raum geben. Auffällig ist, dass eher wenige Start-ups flache Hierarchien, ihr unternehmerisches Verantwortungsbewusstsein, Aspekte der Work-Life-Balance oder Diversität in ihrer Selbstdarstellung herausstellen. Ein überraschendes Ergebnis war, dass mehr als die Hälfte der untersuchten Unternehmen ihren Standort als besonders attraktiven Aspekt darstellt.

Die Studie regt zu weiteren Forschungsfragen an: Etwa die Fragen, ob sich IT-affine Start-ups von anderen Unternehmen (etwa aus Produktion oder Handel) in ihrem Auftritt als Arbeitgeber unterscheiden und ob bei der Präsentation ein Zusammenhang zur Mitarbeiterzahl und dem Alter des Unternehmens erkennbar ist. Außerdem, wie bewusst oder unabsichtlich die Unternehmen sich auf ihren Websites als potenzielle Arbeitgeber darstellen; und aus Sicht der Rezipienten, wie Stellensuchende die Darstellung der Start-ups in Bezug auf ihre Attraktivität als Arbeitgeber beurteilen.

Eine ausführliche Erläuterung der Ergebnisse wird 2020 im Tagungsband veröffentlicht.