Neues Soundlogo: So klingt die Hochschule

Mittwoch, 10. Februar 2021
Der Bonner Süleyman Akkas hat ein Soundlogo entworfen, mit dem die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg nun offiziell auftritt, beispielsweise im Vorspann von Videos oder bei Podcasts.
Porträt vom Sulyeman Akkas
Süleyman Akkas.

Das Logo der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg ist wohlbekannt. Die beiden blauen Kreise wurde schon kurz nach der Gründung 1995 von dem jungen Kölner Agenturinhaber Andreas Wrede entworfen und sorgen seither für den Wiedererkennungswert. Doch wie klingt die Hochschule? Welchen Sound haben Lehre und Forschung? Wie würde ein Komponist wesentliche Merkmale wie Wissenschafts- und Technologietransfer oder Internationalität vertonen? Der Bonner Süleyman Akkas hat Antworten auf diese Fragen gefunden. Er hat ein Soundlogo entworfen, mit dem die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg nun offiziell auftritt, beispielsweise im Vorspann von Videos oder bei Podcasts.

Das akustische Markenzeichen

Solche akustischen Erkennungszeichen - auch als Jingles bekannt - besitzen inzwischen viele Unternehmen und Einrichtungen. Soundlogos setzen die Markenphilosophie und das Selbstverständnis in Klänge um. Die Musikstücke sind nur wenige Sekunden lang, aber sehr einprägsam. Süleyman Akkas hat sich vor Jahren auf dieses sogenannte Soundbranding spezialisiert. Er ist von Haus aus Psychologe, doch seine Leidenschaft gehört der Musik. Akkas spielt Gitarre, Klavier und Baglama, ein türkisches Saiteninstrument. Und natürlich ist er mit den Möglichkeiten moderner Produktionstechnik im Studio vertraut.

Recherche für den richtigen Ton

"Es ist immer eine Herausforderung, die richtigen Töne zu finden", sagt Akkas. Grundsätzlich stütze er sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse über die Wirkung von Musik. Aber es sei mindestens genauso wichtig, sich ein persönliches Bild zu machen. Als Akkas im Sommer 2020 von der Hochschule den Auftrag erhielt, ein Soundlogo zu produzieren, saugte er zunächst einmal alle verfügbaren Informationen auf. Er besuchte den Campus, sprach mit Beschäftigten, machte sich ein Bild von der Architektur, arbeitete Informationsmaterial durch und setzte sich mit dem Corporate Design auseinander. "Je mehr Informationen vorliegen, desto besser", sagt der Sounddesigner.

Im nächsten Schritt initiierte er eine Befragung, um dem Markenverständnis der Hochschule auf den Grund zu gehen. Eine kleine Projektgruppe - bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern aus Kommunikation und Marketing, Fachbereichen, Verwaltung und Senat - sollte dazu ihre ganz persönlichen Eindrücke einbringen. Dabei war vor allem eines gefragt: Kopfkino. Welche Bilder werden mit der Marke Hochschule Bonn-Rhein-Sieg assoziiert? Welcher Musikstil passt am ehesten dazu? Klassik? Jazz? Elektronische Musik?

Die Quadratur des Kreises: Klar aber komplex, nüchtern aber emotional

Fragen wie diese lösten intensive Diskussionen aus. Die Meinungen waren vielfältig: Das Soundlogo sollte eine klare Struktur aufweisen, zugleich aber auch die Komplexität der Wissenschaft widerspiegeln. Es sollte nüchtern und nicht zu verspielt klingen, gleichwohl Emotionen wecken. Es sollte nicht zu glatt daherkommen, aber trotzdem im Ohr hängen bleiben. Markant sollte es sein, aber nicht zu aufdringlich.

"An Ideen scheitert es nie. Die Frage ist, welche es am Ende es ins Soundlogo schafft", berichtet Süleyman Akkas, für den nun die eigentliche kreative Arbeit begann. "Das ist die intensivste Phase in so einem Projekt."  Im Studio erarbeitete er fünf Entwürfe, die die Projektgruppe und Hochschulpräsident Hartmut Ihne zu hören bekamen. Bis die endgültige Entscheidung getroffen war, verging eine Weile. Um herauszufinden, welches Soundlogo dauerhaft hängen bleibt, muss man es über einen längeren Zeitraum immer wieder hören. Und als am Ende der Favorit ermittelt war, ging es um Nuancen: Soll das Jingle mit einem Trommelschlag oder mit einem Zischen enden?

H-BRS Video Intro/Outro mit Soundlogo

Jetzt liegt das offizielle Soundlogo vor. Es zischt nicht und hat keinen finalen Trommelschlag. Es wird vielmehr von kraftvollen Synthesizerklängen dominiert, im Hintergrund hört man treibende Perkussion-Elemente. Hier die Klarheit, dort das Temperament – so klingt die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, verdichtet auf vier Sekunden Musik.

Text: Dominik Pieper