Hochschule eröffnet Projektbüro in ländlicher Region

Donnerstag, 21. März 2019
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050/00/03-2019 – TV
Ländliche Regionen leiden zunehmend unter einem Attraktivitätsverlust für Unternehmen sowie Bürgerinnen und Bürger. Um einer Abkoppelung des ländlichen Raums durch die Urbanisierung entgegenzuwirken, entwickelt die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS) mit ihrem Pilotvorhaben Kommunale Innovationspartnerschaften (KIP) Strategien und Maßnahmen, um positive Wirkungen der Hochschule in den ländlichen Raum zu verlängern. Die Hochschule eröffnete heute (Dienstag, 19. März 2019) mit Wirkung zum 1. April 2019 in der Pilotgemeinde Neunkirchen-Seelscheid ein Projektbüro. Realisiert werden konnte dies durch den Gewinn im Wettbewerb Innovative Hochschule des Bundes, der Titel des Wettbewerbsbeitrags lautet „Campus to World“.
Vorstellung des Projektbüros KIP in Neunkirchen-Seelscheid. Foto: Eva Tritschler
Helena Schott (li) wird für das Teilprojekt Kommunale Innovationspartnerschaft (KIP) von Campus to World die Schnittstelle zwischen Neunkirchen-Seelscheid und Hochschule darstellen. Daneben Prof. Klaus Deimel und Bürgermeisterin Nicole Sander. Foto: tri

„Um den beschriebenen sogenannten Repeater-Effekt zu erreichen, bedarf es nicht zwingend eines voll ausgebauten Hochschulstandorts“, sagt Prof. Dr. Klaus Deimel. Es gehe darum, ein Innovations- und Transfermanagementsystem zu entwickeln, „das den Transfer zwischen Hochschulen und ländlichem Raum und die dadurch entstehenden Innovationen fördert“. Dies erfolgt im Zeitraum 2018 bis 2022 beispielhaft in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Neunkirchen-Seelscheid im Rhein-Sieg-Kreis. Deimel ist Direktor des Centrums für Entrepreneurship, Mittelstand und Innovation (CENTIM) der H-BRS, wo das Projekt Kommunale Innovationspartnerschaft (KIP) angesiedelt ist.

Ein ganzheitliches prozessorientiertes Konzept der beiden Partner soll institutionalisierte Wegebeziehungen zwischen Hochschule und Unternehmen einerseits und zwischen Hochschule, Unternehmen, Politik und Gesellschaft andererseits erschließen. Nur so könne eine nachhaltige Zusammenarbeit zwischen auf den ersten Blick so verschiedenen Partnern gelingen, erklärt Deimel. Dieses Konzept soll auch anderswo adaptiert werden können und beschreibt den gesamten Prozess von der ersten Kontaktaufnahme zwischen einer Hochschule und einer Gemeinde, über die Realisierung einer strategischen Partnerschaft bis hin zur konkreten, operativen Zusammenarbeit auf lokaler Ebene.

Bereits in einer frühen Phase wurden erste Handlungsfelder und Möglichkeiten identifiziert, wie eine Verbindung zwischen der H-BRS und der Gemeinde Neunkirchen-Seelscheid geschaffen und gefördert werden kann. Dabei kam der Wunsch nach einer örtlichen Präsenz der Hochschule in Neunkirchen-Seelscheid auf. Der Gedanke dahinter: Dadurch könnten mögliche Schwellen bei Interessierten gesenkt werden, die mit der Hochschule in Kontakt treten möchten.

Helena Schott, Mitarbeiterin im Projekt Kommunale Innovationspartnerschaft. Foto: Eva Tritschler
Helena Schott leitet das Projektbüro Kommunale Innovationspartnerschaft der Hochschule. Foto: Pressefoto/Studio 72

Um eine Zusammenarbeit zwischen der H-BRS und der Gemeinde Neunkirchen-Seelscheid aktiv zu fördern und die Angebote der Hochschule unmittelbarer zu präsentieren, wurde nun ein Projektbüro im Rathaus der Gemeinde (Raum 015, EG) eröffnet. Das „Projektbüro Kommunale Innovationspartnerschaften der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg“ dient dabei als Anlaufstelle für Gemeindemitglieder. Ziel ist es, Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen, Unternehmen sowie weiteren Gemeindemitgliedern einen direkten Kontakt zu relevanten Akteuren innerhalb der Hochschule wie etwa Studienberatung oder Zentrum für Wissenschafts- und Technologietransfer (ZWT) zu vermitteln. Ansprechpartnerin im Projektbüro ist Helena Schott, die kürzlich am Centrum für Entrepreneurship, Innovation und Mittelstand (CENTIM) der H-BRS eingestellt wurde. Sie soll zudem auch zukünftig bei Veranstaltungen der Gemeinde als Hochschulkontakt vertreten sein.

Das Büro im Rathaus in Neunkirchen-Seelscheid ist ab 1. April 2019 in der Regel zu folgenden Zeiten besetzt:
montags von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung.