Department of Social Policy and Social Security Studies
Fishbowl-Diskussion: Wie gelingt eine nachhaltige Arbeitsmarktintegration von geflüchteten Frauen?
Ziel war es, mit Studierenden und Kooperationspartner:innen über das Thema „Wie gelingt eine nachhaltige Arbeitsmarktintegration von geflüchteten Frauen?“ zu diskutieren. An dem intensiven Austausch beteiligten sich 14 Kooperationspartner:innen unter anderem vom Begegnungs- und Fortbildungszentrum muslimischer Frauen Köln e.V. (BFMF), dem Bonner Verein für Pflege und Gesundheit, dem Kommunalen Integrationsmanagement des Rhein-Sieg-Kreises, der VHS Bonn, dem Bonner Institut für Migrationsforschung und interkulturelles Lernen (BIM e.V.), dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), dem Jobcenter Rhein-Sieg und dem H-BRS Projekt "Bride2Success".
Insbesondere wurden die politischen, persönlichen und strukturellen Hürden erörtert, mit denen geflüchtete und migrierte Frauen konfrontiert sind, wenn sie am deutschen Arbeitsmarkt teilhaben möchten. Eine persönliche Hürde ist beispielsweise die automatische Zuschreibung von Care-Arbeit an Frauen. Dadurch können sie häufig nicht an Integrationsmaßnahmen teilnehmen, da es kaum Sprach- und Integrationskurse mit Kinderbetreuung gibt. Ein wichtiger Schritt sei es laut Frau Ürek vom BFMF, das Selbstbewusstsein der Frauen zu stärken, denn viele Frauen hätten einen großen "Lernhunger". Nurcan Çetin vom BIM e. V. gab zu bedenken, dass es an Ansätzen für ein Empowerment der Frauen mangele und es wichtig sei, Strategien zu finden, um Frauen zu befähigen, sich selbst zu helfen. Gerburg Benneker vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) sieht das Potenzial von geflüchteten und migrierten Frauen ebenfalls als nicht vollständig ausgenutzt an. Sie führt dies jedoch nicht auf die zugeschriebenen Rollenmuster zurück, sondern auf den fehlenden Fokus auf Qualifikationen, beispielsweise durch Teilzeit-Ausbildungen oder Umschulungen.
Neben der Diskussion über Herausforderungen wurden auch konkrete Handlungsempfehlungen von Studierenden und Praxispartner:innen erörtert. So berichtete eine Studentin, dass befreundete geflüchtete Frauen durch Praktika Einblicke in die Strukturen der Arbeitswelt erhalten haben. Aufgrund ihrer soziokulturellen Prägung in ihrem Herkunftsland hatten sie zuvor keine Vorstellung davon. Dieser niedrigschwellige Einblick habe den Frauen dabei geholfen, Vorurteile und Ängste abzubauen. Die Expert:innen waren sich einig, dass uneingeschränkte Offenheit auf allen Seiten eine Grundvoraussetzung für gelungene Integration sei, weshalb auch Mitarbeitende in behördlichen Organisationen für Rassismus zu sensibilisieren seien. Denn neben der Problematik der Anerkennung von Abschlüssen bzw. der Übertragung der schulischen und akademischen Fähigkeiten der Frauen in das deutsche System sind geflüchtete und migrierte Frauen häufig Alltagsdiskriminierungen ausgesetzt.
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Kerstin Rosenow-Williams
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