Promovierende im Fachbereich EMT

"In der angewandten Forschung finde ich neue Energie." (Doktorand David Dreistadt, Fachbereich Elektrotechnik, Maschinenbau und Technikjournalismus)

Angewandte Forschung ist aus dem Fachbereich Elektrotechnik, Maschinenbau und Technikjournalismus nicht mehr wegzudenken. Nachfolgend geben wir einen kleinen Einblick in die Themenvielfalt der Forschungsarbeiten unserer Promovierenden und listen auf, von wem sie an der H-BRS betreut werden. Weiterführende Links führen zu Forschungsinstituten, Kooperationspartnern, Veröffentlichungen u.ä. (Auswahl, Stand September 2020).

 

Mario Bedrunka, TREE
Strömungen und Turbulenzen umgeben uns jeden Tag: Wir sehen sie beim Eingießen von Milch in Kaffee, in den Rauchschwaden eines Räucherstäbchens oder spüren sie während eines turbulenten Fluges. Diese Strömungen vorherzusagen erfordert sowohl mathematische Beschreibungen als auch Methoden zum Lösen dieser Gleichungen. Mario Bedrunka forscht an Lattice-Boltzmann-Methoden zum Berechnen dieser Strömungen. Diese Methoden haben sich in den letzten Jahren als ausgereiftes Werkzeug für Strömungssimulationen bewährt und ermöglichen eine effiziente Berechnung von Turbulenzen, die in der Luft- und Raumfahrt oder Elektromobilität immer gegenwärtig sind.​ Mit dem Fokus auf Turbulenz in porösen Medien sollen sich aktuelle Fragestellungen, wie der Wasserstoffspeicherung in chemischer Form, analysieren lassen. Mario Bedrunka ist seit 2019 Stipendiat des Forschungsinstituts TREE.
Betreuung: Prof. Dr. Dirk Reith

 

Pranjal Dhole, IZNE
Etwa 23% unseres derzeitigen Energiebedarfs werden vom Transportsektor benötigt. Die Entwicklung von Strategien, die eine nachhaltige Infrastrukturplanung für intelligente Städte ermöglichen und die Auswirkungen des Verkehrssektors auf die Treibhausgasemissionen verringern, ist von größter Bedeutung. Wir stützen uns auf die Ergebnisse von Verkehrssimulationen, um politische Maßnahmen umzusetzen, die unsere Energieausgaben für Mobilität reduzieren. Deshalb müssen wir sicherstellen, dass die in der Simulation evaluierten Politiken die gleiche Wirkung haben, wenn sie in der realen Welt umgesetzt werden. Doktorand Pranjal Dhole arbeitet auf dem Gebiet der realistischen Verkehrsfluss-Simulation, wo er Experimente zur Erzeugung mikroskopischer Verkehrsfluss-Simulationen erstellt, die den in der Realität beobachteten Verkehrssituationen nahe kommen.
Betreuung: Prof. Dr. Alexander Asteroth

 

Tobias Dörnenburg
Betreuung: Prof. Dr. Andreas Schümchen

 

David Dreistadt, TREE
Wasserstoff als Energieträger ist eine aussichtsreiche Alternative für fossile Brennstoffe. Ein wichtiger Aspekt für dessen Verwendung ist die Speicherung, wozu sich Metallhydride anbieten. Dabei wird das Gas chemisch in einem Metall oder einer Metalllegierung gebunden. David Dreistadts Forschung hat u.a. zum Ziel, die Integration solcher Metallhydrid-Speicher für Wasserstoff in moderne Energieversorgungsnetzwerke zu untersuchen. Mit Hilfe der Simulation sollen Erkenntnisse über die optimale Auslegung und den Betrieb dieser Netzwerke gewonnen werden. David Dreistadt ist seit 2018 Stipendiat des Fachbereichs EMT. Er kooperiert mit dem Unternehmen GKN Powder Metallurgy.
Betreuung: Prof. Dr. Stefanie Meilinger.

 

Dirk Grommes
Obwohl intensiv nach Alternativen gesucht und geforscht wird, sind Kunststoffe aus unserem täglichen Leben nicht wegzudenken. Doktorand Dirk Grommes simuliert das Verhalten von Kunststoffen auf Molekülebene. Durch computergestützte Modelle können Eigenschaften von Kunststoffen vorhergesagt werden, die experimentell nur schwierig oder gar nicht erfassbar sind. Hierdurch wird es zum einen möglich das komplexe Verhalten von Kunststoffen besser zu beschreiben. Zum anderen können auf Basis dieses Wissens Kunststoffprodukte so ressourcenschonend wie möglich ausgelegt werden. Dirk Grommes kooperiert mit der Dr. Reinold Hagen Stiftung.
Betreuung: Prof. Dr. Dirk Reith

 

Caroline Knoch, IMEA
Doktorandin Caroline Knoch untersucht das Verhältnis von Text und Bild innerhalb verschiedener Zeichensysteme. Die Basis bilden dabei die Bildgedichte des französischen Dichters und Schriftstellers Guillaume Apollinaire (1880-1918), welche ihren Ursprung im asiatischen Sprachraum finden und in der avantgardistischen Typografie wieder aufgegriffen wurden. Ein Bildgedicht, auch Kalligramm genannt, baut neben der inhaltlichen Mitteilung ein visuell zu erfassendes Wahrnehmungsobjekt mit eigener Bedeutungsebene auf und verbindet auf diese Weise Schrift und Bild. In ihrer Dissertation stellt Caroline Knoch die Frage, ob die bunten Helfer unserer digitalen Kommunikation – die Rede ist hier von den sogenannten Emojis (japanisch: Bildschriftzeichen, bzw. moji japanisch: Schrift) – als digitales Erbe der Bildgedichte aus dem 20. Jahrhundert betrachtet werden können.
Betreuung: Prof. Dr. Oliver Ruf

 

Markus Matt,  IMEA
Die Bedeutung von Digitalspielen hat sich in den letzten jahren gewandelt. Neben einem ökonomischen Wachstum udn stetigen technischen Innovationen, lässt sich eine weitere Entwicklung konstatieren: narrative Strukturen werden zunehmend komplexer. In diesem Kontext befasst sich Doktorand Markus Matt mit der erzählenden Figur im Digitalspiel. Er möchte deren spezifische Dynamik sowie Wesen als elementarer Involvierungsfaktor und letztlich ihre Funktion als virtuelle Welteneröffnerin ergründen.
Betreuung: Prof. Dr. Oliver Ruf

 

Patrick Michels
Betreuung:Prof. Dr. Olaf Bruch

 

Patrycja Muc, IMEA
Architekturjournalismus gilt in der Wissenschaft als fachjournalistisch unerschlossenes Themenfeld. Während es zu journalistischen Genres wie Politik-, Wissenschafts- und Technikjournalismus bereits empirische Untersuchungen gibt, existieren über Architekturjournalismus wenig Erkenntnisse. Dabei spielt Architektur im gesamtgesellschaftlichen Kontext eine nicht minder wichtige Rolle als Politik und Wirtschaft. Dies wird bei Fragen der Stadtplanung und -entwicklung, neuen Wohnkonzepten und öffentlichen Bauvorhaben deutlich. Doktorandin Patrycja Muc untersucht daher inhaltsanalytisch, wie deutsche Tageszeitungsredaktionen über Architektur berichten. Zudem sollen leitfadengeführte Experteninterviews mit Architekten und Journalisten die Einschätzung der Relevanz von Architekturthemen durch beide Akteure beleuchten.
Betreuung: Prof. Dr. Andreas Schümchen

 

Juliane Orth
Technik wird in unserer Gesellschaft noch immer eher mit Männlichkeit in Verbindung gebracht. Zum Verhältnis von visueller Technikkommunikation und Geschlecht gibt es in Deutschland bislang kaum Studien. Doktorandin Juliane Orth plant daher in der ersten Phase ihrer Untersuchung eine Bestandsanalyse (Bildinhaltsanalyse) aktueller Medienbilder, die Menschen (in Aktion) mit Technik abbilden. Dazu sollen neben Tageszeitungen wie der FAZ auch Fachzeitschriften wie die Technology Review unter die Lupe genommen werden. In einem zweiten Untersuchungsschritt soll dann die Wirkung bestehender und alternativer Medienbilder mithilfe von Befragungen von Probanden evaluiert werden.
Betreuung: Prof. Dr. Susanne Keil


 

Markus Rohde
In den letzten Jahren halten 3D Kameras auf Basis des Laufzeitverfahrens (Time-of-Flight) – auch getrieben durch den Einsatz in Smartphones – zunehmend Einzug in unseren Alltag. Die Einsatzmöglichkeiten dieser Technologie sind immens, sei es für die automatische Umfelderfassung im Automobilbereich, Sicherheits- und Automatisierungsfunktionen in der Robotik, Aufgaben automatischer Bereichsüberwachung, biometrische Problemstellungen oder auch die berührungslose Steuerung technischer Geräte. Ziel der Forschungsarbeit von Doktorand Markus Rohde ist es, die Einsatzgebiete solcher 3D Kameras zu erweitern. So soll beispielsweise die Reichweite für Außenraumanwendungen, die heute auf etwa 10 Meter limitiert ist auf mehr als 20 Meter erweitert werden. Dazu werden innovative Infrarot- Laserbeleuchtungen entwickelt und es werden Ansätze der sensornahen Signalverarbeitung erforscht.
Betreuung: Prof. Dr. Robert Lange

 

Martin Schenk, TREE
Molekulare Simulationen benutzt man bei biologischen Fragestellungen, wie Strukturuntersuchungen von Proteinen oder Entwicklung von medizinischen Wirkstoffen, und bei materialwissenschaftlichen Problemen, wie zum Bespiel der Erhebung thermodynamischer Stoffeigenschaften oder Grenzflächenstrukturuntersuchungen. Molekulare Simulationen kommen also immer dann zum Einsatz, wenn reale Experimente zu teuer, zu gefährlich oder sogar unmöglich sind. Doktorand Martin Schenk validiert und entwickelt in seiner Forschung atomistische Molekülmodelle für die Simulation ionischer Flüssigkeiten. Sein Ziel ist es, die Löslichkeit von Gasen und Gasgemischen in diesen Flüssigkeiten vorherzusagen.
Betreuung: Prof. Dr. Dirk Reith

 

Robin Strickstrock, TREE
Das Herz von Doktorand Robin Strickstrock schlägt in der Wissenschaft für molekulare Computersimulatione von Kohlenwasserstoffen und die dafür notwendigen Kraftfelder. Kraftfelder haben dabei einen sehr großen Einfluss auf die Simulationsergebnisse und sind Gegenstand der Promotion von Doktorand Robin Strickstrock. Hauptaugenmerk seiner Forschung ist die (Weiter-)Entwicklung einer automatisierten, algorithmengesteuerten Optimierung der Kraftfeldparameter, die die Computersimulationen dazu befähigt Eigenschaften neuer Stoffe sowohl auf molekularer als auch auf makroskopischer Ebene reproduzieren bzw. vorhersagen zu können.
Betreuung: Prof. Dr. Dirk Reith

 

Andreas Viehof, TREE
Betrachtet man Gesundheitskommunikation im Bereich des Arbeitsschutzes, gibt es verschiedene Organisationen, die für die Entwicklung, Umsetzung und Einhaltung präventiver Maßnahmen zuständig sind. Inhaltlich stehen sie häufig vor der Frage, wie sich Zielgruppen am effektivsten ansprechen lassen, um gewünschte Verhaltensänderungen zu unterstützen. Für viele Berufsfelder förderliche Produkte bzw. Maßnahmen im Sinne des Arbeitsschutzes sind zwar vorhanden, jedoch werden sie oftmals nur sporadisch in den Alltag integriert. Diese Diskrepanz stellt die verantwortlichen Organisationen vor Herausforderungen in der kommunikativen Vorgehensweise. Doktorand Andreas Viehof untersucht die Problematik aus medienwissenschaftlichen Gesichtspunkten, um ein Konzept zu entwickeln, mit dem sich Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen besser und nachhaltiger in Kommunikationskampagnen transportieren lassen. Die Ergebnisse der Arbeit sollen dazu beitragen, etablierte Verfahren und Mediennutzungen zur Vermittlung von Gesundheitsthemen vor dem Hintergrund des Arbeitsschutzes zu optimieren.
Betreuung: Prof. Dr. Michael Krzeminski

 

Dominik Wilde, TREE
Doktorand Dominik Wilde forscht an neuen Methoden zur Vorhersage von kompressiblen Überschallströmungen - seine Forschung verbreitet sich mit Überschall. Erstmals seit dem Aus der "Concorde" im Jahr 2003 arbeiten Firmen wieder an der Entwicklung von zivilen Überschallflugzeugen. Hohe Schadstoff- und Schallemissionen sind jedoch unerwünschte Nebenwirkungen dieser Hochgeschwindigkeitstechnologien in der Luft- und Raumfahrt. Zur Vorhersage und zur Reduktion dieser Eigenschaften werden heute Computercluster mit modernen Berechnungsmethoden eingesetzt, die den Ingenieurinnen und Ingenieuren der Concorde noch nicht zur Verfügung standen. Doktorand Dominik Wilde forscht an der Weiterentwicklung dieser Methoden, die dabei helfen, die Schadstoff- und Schallemissionen von Flugzeugen bereits im Designprozess zu optimieren.
Betreuung: Prof. Dr. Dirk Reith