Drei RISE-Stipendiatinnen für Prof. Dr. Tobiasch

Montag, 6. August 2018
Die Stammzellgruppe des Fachbereichs Angewandte Naturwissenschaften der H-BRS begrüßte dieses Jahr gleich drei RISE-Stipendiatinnen (Research Internships in Science and Engineering) im Labor von Prof. Dr. Edda Tobiasch am Campus Rheinbach. Das ist durchaus bemerkenswert, da der Deutsche Akademische Auslandsdienst (DAAD) in der Regel einem Labor auch nur einen Stipendiaten zuweist. Mit dem Programm RISE Germany untertützt der DAAD den internationalen Austausch in den Natur- und Ingenieurwissenschaften.
Gruppenbild: Stipendiatinnen des RISE-Programms, wissenschaftliche Mitarbeiter Ottensmeyer, Babczyk, 2018
V. l.: Ottensmeyer, Colton, Delong, Babczyk, Noumbissie-Nzefa. Foto: Christian Tonk (2018)

von Patrick Ottensmeyer

Die Studentinnen Lauren Delong, Shiraa Noumbissie-Nzefa und Maggie Colton unterstützen die Doktoranden Patrick Babczyk und Patrick Ottensmeyer in den kommenden Wochen bei deren Projekten zur Stammzelldifferenzierung. Die drei Studentinnen setzten sich gegen über 30 Kandidaten aus Nordamerika und Großbritannien durch, die sich auf die ausgeschriebenen Positionen in der Arbeitsgruppe beworben hatten. Insgesamt versuchten  1.620 Studierende einen der begehrten 300 Stipendiumsplätze zu erhalten.

RISE Stipendiatin Lauren Delong erklärt Bioinformatik

Lauren Delong: Molekulare Signalwege in der Atherosklerose

Lauren ist im zweiten Jahr ihres Bachelorstudiums im Fach Biologie an der Universität Salisbury in Maryland, USA. Im vergangenen Sommer absolvierte sie ein Forschungspraktikum zum kardiovaskulären System am Nationalen Institut des Alterns in den USA. In der Gruppe von Prof. Dr. Edda Tobiasch arbeitet sie gemeinsam mit ihrem Betreuer Patrick Babczyk an der Erforschung der molekularen Signalwege, welche für die Entstehung der Atherosklerose verantwortlich sind. Dafür schaut sie sich das Expressionsprofil der purinergen Rezeptoren in der frühen Phase der Atherosklerose an.

RISE-Stipendiatin im Labor

Shiraa Noumbissie-Nzefa: Expression der Adenosinrezeptoren

Shiraa hat grade ihr drittes Bachelorjahr an der Universität Sherbrooke in Quebec, Kanada begonnen; sie studiert dort biotechnologisches Ingenieurswesen. Bevor sie nach Deutschland kam, hatte sie am CERVO Forschungszentrum die Differenzierung induzierter pluripotenter Stammzellen zu neuronalen Zelltypen durchgeführt. Im Projekt von Patrick Ottensmeyer untersucht sie die Differenzierung mesenchymaler Stammzellen zu Knochenzellen, um diese in einem Transplantat nutzen zu können. Dafür analysiert sie die Expression der Adenosinrezeptoren während der Differenzierung.

RISE-Stipendiatin Colton im Labor

Maggie Colton: Gentechnische Beeinflußung purinerger Rezeptoren

Seit Anfang Juli arbeitet Maggie im Labor in Rheinbach. Sie befindet sich in ihrem dritten Jahr im Bachelorstudiengang Biologie an der Universität Chicago, USA. Neben dem Studium arbeitet sie dort an einem Krebsforschungslabor der Universität. Im Labor von Prof. Dr. Tobiasch beschäftigt auch sie sich mit der Differenzierung der Stammzellen zu Knochenzellen. Gemeinsam mit Patrick Ottensmeyer erarbeitet sie die Möglichkeit, die Expression der purinergen Rezeptoren während der Differenzierung zu beeinflussen.

Fortschrittliche Forschung in geschichtsträchtiger Umgebung

Neben der intensiven Forschungsarbeit interessieren sich alle drei Studentinnen für die Kultur Europas und Deutschlands, und wollen insbesondere Nordrhein-Westfalen besser kennenlernen.

Auf die Frage warum sie sich für ein Forschungspraktikum in Deutschland entschieden habe, antwortet Shiraa: "Ich wollte neue Forschungsgruppen und Arbeitsweisen außerhalb von Kanada kennenlernen. Die innovative Forschungslandschaft in Deutschland bot sich dafür an."

Lauren fügt hinzu: "Der Registrierungsprozess über das DAAD RISE-Programm war leicht zugänglich und mir wurde direkt eine große Auswahl hervorragender Projekte angezeigt. Aber auch die Kultur Deutschlands und Europas haben mich interessiert. Das Rheinland mit all seinen historischen Städten bietet dafür viel." Maggie stimmt zu und ergänzt: "Die öffentlichen Verkehrsmittel hier ermöglichen es einem, schnell in die umgebenden Städte zu gelangen. Wir freuen uns jedenfalls alle drei hier zu sein und im Labor von Frau Tobiasch an interessanten Projekten arbeiten zu können. Die Doktoranden sind dabei gute Mentoren."