Respekt!-Quiz-Challenge 2021

Donnerstag, 10. Juni 2021
Am 18. Mai 2021 war der Deutsche Diversity-Tag. Zu diesem Anlass hat die Respekt! Initiative der H-BRS etwas Besonderes für Sie vorbereitet: die Respekt!-Quiz-Challenge.
Wortwolke in Form eines Gehirns mit Fragewörtern
Wortwolke in Form eines Gehirns mit Fragewörtern

Inzwischen ist die Respekt!-Quiz-Challenge beendet. Gerne möchten wir Sie alle über die Lösungen informieren. Wir bedanken uns an dieser Stelle für die Hinweise zur Vielfalt der geschlechtlichen Identitäten, die wir gerne im Nachgang zu unserer Lösungs-Mail zur Ergänzung teilen möchten.

 

 

 

 

1. Wie viele Personen in Deutschland bezeichnen schätzungsweise ihre geschlechtliche Identität nicht als cis*?

b. 60.000 – 100.000 und c. 100.000 – 250.000
(Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität (dgti) e.V (2020): https://www.dgti.org/index.php?option=com_content&view=article&id=166)

 

Welche geschlechtlichen Identitäten fallen unter die Beschreibung „nicht cis*“?

Trans*

“Es gibt keine offizielle Angabe zur Anzahl der in Deutschland lebenden trans* Personen. Die Schätzungen reichen von 2.000 bis 100.000 Personen. Die Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität (dgti) e.V. geht von 60.000 bis 100.000 trans* Personen in Deutschland aus. Der Grund für die stark abweichenden Schätzungen sind die verschiedenen zu Grunde gelegten Definitionen von trans* Personen: Während juristische und medizinische Quellen meist nur Personen erfassen, die als transsexuell diagnostiziert wurden und Schritte zur Geschlechtsangleichung ergreifen, berücksichtigen trans* Organisationen auch die Personen, die ihren Körper medizinisch nicht verändern oder begutachten lassen.”
(Antidiskriminierungsstelle des Bundes (2021): https://www.antidiskriminierungsstelle.de/DE/ThemenUndForschung/
Geschlecht/trans/trans_node.html
)

Inter*

„Der Begriff inter* ist ein Oberbegriff, der vielfältige intergeschlechtliche Realitäten und Körperlichkeiten einschließen soll. Die Vielfalt und die Bedeutung der offenen Selbstbezeichnung wird durch den Asterisk (*) im Oberbegriff inter*, ausgedrückt. Rechtlich haben inter* Personen seit dem Jahr 2019 die Möglichkeit, neben den Geschlechtseinträgen „männlich“ und „weiblich“ auch die dritte Option „divers“ als Personenstand anzugeben oder den Eintrag freizulassen. […] Es gibt keine zuverlässigen Zahlen oder Statistiken zu der Anzahl von inter* Personen in Deutschland. Die Schätzungen variieren von 8.000 bis hin zu 120.000 Personen. Diese basieren auf Hochrechnungen, da es keine Stelle gibt, die die Daten erfasst.“
(Antidiskriminierungsstelle des Bundes (2021): https://www.antidiskriminierungsstelle.de/DE/ThemenUndForschung/
Geschlecht/inter/inter_node.html
)

„Intergeschlechtliche Menschen haben unterschiedliche Geschlechtsidentitäten, sie können sich zum Beispiel als weiblich, männlich, nicht-binär und/oder intergeschlechtlich identifizieren.“
(Regenbogenportal, eine Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2020):
https://www.regenbogenportal.de/glossar?tx_dpnglossary_glossary%5B%40widget_0%5D%5Bcharacter%5D=
I&cHash=98b4d30cb75e0eb1e71e0edd1428ef29
)

Nicht-binär (Ausprägung von Inter*)

„"Nicht-binär", "non-binary" oder auch "genderqueer" sind Selbstbezeichnungen für eine Geschlechtsidentität, die sich nicht in der Gegenüberstellung von Mann oder Frau beschreiben lässt. Damit kann eine Geschlechtsidentität "zwischen", "sowohl-als-auch", "weder-noch" oder "jenseits von" männlich und weiblich gemeint sein. Zugleich wird nicht-binär/non-binary auch als Oberbegriff für diverse andere Geschlechtsidentitäten verwendet, die nicht (nur) weiblich oder (nur) männlich sind (zum Beispiel "neutrois", "agender", "genderfluid"). Nicht-binäre Geschlechtsidentitäten ergeben sich in der Regel nicht aus bestimmten Körpermerkmalen, sondern aus dem eigenen Geschlechtsempfinden.“
(Regenbogenportal, eine Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2020): https://www.regenbogenportal.de/glossar?tx_dpnglossary_glossary%5B%40widget_0%5D%5Bcharacter%5D=
N&cHash=941da91dbaeb924b4854ec6d776492fd#g1
)

 

Was bedeutet „cis*“?

„Cis-Gender ist als Begriff das Pendant zu Transgender und bezeichnet Menschen, deren Geschlechtsidentität mit ihrem körperlichen Geschlecht übereinstimmt.
Das bedeutet: Wer sich mit dem in der Geburtsurkunde eingetragenen Geschlecht „männlich“ oder „weiblich“ identifizieren kann und von sich eindeutig sagt „Ich bin ein Mann“ bzw. „Ich bin eine Frau“, ist gemäß dieser Kategorie ein Cis-Mensch.“
(Fachstelle Gender & Identität NRW (2021):
https://www.gender-nrw.de/cis-gender/)

 

Weitere Informationen zum Thema „cis*“

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (2021): Cis*
https://www.liebesleben.de/fuer-alle/geschlechtsidentitaet/cis/

Weiterer Lesetipp

jetzt (2020): „Transfeindlichkeit ist tief in unserer Gesellschaft verankert“
https://www.jetzt.de/gender/transfeindlichkeit-und-ihre-auswirkungen-
trans-menschen-erzaehlen

 

2. Welcher besondere Tag ist am 3. Dezember?

b. Internationale Tag der Menschen mit Behinderungen

„Der 1992 von den Vereinten Nationen ausgerufene Internationale Tag der Menschen mit Behinderung soll jedes Jahr am 3. Dezember weltweit das Bewusstsein für ihre Belange schärfen und den Einsatz für ihre Würde und Rechte fördern. In Deutschland setzen sich verschiedene Institutionen und Verbände seit Jahren für mehr Teilhabe und Inklusion ein, wie etwa der Deutsche Behindertenrat, Aktion Mensch, Sozialhelden, der Sozialverband VdK oder der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen. Dort sind auch viele Betroffene organisiert.“
(Bundeszentrale für politische Bildung (2019):
https://www.bpb.de/politik/hintergrund-aktuell/301408/internationaler-
tag-der-menschen-mit-behinderung
)

 

Informationen zu den anderen Antwortmöglichkeiten

Welttag der psychischen Gesundheit, 10. Oktober

"Das übergeordnete Ziel des Welttages der psychischen Gesundheit ist es, das Bewusstsein für die Probleme der seelischen Gesundheit auf der ganzen Welt zu schärfen und die Bemühungen zur Unterstützung der seelischen Gesundheit zu mobilisieren.

Der Tag bietet allen Akteuren, die sich mit Fragen der psychischen Gesundheit befassen, die Gelegenheit, über ihre Arbeit zu sprechen und darüber, was noch getan werden muss, damit die psychische Gesundheit der Menschen weltweit Wirklichkeit wird."
(WHO (2021):
https://www.who.int/campaigns/world-mental-health-day; eigene Übersetzung)

Internationaler Tag der Pflege, 12. Mai

„Der Internationale Tag der Pflege wird jährlich am 12. Mai begangen. Der Tag erinnert an den Geburtstag der britischen Krankenpflegerin und Pionierin der modernen Krankenpflege, Florence Nightingale.“
(Bundesministerium für Gesundheit (2016):
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/presse/
pressemitteilungen/2016/2-quartal/internationaler-tag-der-pflege.html
)

 

3. Welche Widerstandsgruppen gab es im Nationalsozialismus in Deutschland nicht?

b. Die “Mütter des Platzes der Mairevolution" („Madres de Plaza de Mayo“)

„Die Mütter der Plaza de Mayo waren die Wortführerinnen einer friedlichen Widerstandsbewegung in Argentinien. Sie richtete sich gegen die Unterdrückung durch die Militärdiktatur, die politische Gegner verschwinden ließ und folterte.“
(Europäisches Parlament (2021):
https://www.europarl.europa.eu/sakharovprize/de/las-madres-de-
plaza-de-mayo-1992-argenti/products-details/20200330CAN54167
)

„Was als Protest von Müttern und Ehefrauen gegen Folter und Entführung von Angehörigen in Lateinamerika begann, entwickelte sich zu einem überaus erfolgreichen Kampf für Gleichberechtigung. […] Die Mütter der Plaza de Mayo, die während der argentinischen Militärdiktatur (1976 - 1983) stumm von Woche zu Woche in Buenos Aires vor dem Präsidentenpalast protestierten, symbolisieren diesen Aufbruch. Denn der Protest gegen Gewalt und Unterdrückung richtete sich auch gegen die patriarchalischen Strukturen in ganz Südamerika.“
(Deutsche Welle (2013):
https://www.dw.com/de/bye-bye-macho/a-16657794)

 

Informationen zu den anderen Antwortmöglichkeiten

Die “Rote Kapelle”

„Die sogenannte "Rote Kapelle" war eines der wichtigsten Widerstandsnetzwerke im Dritten Reich. Im nationalen Gedenken der Bundesrepublik spielte sie trotzdem lange Zeit keine große Rolle. Am 22. Dezember [2017] jährt sich die Hinrichtung der Widerstandskämpfer zum 75. Mal. […] Die Gruppen dokumentierten Kriegsverbrechen und verteilten Flugblätter und Klebezetteln in Berlin. Sie prangerten darin die Misswirtschaft der Nazis im eigenen Land, Millionen Kriegstote und deutsche Kriegsverbrechen an.“
(Bundeszentrale für politische Bildung (2017):
https://www.bpb.de/politik/hintergrund-aktuell/262160/rote-kapelle)

Die “Edelweißpiraten”

„Zu den bekanntesten oppositionellen Jugendgruppen während der NS-Herrschaft zählten die ”Edelweißpiraten”. Nach ihrem Erkennungszeichen - einer Edelweißanstecknadel - wurden verschiedene "wilde Cliquen" von den Nationalsozialisten als "Edelweißpiraten" bezeichnet. […] Ihre Haltung gegenüber dem Regime war von wenigen Ausnahmen abgesehen unpolitisch. Im Wesentlichen ging es ihnen […] um die Schaffung eines Freiraums, der es erlaubte, eine eigene Jugendkultur und Identität auszuleben.“
(Lebendiges Museum online (2015):
https://www.dhm.de/lemo/kapitel/der-zweite-weltkrieg/widerstand/
edelweisspiraten.html
)

 

Wir bedanken uns herzlich bei allen Teilnehmenden!

Die Initiative "Respekt!" der H-BRS adressiert verschiedene Diversitäts- und Nachhaltigkeitsaspekte. Gegenseitige Anerkennung, Wertschätzung, Akzeptanz und Verständigung von verschiedensten Persönlichkeiten und das Miteinander werden gestärkt. Ins Leben gerufen wurde die Initiative „Respekt!“ vom Vizepräsidenten für Internationalisierung und Diversität gemeinsam mit der Präsidialbeauftragten für Diversität der H-BRS und dem Internationalen Zentrum für Nachhaltige Entwicklung (IZNE).