Gleiche Chancen für alle – Katrin Maag im Porträt

Montag, 12. Juli 2021
Wenn Katrin Maag von „unglaublich diversen Landschaften“ spricht, dann meint sie nicht ihr Lieblingsurlaubsland, sondern die Zusammensetzung der Studierendenschaft. Zumindest dann, wenn sie als Koordinatorin Inklusive Hochschule spricht. Seit Mitte April hat sie diese neu geschaffene Funktion an der H-BRS inne, die aus dem Förderprogramm „Inklusive Hochschule NRW“ finanziert wird. Und sie hat sich viel vorgenommen: Inklusionsmaßnahmen sollen sichtbarer werden, quer durch alle Bereiche der Hochschule.
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Koordinatorin Inklusive Hochschule: Katrin Maag. Foto: H-BRS/Martin Schulz

Eine Zahl ist sehr präsent im Denken von Katrin Maag: elf Prozent. Die Zahl nennt den Anteil aller Studierenden, die laut Statistik eine Beeinträchtigung haben. Die Zahl stammt vom Deutschen Studentenwerk, das regelmäßig die Studierenden zu ihrer wirtschaftlichen und sozialen Situation befragt. Demnach geben elf Prozent der Studierenden an, dass sich ihr Studium im Zusammenhang mit langfristigen körperlichen, seelischen oder Sinnesbeeinträchtigungen erschwert. Gut die Hälfte von ihnen bezeichnet die Erschwernis sogar als stark oder sehr stark. Studierende mit Beeinträchtigungen unterbrechen zudem deutlich häufiger und länger ihr Studium und wechseln deutlich häufiger die Hochschule und den Studiengang als ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen ohne Beeinträchtigungen.

Katrin Maag möchte das Bewusstsein stärken, dass es vielfältige Gründe gibt, die das Studium erschweren, an die aber nicht immer gedacht wird. Das können chronische Erkrankungen sein wie Asthma oder Diabetes, aber auch Legasthenie und psychische Erkrankungen. „Und häufig“, weiß Katrin Maag, „gibt es nicht einmal eine offizielle Diagnose.“

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Katrin Maag möchte Netzwerke schaffen und Barrieren abbauen. Foto: H-BRS/Martin Schulz

Vernetzung ist daher etwas, das Katrin Maag als Koordinatorin Inklusive Hochschule unbedingt voranbringen will. Vernetzung heißt: Sie möchte durch Projekte und Maßnahmen die Studierenden mit Beeinträchtigung miteinander in Kontakt bringen, Sichtbarkeit verstärken und Barrieren abbauen. Der Gedanke ist eingebettet in die Diversitätsstrategie, die sich die H-BRS kürzlich gegeben hat. Im Diversitätsmanagement mit Sarah Friedrichs als Leiterin ist auch Katrin Maags Stelle angesiedelt. Bei der Vernetzung alleine soll es indes nicht bleiben, ihr Ziel ist eine Strategie für Inklusion an der Hochschule.
Und diese Strategie soll die H-BRS auf den Weg zu einer Hochschule bringen, in der die Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigung selbstverständlich ist. Auf diesem Weg ist es wichtig, den Austausch untereinander zu erweitern und so das Verständnis für Menschen mit Behinderung zu stärken. Viele Aspekte des Hochschulbetriebs sind durch den Anspruch auf Inklusion berührt: die Gebäude ebenso wie die barrierefreien Webseiten und die Lehrmedien „Es geht dabei um etwas“, sagt Katrin Maag, „was wir alle wollen: gleiche Chancen für alle.“