Department of Computer Science
Gastvortrag „Green Coding — Software‑Effizienz jenseits des Hypes“
Arne Tarara setzte einen systemischen Rahmen: Bevor man CO₂‑Emissionen misst, müsse man klären, was genau emissionsrelevant ist und wo die Emissionen entstehen. Hardware existiere nur, weil wir Digitalisierung nutzen — entscheidend sei daher, woher die Workloads kommen; erst darauf aufbauend lasse sich gezielt reduzieren.
Im Vortrag wurden Quellen von Software‑Emissionen, regulatorische Kontexte sowie Messverfahren (direkte Messungen, ML‑Modelle) diskutiert. Tarara betonte, dass es kein universelles Messwerkzeug gebe: Tools wie das Green Metrics Tool (SCI‑kompatibel), websitecarbon.com oder webNRG sind nützlich, müssen aber auf Use‑Case‑Ebene angewendet werden (z. B. Installation vs. Textnachricht vs. Videocall bei einem Messenger).
Anhand von Fallbeispielen zeigte Tarara Einsparpotenziale und wies auf systemische Effekte hin: Rebound‑Effekte vermeiden, Nachnutzung (z. B. Nutzung von Abwärme aus Rechenzentren) einplanen und Verhaltensänderungen der Nutzenden berücksichtigen. Als wichtigsten technischen Hebel nannte er richtiges Scaling — wenn Workloads nicht anfallen, fällt auch kein Stromverbrauch an, egal wie grün dieser ist. Dieses Prinzip spiegelt sich im Green Coding Playbook von green‑coding.io wider.
Arne Tarara ermutigte die Studierenden, an einem Forschungsprojekt mitzuwirken und Vorschläge für fehlende Tools im Energy‑ID‑Katalog zu melden. Wer mitmachen möchte, kann seine Tool‑Vorschläge an Prof’n‘ Dr. Marie Bergmann senden.
Die Hochschule dankt Arne Tarara herzlich für den praxisnahen und anregenden Vortrag.
Kontakt
Location
Location
Sankt Augustin
Room
C 271
Address
Grantham-Allee 20
53757 Sankt Augustin
Telephone
+49 2241 865 249