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Tanja Eisemann neue Professorin am Fachbereich Angewandte Naturwissenschaften
Ihre Promotion hat Tanja Eisemann am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg erlangt. Dort hat sie sich auf das Glioblastom spezialisiert und untersucht, welche Mechanismen die Invasion dieser Tumorzellen vorantreiben und wie sie mit dem Immunsystem interagieren.
Das Glioblastom ist ein sehr aggressiver Hirntumor, bei dem einzelnen Krebszellen tief in das gesunde Hirngewebe einwandern und es zerstören. Da diese Zellen für Chirurgen unsichtbar sind und nicht entfernt werden können, ist es entscheidend zu verstehen, welche molekularen Signale diese Wanderung steuern, um sie gezielt stoppen zu können.
Um die Zellen abzutöten, wollen wir das Immunsystem als Verbündeten nutzen. Jedoch schaffen Tumore es oft, sich vor dem Immunsystem zu verstecken, oder es auszuschalten. Indem wir die Interaktion zwischen Tumorzellen und Immunzellen entschlüsseln, können wir Strategien entwickeln, um die natürliche Abwehr des Körpers wieder zu aktivieren.
Nach ihrer Promotion hat sich Dr. Eisemann zu einem Forschungsaufenthalt am Sanford Burnham Prebys in San Diego, USA, entschlossen. An dieser privaten biomedizinschen Forschungseinrichtung hat sie sich als Staff Scientist mit der Tumorimmunologie des Medulloblastoms befasst. Da aktuelle Chemo- und Radiotherapien bei Kindern mit dieser Art Hirntumor oft nur teilweise helfen und starke, lebenslange Nebenwirkungen verursachen, liegt hier eine enorme medizinische Notwendigkeit für neue Therapieformen, wie die Immuntherapie.
Im Rahmen ihrer aktuellen Untersuchungen zu T-Zellen im Medulloblastom konnte sie zeigen, warum diese „Killerzellen“ im Tumor oft inaktiv sind und wie wir sie in Zukunft therapeutisch stimulieren können, um den Tumor effektiver zu bekämpfen.
Bei ihren Lehrveranstaltungen in Rheinbach geht es der neu ernannten Professorin um mehr als nur reine Faktenvermittlung. Sie möchte die Studierenden durch interaktive Formate und Fallbeispiele aktiv einbinden und so den Spaß am Lernen fördern. Dabei ist ihr wichtig, dass die Studierenden den Kern wissenschaftlichen Arbeitens verinnerlichen: „Mir geht es nicht darum, eine Landkarte auswendig zu lernen, sondern zu verstehen, wie man einen Kompass benutzt. Wer lernt, komplexe Sachverhalte in ihre Grundprinzipien zu zerlegen, erwirbt ein universelles Werkzeug, um auch für die ungelösten Herausforderungen von morgen eigenständige Lösungen zu entwickeln.“
Ein besonderes Anliegen ist Professorin Tanja Eisemann außerdem die Wissenschaftskommunikation. Regelmäßig macht sie neueste Erkenntnisse der biomedizinischen Forschung in populärwissenschaftlichen Artikeln und Vorträgen der breiten Öffentlichkeit zugänglich. „In Zukunft möchte ich an der Hochschule den Studierenden vermitteln, wie man komplexe biologische Themen spannend aufbereitet und so den Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit aktiv gestaltet", so Eisemann.
Der Wechsel von der Pazifikküste ins Rheinland ist auch privat ein neuer Lebensabschnitt für die Wissenschaftlerin. Gemeinsam mit ihrer Familie hat sie in Rheinbach ein neues Zuhause gefunden. Für ein bisschen kalifornisches Flair sorgen subtropische Pflanzen im heimischen Wintergarten. „In unserer Freizeit zieht es uns dennoch am liebsten nach draußen und wir erkunden die Region gemeinsam mit dem Fahrrad“, sagt die Neu-Rheinbacherin.
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