Sicherheitsforschung - Die Biometrie

Im Bereich Biometrie wird an der Absicherung biometrischer Verifikationssysteme gegen Überwindungs- bzw. Betrugsversuche geforscht, der sogenannten "Presentation Attack Detection".
Biometrisches System, Auge
Biometrisches Verifikationssystem. Bild: metamorworks/adobe.stock

Biometrische Verifikationssysteme

Im Gegensatz zu einem Überwachungssystem zielt ein Verifikationssystem nicht darauf ab, die Identität der Person festzustellen, die sich ihm präsentiert. Es wird in dem Moment aktiv, in dem sich eine Person zum Beispiel mit ihrem Reisepass ausweisen möchte, um Zutritt zu einem zugangsbeschränkten Bereich zu bekommen. Die präsentierten biometrischen Merkmale, wie Fingerabdrücke oder das Passfoto, gleicht das System mit den im Ausweisdokument elektronisch hinterlegten Merkmalen ab. Ein klassischer Überwindungsversuch für eine solche Vorrichtung wäre es zum Beispiel, wenn man durch eine Maske die Gesichtszüge einer anderen Person nachbildet.

An der Hochschule werden verschiedene Mechanismen entwickelt und auf ihre Wirksamkeit untersucht, die erkennen, ob einem Verifikationssystem gefälschte biometrische Merkmale präsentiert werden. Im Beispiel der maskierten Person, die sich einem Kamerasystem zeigt, erkennen die Systeme, dass es sich nicht um echte biologische Merkmale handelt, sondern um eine Nachbildung. Ein ähnlicher Ansatz wird zum Beispiel auch bei Fingerabdrucksystemen angewandt. Während es durchaus möglich ist, eine plastische Nachbildung eines Fingers so herzustellen, dass dieser bei einer Oberflächenabtastung mit einem einfachen Gerät als echter Finger erkannt wird, ist es unter Einsatz dieser Erkennungsmechanismen bedeutend schwieriger, einer weitergehenden Überprüfung standzuhalten.

Biometrische Systeme im Rahmen von "Campus to World"

Für die Sicherheit der Zivilgesellschaft ist ein breiteres Verständnis für die dahinterstehenden Technologien von Bedeutung.  Daher wird im Rahmen des Projekts "Campus to World" nach Möglichkeiten gesucht, das Verständnis für biometrische Systeme und deren Grenzen in der Öffentlichkeit - und natürlich auch bei institutionellen Anwendern - zu fördern. Dazu sollen Wege gefunden werden, die Systeme praktisch vorführen zu können und anhand von Beispielen allgemeinverständlich zu erläutern.