Promovierende im Fachbereich Sozialpolitik und Soziale Sicherung

"Angewandte Forschung ist für mich Gerechtigkeit." (Brian Mathebula, Doktorand im Fachbereich Sozialpolitik und Soziale Sicherung)

Auch in unserem vergleichsweise jungen Fachbereich Sozialpolitik und Soziale Sicherung wird geforscht. Nachfolgend stellen wir die Promovierenden und ihre Betreuenden vor. Weitere Links führen zu Forschungsinstituten, Kooperationspartnern, Veröffentlichungen u.a. (Auswahl, Stand September 2020)

 

Filiz Kalmuk
Das Japan-EU Free Trade Agreement (kurz JEFTA), die unbekannten Auslandseinsätze der Bundeswehr oder die Strategie zur Armutsbekämpfung „Europa 2020“ – kaum jemand dürfte in den letzten Jahren sonderlich viel über diese hier beispielhaft genannten Themen in den Medien erfahren haben. Und dies, obwohl sie einen hohen Nachrichtenwert für die Gesellschaft haben. Dieses bislang wenig erforschte Phänomen wird in der Kommunikationswissenschaft auch Agenda Cutting genannt. Doch wieso werden so viele wichtige Nachrichten absichtlich oder unwillkürlich vernachlässigt, während andere, weniger relevante Nachrichten in Dauerschleife thematisiert werden? Dieser Frage geht Doktorandin Filiz Kalmuk in ihrem Dissertationsvorhaben nach. Mit einem Mixed-Methods-Ansatz sollen die unterschiedlichen Mechanismen und Gründe für Agenda Cutting untersucht werden mit dem Ziel, herauszufinden, welche Einflüsse es auf der Mikro-, Meso- und Makroebene bei der Dethematisierung von Ereignissen und Nachrichten gibt. Auch der Einfluss der Public Relations und das von ihr genutzte Instrumentarium für das Agenda Cutting werden untersucht.
Betreuung: Prof. Dr. Hektor Haarkötter

 

Brian Mathebula
Südafrika ist durch hohe Arbeitslosigkeit, Armut und Ungleichheit geprägt. Die universelle Grundsicherung (UBIG) wurde als politische Option diskutiert, aber nicht systematisch. Derzeit existieren unterschiedliche Konzepte des UBIG, und man weiß nicht, ob verschiedene Varianten der UBIG zu unterschiedlichen (politischen) Unterstützungsstufen führen würden. Brian Mathebulas Forschung konzentriert sich auf das unterschiedliche konzeptionelle Verständnis des UBIG. Er möchte wissen, welche gesellschaftlich akzeptierten Voraussetzungen nötig wären, um das bedingungslose Grundeinkommen in Südafrika umzusetzen. Doktorand Brian Mathebula ist seit 2018 Stipendiat des Graduierteninstitus (Reiner Clement-Stipendium).
Betreuung: Prof. Dr. Esther Schüring


 

Sandra Wrzeziono
Die kollektive Beteiligung von BürgerInnen hat in den vergangenen Jahren zunehmend Zugang in das deutsche Gesundheitswesen gefunden, um gesundheitspolitische Entscheidungen stärker an den Bedarfen der PatientInnen zu orientieren. Vor dem Hintergrund der Herausforderungen in der Umsetzung und Etablierung der kollektiven Beteiligungsmöglichkeiten sowie der anhaltenden Diskussion um das Demokratiedefizit im deutschen Gesundheitswesen, untersucht Doktorandin Sandra Wrzeziono in ihrem Forschungsvorhaben das Demokratieverständnis der beteiligten Akteure mithilfe von qualitativen Interviews. Es soll somit näher beleuchtet werden, welche Implikationen sich daraus für die zukünftige Gestaltung der institutionalisierten BürgerInnenbeteiligung ergeben.
Betreuung: Prof. Dr. Remi Maier-Rigaud