Hochschule gewinnt Projekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

Mittwoch, 30. Juli 2014
ID: 
079/00/07-2014

079/00/07-2014 Koblenz/Sankt Augustin/Worms/Saarbrücken, 30. Juli 2014

Mit ihrem gemeinsamen Projektantrag "Work and Study – offene Hochschulen Rhein-Saar" haben die Hochschule Koblenz, die Fachhochschule Worms, die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg sowie die htw saar beim Wettbewerb "Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gepunktet. Ab ersten August erhalten die vier Hochschulen insgesamt rund 4,8 Millionen Euro über eine geplante Förderdauer von sechs Jahren.

Die Verbundhochschulen bauen mit diesem Geld ihr Studienangebot für Berufstätige, Personen mit Familienpflichten sowie beruflich Qualifizierte aus. Auch Studienabbrecher, die aus organisatorischen Gründen nicht zu Ende studieren konnten, sollen neue Chancen bekommen. Die speziell zugeschnittenen Angebote sollen den Zielgruppen den Zugang zur Hochschule erleichtern und einen Abschluss ermöglichen. "Mit diesem Projekt zielen wir darauf ab, die Durchlässigkeit zwischen den Bildungsinstitutionen nachhaltig zu verbessern. So tragen die Fachhochschulen nicht zuletzt vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung zur Sicherung der dringend benötigten Fachkräfte bei", sagte Professor Dr. Manfred Kaul, Vizepräsident für Lehre, Studium und Weiterbildung an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Mit dem nun genehmigten Geld wolle man an den Verbundhochschulen innovative Lehrkonzepte fördern, zunächst im Bereich der Wirtschaftswissenschaften und Wirtschaftsinformatik.

Die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg baut im Rahmen des Projekts ihren Studiengang Wirtschaftsinformatik aus. Geplant sind neben dem Präsenzstudiengang Möglichkeiten für berufsbegleitendes Studium sowie einzeln belegbare Zertifikatslehrgänge. "Wir erhöhen so nachhaltig die Flexibilität der Studiengestaltung für unsere neuen Zielgruppen. Zudem werden wir ihnen einen Teil des Studiums auch als E-Learning anbieten" so Manfred Kaul.

Hintergrund

Im Rahmen des Wettbewerbs "Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung erhalten ab 1. August 2014 insgesamt 97 deutsche Hochschulen eine Förderung. Die Hochschulen entwickeln Weiterbildungsangebote, die sich vor allem an Berufstätige oder Berufsrückkehrer richten, lebenslanges Lernen zum Ziel haben oder beruflich qualifizierten Fachkräften den Weg an die Hochschulen öffnen. Die erste Wettbewerbsrunde hat 2011 mit 50 Hochschulen begonnen, in der zweiten Runde ab August 2014 wird die Zahl der teilnehmenden Hochschulen fast verdoppelt – 47 weitere kommen hinzu. Insgesamt erarbeiten die Hochschulen nun Studienangebote in 73 Verbund- und Einzelprojekten. Das Spektrum der Angebote ist breit: Es reicht von der Mechatronik zur Pflegewissenschaft, von nachhaltiger Landwirtschaft bis zur IT-Sicherheit und umfasst flexible, berufsbegleitende Studiengänge ebenso wie wissenschaftliche Weiterbildung und Beratungsangebote zur Qualifizierung.

Beim gemeinsamen Projekt "Work and Study – offene Hochschulen Rhein-Saar" stärken neben der intensiven Zusammenarbeit der vier beteiligten Hochschulen eine Reihe relevanter Partner aus der Wirtschaft und den Bundesländern das Projekt. Dazu gehören beispielsweise der Virtuelle Campus Rheinland-Pfalz (VCRP), das Zentrum für Qualitätssicherung und –entwicklung Rheinland-Pfalz (ZQ), die Zentralstelle für Fernstudien (ZFH), die Industrie- und Handelskammern Bonn/Rhein-Sieg, die Debeka-Gruppe (Versicherungswirtschaft), die Food Company und die Imperia AG.

Die inhaltlich-fachliche Beratung der Kammern und Unternehmen stellt sowohl den Praxisbezug als auch den Wissenstransfer sicher. Ein wichtiger Aspekt der Zusammenarbeit ist die Transparenz und Anerkennung sowie Anrechnung von erbrachten Leistungen im Berufsleben. Zudem werden Lösungen entwickelt, um etwa Studienabbrechern eine verkürzte Ausbildung oder eine berufliche Weiterqualifizierung als Hilfe für den Einstieg in das Berufsleben zu bieten. Sie sollen die Möglichkeit erhalten, ihren im Studium gewonnenen Wissenszuwachs für eine Ausbildung anrechnen zu lassen. Ebenso sollen beruflich Qualifizierte ihre bis dato erarbeiteten Kompetenzen in die Studienleistung einbringen dürfen.