1,8 Millionen Euro Drittmittel für die IT-Infrastruktur

Mittwoch, 21. November 2018
ID: 
019/00/11-2018
Für die Erneuerung und Erweiterung ihrer IT-Infrastruktur war die H-BRS mit einem Antrag im Großgeräteprogramm der Länder erfolgreich. Damit kann sie rund 1,83 Millionen Euro in drei Vorhaben investieren, die primär der Lehre aber auch der Forschung und der Verwaltung zugutekommen. Es geht um ein videobasiertes Kommunikations- und Kollaborationssystem, eine virtuelle Desktop-Infrastruktur und ein ganzheitliches Identitäts- und Access-Management.
Computerplatine mit Miniatur-Bauarbeitern

Insgesamt wird im Zuge des Projekts die komplette vorhandene Netz- und Systemlandschaft überarbeitet und ein Campusmanagement eingeführt. Es handelt sich um das bisher größte mit Drittmitteln finanzierte Infrastrukturprojekt der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Das Geld kommt auf Empfehlung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) vom Land NRW.

„Wir wollen die Möglichkeiten digitaler Technologien für die Weiterentwicklung der Hochschule konsequent nutzen. Die ‚digitale Hochschule‘ ist schon seit Jahren ein zentrales strategisches Element unserer Hochschulentwicklung. Digitalisierung ist teuer, umso mehr freuen wir uns über die Förderung unserer Infrastrukturen durch die DFG und das Land NRW. Das wird allen Bereichen der Hochschule zugutekommen: der Lehre, der Forschung, dem Transfer und der Administration“, sagt Hochschulpräsident Hartmut Ihne und betont: „Wir müssen aber weitergehen und auch andere Finanzierungsquellen nutzen, die den Hochschulen durch Land, Bund und EU zur Verfügung gestellt werden. Hier ist von allen Seiten noch viel zu tun. Unsere Hochschule will bei der zukünftigen Nutzung digitaler Technologien in der Wissenschaft führend sein.“

Massiver Ausbau digitaler Technologien

Durch die neue Infrastruktur sollen schrittweise veraltete und herstellerseitig nicht mehr unterstützte Systeme abgelöst, der Betrieb plattformübergreifender Software-Services ermöglicht und der Administrationsaufwand des zentralen IT-Services beträchtlich reduziert werden. Die Hochschule will damit die in ihrem Hochschulentwicklungsplan bis 2020 gesetzten Entwicklungsziele zur digitalen Unterstützung der Lehre umsetzen: Durch den massiven Ausbau digitaler Technologien bekommen die Studierenden „räumlich und zeitlich unabhängig von der Präsenzlehre Zugang zu Inhalten und erweiterten Lernmöglichkeiten“. Die Präsenzlehre wird auf diese Weise ergänzt.

Hybrid Learning über die Landesgrenzen hinaus

„Mit der Etablierung einer modernen Unified-Communication-Infrastruktur können Teams, auch wenn deren Mitglieder an verschiedenen Orten arbeiten, zeitgleich an denselben Dokumenten arbeiten, jeder mit seinem eigenen Rechner oder einem anderen interfähigen Gerät. Dies ist eine echte Zusammenarbeit ohne Zeitverlust“, hebt Projektleiter Stefan Böhmer hervor. Prof. Dr. Böhmer ist Gründungsdirektor des Instituts für IT-Service und Chief Digital Officer (CDO) der H-BRS. „Die künftigen Formen des sogenannten Hybrid Learning sollen auch für gemeinsame Kurse mit ausländischen Partnerhochschulen genutzt werden können“, so Böhmer weiter. Dazu gehört nicht zuletzt der Aufbau entsprechender Medienkompetenz bei Studierenden wie bei den Dozentinnen und Dozenten.

„Wir verstehen die Digitalisierung als interaktiven Regelkreis, in dem IT-technologische Weiterentwicklungen die Basis für neue Lehr- und Lernformen sowie ein innovatives Forschungsumfeld bieten, die ihrerseits wieder Ausgangspunkt und Treiber für Innovationen auf dem Gebiet der Informations- und Kommunikationstechnologie sind. Die technische Infrastruktur ermöglicht Veränderungen der Organisation und ihrer Prozesse“, führt Böhmer aus.

Drei Teilprojekte

Als erstes der drei Vorhaben ist die Einführung einer videobasierten Kommunikations- und Kollaborationsinfrastruktur auf der Basis einer Unified-Communication-Plattform zu nennen. Zukünftig werden somit beispielweise Dienste für videobasierte digitale Lehrangebote, standortübergreifende Zusammenarbeit – Common Electronic Whiteboard –, Videokonferenzen oder Livestreams im digitalen Portfolio der H-BRS verfügbar sein.

Das zweite ist der Aufbau einer Virtual Desktop Infrastructure (VDI). Darunter wird die Virtualisierung von Desktop-Anwendungen bis hin zur Virtualisierung des gesamten PCs zusammengefasst. VDI unterstützt völlig neue und mobile Lehr-, Lern- und Prüfungsangebote, die im fachspezifischen Design bereitgestellt und zentral administriert werden können.

Die Einführung eines integrierten Identitäts- und Access-Managements (IAM) und die Bereitstellung eines Konnektor für Single Sign-On ist das dritte Vorhaben. Für Studierende und Mitarbeiter der Hochschule wird damit ein zentrales Rollen- und Rechtemanagement eingeführt, das durch die täglich einmalige Passworteingabe Zugang zu allen Diensten der Hochschule ermöglichen soll.