Präsidium
Schwerpunktprofessur „Technische Nachhaltigkeit“ an der H-BRS
Fokus der Forschung
Im Mittelpunkt der Schwerpunktprofessur steht derzeit die stoffliche Nutzung von Biomasse. Pflanzliche Rohstoffe und Reststoffe können eine wichtige Rolle spielen, wenn die chemische Industrie künftig weniger abhängig von fossilen Rohstoffen werden soll. Ihre effiziente Nutzung ist daher ein wichtiger Baustein für die nachhaltige Transformation und die Widerstandsfähigkeit der chemischen Industrie.
Bestehende Bioraffinerien stoßen allerdings noch an Grenzen: Die Verfahren benötigen teilweise viel Energie, können nicht jeden Rohstoff gleichermaßen verarbeiten und die Abbauprozesse lassen sich nicht immer ausreichend kontrollieren.
Genau hier setzt die gemeinsame Forschung von Schulze und Williams an. Sie betrachten diese Herausforderungen aus chemischer und ingenieurwissenschaftlicher Perspektive und setzen dabei moderne chemisch-analytische Verfahren sowie Methoden des Machine und Deep Learning ein.
Die Forschung verbindet Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft mit Fragen einer nachhaltigen Industrie und Bioökonomie. Ziel ist es, zur Entwicklung biobasierter Wertschöpfungsketten beizutragen und neue Wege für eine ressourcenschonendere chemische Produktion zu erschließen.
Forschung und industrielle Praxis verbinden
Eine wichtige Rolle spielt die Zusammenarbeit mit Unternehmen. Die Schwerpunktprofessur kooperiert sowohl mit international tätigen Chemieunternehmen als auch mit Unternehmen aus dem regionalen Mittelstand. Dadurch können Fragestellungen aus der industriellen Praxis in die Forschung einfließen und Forschungsergebnisse unter praxisnahen Bedingungen weiterentwickelt werden.
Die Zusammenarbeit unterstützt den Transfer zwischen Hochschule und Wirtschaft und schafft Anknüpfungspunkte für die Entwicklung nachhaltiger Verfahren und Produkte.
Forschungsinfrastruktur am Campus Rheinbach
Ein weiteres Ziel der Schwerpunktprofessur ist es, die interdisziplinäre Expertise und die Forschungsinfrastruktur am Campus Rheinbach weiterzuentwickeln. Bereits seit der Einrichtung der Kompetenzplattform Polymere Materialien im Jahr 2007 verfügt die H-BRS über umfangreiche Expertise zur stofflichen und energetischen Nutzung nachwachsender Rohstoffe.
Daran knüpft die Schwerpunktprofessur an. Eine wichtige Rolle spielen der Ausbau der Labore im Zentrum für Angewandte Forschung (ZAF) sowie der Aufbau eines Technikums. Dort sollen chemische und verfahrenstechnische Prozesse vom Labor- in den Pilotmaßstab übertragen und unter realitätsnäheren Bedingungen untersucht werden können. Dies betrifft unter anderem die Biomasse- und Wasserstoffforschung.
Transformation der Chemie gemeinsam voranbringen
„Für die Schwerpunktprofessur Technische Nachhaltigkeit haben wir uns im Tandem beworben: Zum einen, weil uns beide das Thema Transformation in der Chemie antreibt und wir es in Lehre und Forschung mit viel Erfahrung und frischen Ideen voranbringen wollen. Wir freuen uns sehr, dass unsere Bewerbung erfolgreich war“, sagen Prof. Dr. Margit Schulze und Prof. Dr. Marc Williams.
Die Schwerpunktprofessur beschäftigt sich damit, wie chemische Industrieproduktion langfristig klimaverträglicher und ressourcenschonender gestaltet werden kann. Die Verbindung chemischer und ingenieurwissenschaftlicher Expertise schafft dabei Ansatzpunkte für neue Forschungsprojekte und die Entwicklung nachhaltiger Technologien.
Contact
Margit Schulze
Professorin für Industrielle Organische Chemie und Polymerchemie
Forschungsfelder
Standort
Rheinbach
Adresse
von-Liebig-Str. 20
53359, Rheinbach
Telefon
+49 2241 865 566
Marc Williams
Professor für Chemie, insbesondere nachhaltige technische Chemie und Analytik, Fachliche Studienberatung und Studiengangsleitung BSc Nachhaltige Chemie und Materialien, Internationales
Standort
Rheinbach
Raum
I 211
Adresse
von-Liebig-Straße 6
53359, Rheinbach
Telefon
+49 2241 865 9912