Auf dem Weg zur Persönlichkeit

Freitag, 5. Juni 2020
Um Studierende für die Notwendigkeit von sogenannten Soft Skills zu sensibilisieren, bietet der Fachbereich Informatik im Sommersemester 2020 das freiwillige Seminar "Persönlichkeitsentwicklung" an. Neben Themen wie gute wissenschaftliche Praxis, Social Entrepreneurship, Emotionale Intelligenz und Humor stand auch das Ehrenamt auf dem Programm.
Müll sammeln am Campus
V. l.: Dr. Barbara Hillen, Minh Truong, Erik Autenrieth

Nach der Theorie folgte die Praxis, und so nutzten die Studierenden am Samstag, 30. Mai 2020, die Leere des Campus Sankt Augustin für eine ehrenamtliche Aktion zugunsten der Umwelt: Sie sammelten gemeinsam Müll. 

Ein Student gab an, früher einmal selbst geraucht zu haben. Beim Anblick von Kippen, die sich bei näherem Hinsehen in jedem Blumenbeet, zwischen Steinen und auf jedem Parkplatz finden, dachte er wohl reumütig an dieses dunkle Kapitel. Bei strahlendstem Sonnenschein hatte ein anderer zunächst wenig Lust gehabt, nach Sankt Augustin zu fahren. Später gab er an, es habe doch viel mehr Spaß gemacht, als er gedacht hatte.

Und tatsächlich: Gutes tun motiviert. Am Ende des Seminars, das zuvor an fünf Samstagen en bloc und online abgehalten worden war, erhielten die Teilnehmenden ihre Zertifikate und gingen stolz und mit der guten Gewissheit nach Hause, in ihrer Persönlichkeit gestärkt worden zu sein. Ein Eis gab es schließlich auch noch.

"Unternehmerische Ideen umzusetzen, Selbstbewusstsein zu erlangen, wissenschaftsethische Fragen zu diskutieren und humorvoll, kreativ aber auch kritisch auf viele Dinge, die uns tagtäglich umgeben, zu blicken, kommt nicht von heute auf morgen. Und selbstverständlich ist auch dieses Seminar nur ein kleiner Baustein auf dem Weg dorthin", erklärt Dozentin Dr. Barbara Hillen. "Darüber hinaus wurden in meinem Seminar auch andere wichtige Themen diskutiert, für die in Fachseminaren oft keine Zeit ist, zum Beispiel wie es ist, sich als Studierende der ersten Generation innerhalb der eigenen Familie gegen Widerstände durchzusetzen, Verschwörungstheorien zu entlarven oder wie man mit wissenschaftlichem Fehlverhalten umgeht. Am Ende haben wir das Zusammengehörigkeitsgefühl am Campus gestärkt und gezeigt, dass jede und jeder von uns Verantwortung für Missstände übernehmen kann."