Josef Gilgen, Wirtschaftswissenschaften (Diplom)

„Stets up-to-date sein!“ Das ist eine der wichtigsten Anforderungen seines Jobs. Als Risikomanager in einer österreichischen Pensions- und Vorsorgekasse verbindet Josef Gilgen statistisches Methodenwissen mit finanziellen Anwendungen
Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Da ist es von großer Bedeutung, wirtschaftliche Veränderungen so früh wie möglich auf dem Schirm zu haben. Schon eine geringfügige Zinssenkung durch die Europäische Zentralbank kann Risikopositionen so verändern, dass ein schnelles und aktives Eingreifen erforderlich wird.

Dass er genau das tun möchte, was er jetzt tut, wurde Josef Gilgen erst später in seiner Ausbildungslaufbahn bewusst. „Seine beruflichen Interessen und Neigungen findet man selten schon zu Beginn des Studiums“, sagt er rückblickend. Sein Wirtschaftsstudium, das er 2005 noch unter der Diplomausrichtung an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg begann, ebnete ihm den Weg zu seiner aktuellen Anstellung. Auch das Praxissemester absolvierte Josef Gilgen im quantitativen Bereich der Betriebswirtschaftslehre.

Im Anschluss an das Diplom sattelte er noch ein Masterstudium mit den Schwerpunkten Statistik und Finanzen an der Universität Göttingen drauf, das er 2013 abschloss.

Der Job passt perfekt

Die Themen, mit denen ein Risikomanager tagtäglich umgeht, hören sich für Außenstehende ganz schön trocken an: Kennzahlen, Modelle, quantitative Analysen. Doch Josef Gilgen fühlt sich in seinem Beruf perfekt aufgehoben. Große Probleme mit der Einarbeitung gab es nicht, denn er konnte in Wien genau in seinem Spezialgebiet aus dem Studium arbeiten.

Nur der Wiener Schmäh .... der machte ihm zunächst zu schaffen. Doch nach einer Phase der Gewöhnung an diese besondere wienerische Art der Kommunikation ist dies inzwischen kein Thema mehr.

Neben seinem unbedingten Weiterbildungswillen (vor einem Jahr begann er aus reinem Interesse noch ein Fernstudium im Fach Philosophie) zeichnet Josef Gilgen eine große Neugier auf neue Themen, Menschen und Erfahrungen aus. Sein Erfolgsrezept: „Wichtiger ist es, zu Beginn Einiges auszuprobieren und verborgene Neigungen aufzudecken. Dazu gehört, auch einmal einen ungewöhnlichen Umweg zu gehen, etwas zu riskieren und sich nicht immer mit dem zufrieden zu geben, was man hat.“

Diese Neugierde führte ihn auch während des Masterstudiums für ein Auslandssemester nach Galway, Irland (hier geht's zum Download seines Erfahrungsberichts aus Irland: http://bit.ly/1zk3vpY.)

 

Der Rheinländer in ihm

Kollegen beschreiben Gilgen als hilfsbereiten Menschen mit zuweilen stoischer Ruhe, die ihm auch hilft, den verschiedensten Themen mit der nötigen Distanz und Nüchternheit zu begegnen.

Doch seine rheinische Ader kann er trotz der ganzen Statistiken und Modelle nicht immer ausschalten. Zwar geht er jede Überstunde und jedes Chaos mit einer gewissen Souveränität an, doch braucht er manchmal den Ausgleich. Dann mischt sich Josef Gilgen gern unter Leute und lässt seinen typischen rheinischen Humor spielen.

So schreibt er lakonisch über das Erasmussemester: „Prüfungsvorbereitungen? Sehen weltweit gleich aus…“

 

Text: Jonas Berger