Workshop für geflüchtete Medienschaffende

Montag, 12. Juni 2017
Im Rahmen der Reihe "Respekt! Zeit für Nachhaltigkeit, Zeit für Vielfalt" bietet die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg dieses Semester zum ersten Mal einen Workshop für geflüchtete Medienschaffende an. Der Kurs "Journalisten aus Kriegs- und Krisenregionen", besteht zur einen Hälfte aus Journalisten, die aus ihren Heimatländern geflüchtet sind und zur anderen Hälfte aus Studierenden der Studiengänge Technikjournalismus sowie Technik- und Innovationskommunikation.
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Der Kurs "Journalisten aus Kriegs- und Krisenregionen". Foto: Patrycja Muc

Neben dem Kennenlernen unterschiedlicher Medienkonzepte ist es das Hauptziel der Veranstaltung, sich auszutauschen und interkulturelle Kompetenz zu vertiefen. Dabei arbeiten die Kursteilnehmer jeweils in gemischten Kleingruppen, um gemeinsam zu recherchieren, Interviews zu führen und Radio- sowie Fernsehbeiträge zu produzieren. Am Ende des Kurses soll eine Internetseite mit Beiträgen entstehen, die sich mit verschiedensten flüchtlingsrelevanten und interkulturellenThemen beschäftigen. Zum Beispiel ein Artikel dazu, wie Flüchtlinge ihre erste Zeit in Deutschland erlebt haben oder auch ein Beitrag, wie sich die politische Situation in Syrien seit 2010 verändert hat.

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Gute Zusammenarbeit: Pascal Sevadouno, Alexander Graskamp, Jinane Merhej. Foto: Patrycja Muc

Eine Kleingruppe will beleuchten, dass das deutsche Konsumverhalten oftmals konträr zu dem der Flüchtlinge ist. Die These von Jinane Merhej aus Syrien, Pascal Sevadouno aus Guinea und Alexander Graskamp aus Deutschland lautet, dass Geflüchtete über die deutsche Konsumverschwendung staunen, während die Deutschen sich über Flüchtlinge mit vermeintlich teuren Turnschuhen wundern. Neben der Frage, warum dies so ist, wollen die drei Medienschaffenden anhand dieses Beispiels auf die kulturellen Unterschiede aufmerksam machen und dazu aufrufen, aus Verantwortung gegenüber anderen Menschen und der Erde bewusst mit seinem Konsumverhalten umzugehen.

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Dozent Andreas Viehof mit geflüchteten Medienschaffenden und Studierenden. Foto: Patrycja Muc

Die Initiatoren Professor Michael Krzeminski, Peter Schürkes von der Flüchtlingshilfe Rheinbach und Dozent Andreas Viehof sind überzeugt, dass sowohl Geflüchtete als auch Deutsche von dem Kurs profitieren. Beide Seiten lernen das journalistische Handwerk aus einer anderen Perspektive kennen und können somit eigene eingefahrene Handlungsweisen hinterfragen. Auf Grund des Erfolges der Veranstaltung ist geplant, den Kurs im nächsten Wintersemester fortzusetzen. Wer sich jetzt schon für den Kurs interessiert, kann auch gern zur noch ausstehenden dritten Veranstaltung dazukommen.