Felix Natter

Laufbahn Ich habe 2005-2008 an der Hochschule-Bonn-Rhein-Sieg (damalig FH-BRS) den Bachelor Angewandte Informatik (Schwerpunkt Bioinformatik) sowie 2008-2010 den Master Informatik (mit Schwerpunkt Medieninformatik-Bioinformatik) absolviert. Nach der Beendingung der Masterarbeit (Forschungsprojekt mit Bayer HealthCare, ermöglicht durch Herrn Prof. Dr. Thiele) habe ich eine Stelle bei der Recommind GmbH in Rheinbach als Software-Entwickler angenommen, wo ich bis heute noch erfolgreich in interessanten Projekten (derzeit Workflowsoftware in Java) entwickle. Nebenbei nehme ich noch an den Open Source-Projekten Freeplane (http://freeplane.org) und Debian (http://www.debian.org) teil, und kann dadurch meine Java-, UNIX- und Problemlösefähigkeiten verbessern und mich mit interessanten Kollegen (sowohl bei Recommind als auch in Free Software-Projekten) austauschen. Bei Freeplane beispielsweise konnte ich meine Kenntnisse von Bioinformatikalgorithmen und NP-vollständigen Algorithmen zur Implementierung einer approximativen Suche in Mindmaps (auf Grundlage von Editdistanz) nutzen, und Plugins mit OSGi (Vorlesung Komponententechnologien bei Herrn Prof. Dr. Kaul) entwickeln.

Meine Erfahrungen an der H-BRS Besonders positiv an der H-BRS sind die sehr engagierten Professoren sowie die gut aufeinander abgestimmten Vorlesungen (z.B. Polynomdivision in F_2 in Algebra und Rechnernetze, Statistik & Graphentheorie --> Berechenbarkeit & Komplexität I+II, gute Vorbereitung von biologischen/chemischen Grundlagen im Bioinformatik-Schwerpunkt, Graphentheorie/Algebra und Parallele Algorithmen...). Wissen über die P(!)=NP-Theorie (Grundlagen im Bachelor, Vertiefung im Master) sowie Erfahrungen mit OO-Entwurfsmustern haben mich bei Bewerbungsgesprächen unterstützt.

Aufgrund von Terminkollisionen war es leider manchmal nicht möglich, an Wunsch-Wahlveranstaltungen (im Master) teilzunehmen. Dafür war es zu meiner Studienzeit fast immer möglich, an den Freitagen zu arbeiten. Manche Vorlesungen, besonders im Masterstudiengang, hätten zudem fördernder sein können (mehr / tiefer gehende Lerninhalte).

Auch wenn ich im Studium viel über Java-Entwicklung gelernt habe, so konnte (und kann!) ich im Beruf weiterhin mein Wissen über Softwareentwicklung erweitern: Peter Norvig (Director of Research bei Google) hat es so formuliert: Man braucht mindestens 10 Jahre herausfordernder Aufgaben, um beispielsweise Schachspielen oder Musik zu lernen, und Gleiches gilt auch für die Programmierung [1]!

Ich bin Dauergast im Alumni Come Together und freue mich sehr, mich dort und außerhalb des ACT mit Professoren, (wissenschaftlichen) Mitarbeitern sowie Studienkollegen auszutauschen.

Tipps für Studierende Auch wenn man viele mathematische Modelle und ähnliche Studieninhalte in der Praxis möglicherweise nicht einsetzen wird, so halfen mir die entsprechenden Vorlesungen, Berührungsängste mit komplexen Technologien/promovierten Kollegen abzubauen. Im Rahmen der Leitung von Tutorien konnte ich meine Rhetorikfähigkeiten verbessern. Es hat mir Spaß gemacht, ein paar Studenten zu helfen. Ich halte es für sinnvoll, neben dem Studium zu arbeiten, vielleicht auch an Open Source-Projekten teilzunehmen (vieles lernt man erst durch *herausfordernde* praktische Arbeit) --> siehe Norvig-Artikel [1]!! Besonders wichtig ist es zudem, Programme *anderer* zu verstehen und zu pflegen! An dieser Stellen möchte ich mich bei allen Professoren, (wissenschaftlichen) Mitarbeitern und Kommilitonen für die produktive, aber auch schöne Zeit bedanken, und wünsche allen, die dies lesen, viel Erfolg und Spaß im Studium!

[1] [Peter Norvig: http://norvig.com/21-days.html ] (dt. Übersetzung hier: http://userpage.fu-berlin.de/~ram/pub/html_jf47ht81Ht/21-tage )