Markus Steffens, Controlling und Management

Zu Gast bei Markus Steffens – einem Bankkaufmann mit Führungsqualitäten. Ratlosigkeit ist ihm fremd, neue Herausforderungen nimmt er gerne an. An unserer Hochschule hat er zunächst BWL und anschließend den Masterstudiengang "Controlling und Management" studiert.
Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Adrett und schick gekleidet, wie es sich für einen Bankkaufmann gehört, sitzt Markus Steffens in seinem Büro der Kreissparkassenfiliale von Lohmar. Er bestätigt aber nicht das Klischee eines typischen Bankkaufmannes, den man sich vor allem seriös, vielleicht zurückhaltend und eher steif vorstellt. Natürlich ist er auch seriös und höflich. Aber alles andere als steif. Vielmehr ziemlich entspannt und locker – wie man im Laufe des Gesprächs erkennt.

Nach seinem Abitur stand für Steffens fest, dass er eine Ausbildung macht. „Ich wollte schnell auf eigenen Beinen stehen und mein eigenes Geld verdienen“. Nach der klassischen Ausbildung als Bankkaufmann bei der Kreissparkasse Köln begann der heute 28-jährige im März 2010 sein BWL-Studium an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS). Die Kreissparkasse bietet Stipendien an, in deren Rahmen man berufsbegleitend studieren kann. Das hieß also: Vollzeit studieren und in den Semesterferien und zwischendurch unter der Woche arbeiten. Größtenteils war er seinerzeit in der Großkundenbetreuung eingesetzt. Im Bachelorstudium wählte er die Schwerpunkte Unternehmensbesteuerung/Wirtschaftsprüfung und Unternehmensberatung.

Begeistert erzählt Steffens von seinem Praxissemester im Sommer 2012 in Wien bei der größten Bank Österreichs. Während des Praktikums konnte er glücklicherweise bei Verwandten wohnen. „Ich habe dort in einem Modell-Projekt mitgewirkt, bei dem der Auftrag des Vorstands lautete: ‚Baut eine Bankfiliale, wie ihr euch eine Bank im Jahr 2020 vorstellt.“ Steffens erzählt: „Ich bin als Praktikant bzw. als Werkstudent zu dem Projekt gelangt. Wir waren im Projektteam aber nur vier Mitarbeiter, und so begegneten wir uns alle auf Augenhöhe.“ Das Team sollte in einer bestehenden Filiale mit einem bestimmten Budget binnen eines definierten Zeitraums eine Filiale der Zukunft einrichten. Vor allem ging es darum, Kundenwünsche stärker zu berücksichtigen: Kürzere Wartezeiten sollten erreicht werden – egal ob für persönlichen oder telefonischen Kontakt –, und das alles in angenehmer Atmosphäre. Die neue Filiale sollte als Modell auch für andere gelten.

Bis Ende 2015 war der in BergischGladbach lebende Steffens stellvertretender Filialdirektor der Kreissparkassen-Filiale in Lohmar. Sein Team bestand aus sechs Privatkundenberatern und Kassierern. Führung zu übernehmen ist sein Ding: Schon seit seinem 14. Lebensjahr ist Steffens Fußballschiedsrichter und hat früh gelernt, Menschen anzuleiten und als Vorbild zu fungieren. „Vor allem finde ich es spannend, mit einem Mitarbeiter an seiner Zukunft zu arbeiten, ihm Hilfestellungen zu geben, wie er sich in seinen Entwicklungsfeldern verbessern und seine Stärken noch besser nutzen kann.“ Bei alledem auch die Unternehmensinteressen zu berücksichtigen, gehört natürlich ebenfalls dazu. Beides angemessen unter einen Hut zu bringen, sei für ihn als Führungskraft täglich aufs Neue eine Herausforderung.

Zum Jahresbeginn 2016 ist Steffens in die Zentrale seines Arbeitgebers am Kölner Neumarkt gewechselt. Er trägt dort nun die strategische Produktverantwortung für das private und kleingewerbliche Finanzierungsgeschäft der Kreissparkasse Köln. Sein Fokus liegt hier auf der Projektarbeit und –leitung.  Er mag Abwechslung und neue Herausforderungen und wollte nach drei Jahren wieder etwas Neues machen.

Nebenbei schreibt Steffens an seiner Masterarbeit. Sie trägt den Titel „Kapitalerhöhungen als Sanierungsmaßnahme im Mittelstand aus dem Blickwinkel der Konfliktpartei“. Also ein Thema im Bereich der Unternehmensbewertung, die ihn ebenfalls sehr interessiert. „Ein paar Seiten muss ich noch“, sagt er. „Und dann noch eine kleine Prüfung schreiben. Dann ist der Abschluss geschafft“. Sein Führungstalent helfe ihm auch dabei: „Ich habe die Abgrenzung der Masterarbeit zwar im Vorhinein mit meinem Professor genau abgesprochen. Aber trotzdem kommt es immer wieder vor, dass ich mich an manchen Stellen entscheiden muss, ob ich nun Weg A oder Weg B weiterverfolge. Statt zu zaudern und Zeit zu verlieren, entscheide ich mich dann recht schnell, wohl wissend, dass ich die Konsequenzen tragen muss, wenn die Entscheidung falsch ist. Aber Angst davor, irgendwo nicht weiterzukommen, ist mir fremd.“ Jedenfalls steigen mit dem Master in der Tasche natürlich auch seine Aufstiegschancen im Beruf.

Zumal Steffens sich darüber hinaus noch engagiert: Als Lehrbeauftragter unterrichtet er seit 2015 an der H-BRS im Bachelorstudiengang BWL das Modul „Führung und Kommunikation“ im Schwerpunktfach Personalmanagement. Er gibt also schon mit 28 sein Talent und Wissen als Führungskraft an die nächste Generation weiter.

Dabei ist sein eigener Weg sicherlich noch nicht zu Ende: Steffens sieht sich in den nächsten 15 Jahren in der zweiten Führungsebene seiner Bank, in Verantwortung für einen Teilbereich wie zum Beispiel Strategie oder Controlling. „Wichtig erscheint es mir, stets flexibel zu bleiben, neue Herausforderungen anzunehmen und den Mut zu haben, wichtige Entscheidungen zu treffen – auch wenn sie eventuell risikobehaftet sind“, betont er. Das gibt er auch an die Studierenden weiter. Und deshalb lässt er sich auch gern porträtieren: Um seine Begeisterung und seine Erkenntnisse zu teilen.

Text: Esra Özdemir

Esra Özdemir studiert an unserer Hochschule Technikjournalismus. Sie verfasste dieses Porträt im Rahmen eines Wahlkurses (Porträtschreiben am Beispiel von H-BRS-Alumni) im Wintersemenster 2015/2016. In den Text sind inzwischen neuere Entwicklungen bei Herrn Steffens eingepflegt.