Der Roboter als Lauftrainer für Sehbehinderte

Montag, 17. Juni 2019
Ein autonomer Roboter als Lauftrainer für blinde und sehbehinderte Menschen - klappt das? Rund um die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg fanden erste Testläufe mit dem RUFUS-Laufassistenten statt.
Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Lauftrainer RUFUS mit zwei Studierenden

Erwin Prassler, Professor für Autonome Systeme, gründete bereits vor einigen Jahren die locomotec GmbH als Spin-Off der H-BRS am hiesigen Business Campus und entwickelte den persönlichen Lauftrainer RUFUS, der sich individuell auf den Fitnessgrad, die aktuelle Befindlichkeit und das Trainingsziel "seines" Läufers einstellt. 

Da der autonome Laufassistent auch die Route vorgibt und auf Hindernisse reagiert, bot es sich an, ihn auch einmal mit blinden und sehbehinderten Läufern zu testen. Diese joggen üblicherweise mit einem sehenden Laufpartner. Falls diese/r aber einmal ausfällt oder der Wunsch nach einem Training ohne Laufpartner besteht, kann RUFUS wertvolle Dienste leisten.

Prof. Dr. Erwin Prassler und Doktorand Sebastian Blumenthal zeigten sich zufrieden von den ersten Testläufen mit insgesamt 12 Probandinnen und Probanden in Nürnberg und Sankt Augustin. Die freiwilligen Testpersonen kamen gut mit dem Assistenzroboter zurecht und gaben wertvolles Feedback für die Weiterentwicklung.

Während Rufus für die sportlichen Bedürfnisse seiner Kunden zuständig ist, entwickelt parallel dazu im Projekt ROBLIN die finnische Firma GIM einen robotischen Führhund, der auch in belebten Innenstädten seinem Besitzer den Weg weist.