Neues Schwerpunktfach „Nachhaltiges Management“ startet im Wintersemester 2016/17

Fast alle großen Unternehmen haben inzwischen die Thematik „Nachhaltigkeit“ in ihre Unternehmensprozesse und Wertschöpfungsketten implementiert. Analysen der Europäischen Kommission (EU) und des Rates für Nachhaltige Entwicklung zeigen aber, dass die bisherigen Bemühungen zur Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung nicht ausreichen. Unternehmen werden mit der Verabschiedung der seit 2016 gültigen neuen Agenda 2030 bzw. der darauf basierenden Beschlüsse gemäß den Vorgaben der EU daher stärker als bisher in die Pflicht genommen. Die Bundesregierung wird in einem ersten Schritt in diesem Quartal eine verschärfte, vom Freiwilligkeitsprinzip abrückende CSR-Strategie mit einer neuen CSR-Definition veröffentlichen. Das Thema „Nachhaltigkeit“ wird insgesamt und in den Unternehmen eine noch stärkere Relevanz als bisher einnehmen. Die zahlreichen Stellenausschreibungen belegen die Nachfrage der Praxis nach Studierenden, die ihr Fachwissen zur Thematik „Nachhaltigkeit“ nachweisen (z. B. EDEKA, REWE, Daimler, Henkel usw. usw. usw. vgl. Internet!).

Ein großer Themenbereich des neuen Schwerpunktfaches ist direkt aus der Praxis „abgekupfert“! Die zahlreichen GRI4-berichtenden Unternehmen leben es uns heute schon vor: Standortfragen, Branchen- und Konkurrenzanalysen, Outsourcing- und andere Lieferantenentscheidungen, der Kontinuierliche Verbesserungsprozess, das Benchmarking, das Target-Costing bis hin zur Kostenrechnung und andere Instrumente der Betriebswirtschaftslehre sind über die typischen Kosten- und Qualitätsaspekte hinaus um Nachhaltigkeitsaspekte zu ergänzen, und zwar gemäß den Vorstellungen der Europäischen Kommission und der Bundesregierung „von der Wiege bis zur Wiege“. Warum und was heißt das? Die EU - und im Rahmen der Mitgliedstaaten insbesondere Deutschland – zählen zu den größten Importeuren der Welt. Wir reduzieren mit der Vergabe der Aufträge in die z. B. Entwicklungsländer unsere nationalen CO2-Emissionen und unseren Rohstoffverbrauch! … tatsächlich verlagern wir unsere Probleme aber in die sogenannten Geberländer und hinterlassen somit insbesondere in den Entwicklungsländern mit schlechter Sozialgesetzgebung und unzureichenden Umweltgesetzen mit der Produktionsverlagerung „Spuren“ … besser: Fußabdrücke, und zwar mit verheerenden Folgen für die Menschen vor Ort und für die Natur. Die gesellschaftliche Verantwortung muss daher über die gesamte Lieferkette „ausgerollt“ werden. Diese Probleme und Lösungswege werden im Rahmen des zweiten Themenbereiches des neuen Schwerpunktfaches abgedeckt! Life-Cycle-Controlling nennt sich das! Wir werden traditionelle und neue Indikatoren, Zertifizierungs- und Umweltmanagementsysteme zur Steuerung der nachhaltigen Entwicklung einsetzen. Der dritte Themenbereich umfasst den sicheren Umgang mit der nachhaltigen Berichterstattung nach der Global-Reporting-Initiative (GRI) und Ansätze zur Umweltbilanzierung von Erzeugnissen, für die inzwischen zahlreiche ISO-Normen veröffentlicht sind und von der EU zukünftig verpflichtend gefordert werden.

Das Buch zum Schwerpunktfach schreibe ich gerade!

Ich freue mich auf Sie!

Ihre

Rosemarie Stibbe