Digitalisierungsstrategie in der Lehre

Die Digitalisierung gewinnt in allen Bereichen an Bedeutung. Sie betrifft die Lehre in sehr umfassendem Ausmaß und bezieht sich auf die Lerninhalte ebenso wie auf die Lehrformen und die Art der Prüfung.
Die Lehrinhalte müssen so gestaltet sein, dass die Studierenden mit modernen digitalen Werkzeugen bestens vertraut sind, um auf dem Arbeitsmarkt attraktiv zu sein.
Digitale Lernformen und Prüfungen werden von den Studierenden der Generation Z selbstverständlich erwartet. Um als Hochschule regional und international attraktiv zu bleiben, sind digitale Angebote unverzichtbar. Bis auf Ausnahmefälle sehen wir dabei digitale Elemente nicht als Ersatz für die Präsenzlehre; unser Ziel ist es vielmehr, unter Beachtung der vorhandenen Ressourcen die technischen Möglichkeiten effektiv auszunutzen und Lernorte sowie technische Infrastrukturen optimal auf den Einsatz von Blended-Learning-Szenarien abzustimmen.
Vor diesem Hintergrund hat sich das Core Team Digitalisierung der Hochschule, bestehend aus über 30 Vertreter/innen aus allen Gliederungen mit Aufgaben in der Lehre auf die folgende Vision für den Fahrt aufnehmenden Digitalisierungsprozess geeinigt:

„Die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg versteht sich als diversitätsgerechte Hochschule, die Studierende mit unterschiedlichsten Bildungsbiographien zu erfolgreichen Studienabschlüssen führt und den Grundstein für Lebenslanges Lernen legt. Durch die Integration digitaler Formate und Inhalte in alle Studiengänge und die geschickte Verzahnung von Präsenz- und Online-Phasen wird flexibles Studieren ermöglicht. Die Digitalisierungsaktivitäten der Hochschule bereiten auf eine Arbeits- und Lebenswelt vor, in der „Digital Literacy“ sowie Fachwissen auf dem neuesten Stand der Technik unabdingbar sind.“

Die Digitalisierungsstrategie der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg für die Lehre legt den Fokus auf die folgenden Handlungsfelder:

 

1. Steigerung digitaler Kompetenz der Studierenden

Wir vermitteln die benötigten spezifischen Kompetenzen, um in der digitalisierten Arbeits- und Lebenswelt erfolgreich zu sein: jede Fachdisziplin nutzt spezifische digitale Werkzeuge zur Abbildung, Analyse und Gestaltung ihrer Lebenswelt und bietet fachliche Aspekte der Digitalisierung, die im Rahmen des jeweiligen Studienganges vermittelt werden müssen. Disziplin-übergreifend ist unser Anspruch, dass die Studierenden grundlegende Fähigkeiten zur Arbeitsorganisation, Information, Kooperation sowie Auswertung von Daten mit digitalen Methoden erwerben.

 

2. Digitale Lehr- und Prüfungsformate zur Steigerung der Qualität der Lehre

Wir setzen digitale Lehr- und Prüfungsformate als Ergänzung zu „klassischer Präsenzlehre“ insbesondere dort ein, wo ein Mehrwert für die Lehre entsteht. Der Mehrwert kann z.B. sein:

 Besseres Verstehen ermöglichen, weil die Welt dreidimensional und bewegt dargestellt werden kann (VR, Simulation, Augmented Reality)

 Erweiterung der Selbstlernmöglichkeiten

 Förderung von individueller Betreuung

 Attraktivere Lehre (z.B. durch Flipped Classroom)

 Realitätsnähere kompetenzorientierte Prüfungen z.B. auf Basis der digitalen multimedialen Möglichkeiten.

 

3. Unterschieden mit digitalen Angeboten besser gerecht werden

Wir nutzen digitale Lehrmethoden, um den heterogenen Bedürfnissen der Studierenden besser gerecht zu werden, indem wir

 Andere Lernzugänge ermöglichen

 Diverse Lernstile ansprechen

 Asynchrones / mobiles Lernen ermöglichen oder einen

 Barrierearmen Zugang zu den Angeboten schaffen.

 

4. Studierfähigkeit durch digitale Lehreangebote steigern

Wir nutzen digitale Lehrmethoden, um die Studierfähigkeit der Studierenden zu steigern, z.B. indem wir Module zur Verbesserung grundlegender Kenntnisse und Fertigkeiten für Studierende mit heterogenen Bildungshintergründen zur Verfügung stellen, individuelle Lerntempi ermöglichen und die Eigenverantwortlichkeit im Studium stärken.

 

5. Lehrressourcen effizient einsetzen

Wir nutzen digitale Methoden dort, wo es sinnvoll und ohne Qualitätseinbußen möglich ist auch, um Arbeitserleichterung für die Lehrenden zu erreichen; dies betrifft insbesondere die Rationalisierungsmöglichkeiten durch elektronische Klausuren oder beispielsweise den Einsatz von professionell entwickelten digitalen Lehrmaterialien sowie die Nutzung von andernorts angebotenen MOOCS zur Einsparung von Lehrressourcen in wenig nachgefragten Fächern.

 

6. Open Educational Resources

Wir beteiligen uns an der Bereitstellung und Nutzung von (Interactive) Open Educational Resources, insbesondere im Rahmen der Digitalen Hochschule NRW und schaffen die dafür notwendigen Voraussetzungen.

 

7. Digitale Möglichkeiten der Internationalisierung

Darüber hinaus nutzt die Hochschule die Möglichkeiten der digitalen Kollaboration für internationale Projekte in der Lehre, die einerseits den internationalen Bekanntheitsgrad der Hochschule steigern, andererseits „Internationalization at home“ ermöglichen und Kompetenzen entwickeln helfen, die im späteren Berufsleben regelmäßig gefordert sein werden.

 

8. Digitale Lehrangebote in der Weiterbildung

Digitale Lehrangebote können als Basis für Weiterbildungsangebote der Hochschule dienen und sind somit ein wichtiger Baustein von Lebenslangem Lernen.

Digitale Angebote kommen dem Bedarf der im Beruf stehenden Teilnehmer nach räumlich und zeitlich flexiblen Lehrformen sowie aktuellen Lehrinhalten in besonderer Weise entgegen.

Um eine solche Digitalisierungsstrategie umzusetzen, sind Supportstrukturen und Freiräume unerlässlich, da dies nicht im Rahmen der normalen Lehrtätigkeit geschehen kann.

Status:

Das Strategiepapier wurde durch die Kommission Lehre in der Sitzung am 25. April 2019 sowie das Core Team Digitalisierung in der Lehre in derSitzung am 20.05.2019 bestätigt.