Studiert in Rheinbach, zur Abschlussarbeit nach Harvard

Sonntag, 13. Februar 2005
ID: 
025/05bio/02-2005

Klasse trifft sich offenbar im internationalen Studiengang Biology. Es gab nicht nur gleich im ersten Jahrgang mehrere Preise für eine herausragende Abschlussarbeit. Die Erfolgsgeschichte setzt sich fort. So haben einige der damaligen ersten Absolventen unmittelbar das Masterstudium Biology with Biomedical Sciences im Fachbereich Angewandte Naturwissenschaften am Campus Rheinbach der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg aufgenommen. Ihnen steht jetzt das letzte Semester bevor, in dem die Abschlussarbeit, die so genannte Master-Thesis, geschrieben werden muss.

Anke Specht und ihre Kommilitonin, die US-Amerikanerin Haley Ramsey, schreiben ihre Masterarbeiten in der Harvard Medical School und machen ihre Forschungen dazu in jeweils anderen Abteilungen dort. Tina Kubitzky geht an die Jagiellonian University in Krakau/Polen, die in Fachkreisen auch respektvoll "Harvard des Ostens" genannt wird.

Professorin Dr. Edda Tobiasch, die den Kontakt zu den beiden ausländischen Universitäten hergestellt hat und die Studentinnen betreut, weiß, dass es kaum vorkommt, dass diese Elitehochschulen Studierende einer deutschen Fachhochschule aufnehmen. Sie führt dies auf die hohe Qualität des Studiengangs und der Ausbildung sowie auf die fachliche Kompetenz der Studierenden zurück.

Die Themen

Die Arbeit von Anke Specht, Absolventin des Bachelor-Studiengangs Biology in Rheinbach, untersucht den Einfluss der Signalwege von Stickoxid (NO) auf das Überleben von Endothelzellen. Endothelzellen bilden die Innenauskleidung von Blutgefäßen. Specht forscht zu Grundlagen für Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall. Vorangegangene Laborversuche in der Klonierung und Charakterisierung von P2 Rezeptoren bilden die Grundlage der Masterarbeit.

Haley Ramsey absolvierte zunächst ein Bachelor-Studium an der University of Tennessee (USA). Das spezielle Master-Studium an der FH in Rheinbach hat sie über das Internet gefunden. Sie ist begeistert von der Ausstattung, die sie an einer amerikanischen Hochschule für die Ausbildung von Studierenden so nicht finden würde. Auch in ihrer Master-Thesis, die sie wie Specht an der Harvard Medical School schreibt, geht es um die Grundlagen für Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall anhand der Signaltransduktionswege eines Proteins (A20), das vor Apoptose (programmierter Zelltod) schützt. Techniken, die in vorangegangenen Laborversuchen zur Klonierung und Charakterisierung von P2 Rezeptoren erworben wurden, fließen in die Arbeit ein. Bei den genannten P2 Rezeptoren beginnt eine Signalkette. Die Transduktionswege beschreiben den Prozess der Weitergabe dieser Signale vom Zellrand bis in den Zellkern.

Grundlagen für Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall stehen auch im Mittelpunkt der Master-Thesis von Tina Kubitzki, die wie Anke Specht in Rheinbach ihren Bachelor in Biology absolvierte und wie sie seinerzeit einen Preis bekommen hat. Sie erforscht die Signaltransduktionswege eines anderen Proteins, H0-1, das ebenfalls vor Apoptose schützt. An dieser Aufgabe forscht sie während des kommenden Sommersemesters an der Jagiellonian University in Polen.

Die Ergebnisse und Forschungsansätze der drei Studentinnen, seien es Daten oder bestimmte Techniken, die bereits jetzt in Laborversuchen während des Masterstudiums im Hinblick auf die Abschlussarbeit erworben wurden, sind als Poster zum Kongress der Deutschen Physiologischen Gesellschaft im März 2005 in Göttingen angemeldet.

Weitere Informationen

Professorin Dr. Edda Tobiasch, Fachbereich Angewandte Naturwissenschaften, Tel. 02241/865-576,
E-Mail: edda.tobiasch@h-bonn-rhein-sieg.de