Nachwuchsingenieure bauen Spielzeug für Flüchtlinge

Donnerstag, 28. Juli 2016
Spielzeugautos, Fußballtore oder einen Bollerwagen bauen: Mit einfachen Mitteln Flüchtlingskindern Freude bereiten hieß die Aufgabe, die sich die Projektgruppe von Professor Dirk Reith und Matthias Metzen zum Ziel gesetzt hatte. Am 19. Juli war es dann soweit und das Schrauben konnte beginnen.
Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Die Projektgruppe von Prof. Dirk Reith und Matthias Metzen mit Flüchtlingskindern in Sankt Augustin.
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Für das täglich Brot und ein Dach über dem Kopf ist zum Glück gesorgt, aber der Alltag der meisten Flüchtlinge ist doch sehr eintönig. Vor allem die Kinder leiden unter der Monotonie und der Passivität, zu der sie im Flüchtlingsheim verurteilt sind. Vor diesem Hintergrund hatten Professor Dirk Reith und Matthias Metzen (M.Sc.) die Idee, im Rahmen einer Projektgruppe im Sommersemester Studierenden die Aufgabe zu geben, Spielzeug für Flüchtlingskinder zu konstruieren. Dabei sollte es auch Teil der Aufgabe sein, die Spielsachen gemeinsam mit Flüchtlingen aufzubauen: "Es ist uns ein Anliegen, sowohl den Kindern als auch den Eltern ein gemeinsames positives Erlebnis zu geben, das ihnen Zufriedenheit und Selbstvertrauen gibt", sagte Professor Dirk Reith.
 

Spielzeug konstruieren, das robust, günstig und einfach herzustellen ist
 

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  • Robuste Bauweise, so dass das Spielzeug auch grober Behandlung standhalten kann.
  • Einfache Herstellung: Der Aufbau soll weder bestimmtes Spezialwerkzeug noch irgendwelche handwerklichen Spezialkenntnisse erfordern.
  • Einfache und günstige Beschaffung der erforderlichen Bauteile: Entweder günstiges Material aus dem Baumarkt oder noch besser Abfallprodukte aus dem Sperrmüll.
  • Schneller und einfacher Aufbau der Spielsachen: Die Bauanteilung sollte möglichst nur Bilder enthalten und die Herstellungsdauer sollte unter einer Stunde liegen.
     

Zusammenbau der Spielsachen gemeinsam mit Flüchtlingskindern
 

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Die letzte Anforderung an das Projekt war, dass die Studierenden ihre Konstruktionen gemeinsam mit Flüchtlingskindern in einer Flüchtlingseinrichtung der Stadt Sankt Augustin aufbauten. Dabei stellte Iris Adams von der Stabsstelle Wohnraum und Asylbewerberleistungsgesetz Sankt Augustin den Kontakt zur Flüchtlingsunterkunft her, stellte den reibungslosen Ablauf sicher und sorgte dafür, dass die angehenden Ingenieurinnen und Ingenieure schließlich am 19. Juli gemeinsam mit den Flüchtlingskindern im städtischen Flüchtlingsheim die neu konstruierten Spielsachen zusammenbauen konnten.

Praxistest erfolgreich bestanden
 

Dank der umfassenden praktischen Organisation durch Herrn Metzen hämmerten, schraubten und feilten die Studierenden ganz begeistert gemeinsam mit den Kindern, bis die Spielsachen fertig waren. Den Praxistest haben alle Konstruktionen mit Bravour bestanden. Die Fußballtore, Bollerwagen und Spielzeugautos wurden von allen Flüchtlingskindern gleich freudig in Gebrauch genommen. Neben dem Bau von robustem Spielzeug war auch der zweite Aspekt der Projekts ein voller Erfolg. Alle Kinder hatten beim Bau riesigen Spaß und auch die Eltern einen erfüllten Tag.

Fotos: Sven Flessing, Dirk Reith