Institut für Detektionstechnologie auf der Jagd nach gefährlichem Schädling

Die Sensorik, Analytik und Detektion von Gefahrstoffen, z. B. von Sprengstoffen, stehen im Mittelpunkt der Sicherheitsforschung an der Hochschule. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Erforschung chemisch basierter Detektionstechnologien. Hier punkten die Rheinbacher Forscher zum Beispiel bei der Entwicklung von Verfahren der Spurenanalytik. Derzeit entwickeln sie unter anderem ein Verfahren, den Asiatischen Laubholzbockkäfer aufzuspüren, der in den Wäldern Mitteleuropas bereits großen Schaden anrichtet
Asiatischer Laubholzbockkäfer Schädling IDT Forschung
Richtet großen Schaden an: der Asiatische Laubholzbockkäfer

Seit einigen Jahren verbreitet sich ein neuer Schädling in Mitteleuropa: der Asiatische Laubholzbockkäfer (Anoplophora glabripennis), der zu den weltweit hundert schädlichsten invasiven Arten gezählt wird. Er befällt inzwischen Laubbäume in mitteleuropäischen Wäldern und richtet hier beträchtlichen wirtschaftlichen Schaden an - allein in Deutschland ist die Rede von 96 Millionen Euro, ohne dass die Kosten für Bekämpfungsmaßnahmen eingerechnet wären. 

Ein einziges Weibchen verteilt an einem Baum etwa 30 Eier, die sich bereits ab dem Larvenstadium immer weiter durch das Holz fressen, so dass der Baum schon nach einer Käfergeneration schwer geschädigt ist und abstirbt. Ist erst einmal ein Baum befallen, müssen alle Laubbäume im Umkreis von 500 Metern gefällt werden.

Die Bekämpfung des Laubholzbockkäfers ist sehr schwer. Also konzentriert man sich darauf, ihn möglichst früh aufzuspüren und auf diesem Weg seine Verbreitung einzudämmen.

Um die systematische  Suche nach dem gefürchteten Schädling zu vereinfachen, haben die Forscher um die Professoren Peter Kaul und Gerhard Holl am Institut für Detektionstechnologie (IDT) nun ein Probenentnahmeverfahren entwickelt, das die Anreicherung von Geruchsproben von Laubholzbockkäferlarven  größerer Bereiche eines Baumes auf einem Geruchsfilter erlaubt. Noch arbeiten die Forscher daran, die Geruchsstoffe sicher zu fixieren. Die Methode basiert auf dem REST-Verfahren (Remote Explosives Scent Tracing), das ursprünglich für die Detektion von Explosivstoffen durch Ratten entwickelt und nun für Spürhunde adaptiert wurde. Auf Fachtagungen in Berlin und Hamburg stellt das IDT, das über viel Erfahrung im Bereich Detektion von Explosivstoffen mit Sprengstoffspürhunden „Living Sensors“ verfügt, sein Verfahrensansatz vor.

Künftig sollte es möglich sein, so die Vision der Forscher, am Baum genommene Geruchsproben Spürhunden vorzulegen, statt dass diese aufwändig ganze Wälder nach dem Schädling absuchen müssen. Auch könnte damit vermieden werden, dass jeder zu untersuchende Baum erst gefällt werden muss.

Den Asiatischen Laubholzbockkäfer schneller zu finden und somit seine Ausbreitung einzudämmen, wäre ein großer Erfolg und Beitrag für den Umweltschutz. Da das Verfahren grundsätzlich auch auf das Aufspüren anderer Schädlinge übertragen werden kann, könnte dies tatsächlich ein Meilenstein sein bei der Bekämpfung von invasiven Arten, die die heimische Flora und Fauna bedrohen.

Wappen des Landwirschaftsministeriums NRW

Das Projekt wird gefördert durch das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen