Technik - Gender - Journalismus

Gendergerechter Technikjournalismus (GGTJ)

Die allgemeine Konnotation von Technik mit Männlichkeit hat Auswirkungen auf die Berufswahlentscheidungen und das Technikverständnis von jungen Frauen. Nur 10 Prozent aller Studierenden in den Fächern Elektrotechnik und Maschinenbau an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg waren 2013 weiblich. Etwas besser sehen die Zahlen für Nordrhein-Westfalen bei den Studienanfängerinnen aus: Im Jahr 2013 betrug die Frauenquote in allen Ingenieurswissenschaften an Hochschulen 23,8 ProzentAktuelle Studien belegen, dass vor allem kulturell bedingte Erwartungen und Einstellungen hierfür verantwortlich sind.

Wie kann Technikjournalismus dazu beitragen, dieses gesellschaftliche Denken zu revidieren und technische Themen in einen nicht-männlichen Kontext zu überführen?

Das Projekt Technik - Gender - Journalismus setzt hier an und hat bereits mit ersten Lehrforschungsprojekten seine Arbeit aufgenommen: So wird mit Studierenden analysiert, inwieweit technische Themen in Print- und Onlinemedien vorrangig in einen männlichen Lebenszusammenhang gestellt werden. In medienpraktischen Seminaren wird zudem an konkreten Beispielen eine idealtypische gendergerechte Technikberichterstattung erarbeitet. Forschungsbegleitend liefert der projektbezogene Blog gender2technik aktuelle Informationen und Veranstaltungstipps rund um das Thema "Frauen und Technik."

Auf Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse sollen Publikationen und Unterrichtsmaterialien entstehen, die als Leitfaden für gendergerechtes journalistisches Arbeiten in Redaktionen und an Hochschulen dienen können.