Kommunikation und Marketing

[Archiv] Jette jettet um die Welt

Montag, 5. November 2018

Jette Bakemeier, Studentin der Wirtschaftspsychologie am Campus Rheinbach, ist in der Welt zuhause und im Rheinland daheim. Nach einem Auslandssemester in Vancouver verschlug es die umtriebige 22-Jährige zum Praktikum nach Berlin, wo sie schließlich beim Hochschulforum Digitalisierung in einem Team das "Dosentelefon" - den Prototypen einer Netzwerk-App für Studierende entwickelte und präsentierte.

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Redaktion: Frau Bakemeier, Sie wurden bei der Themenwoche "Shaping the Digital Future" des Hochschulforums Digitalisierung in Berlin von unserer Beauftragten für Hochschuldidaktik, Andrea Schröder, gesichtet. Sie stellten dort das "Dosentelefon" vor, den Protoypen einer Netzwerk-App für Studierende. Wie kam es dazu?

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Jette Bakemeier: Während meines Praktikums an der Messe Berlin im Projektteam Internationale Funkausstellung habe ich eine Freundin gefunden, die im Impact Hub Berlin arbeitet. Sie schlug mir vor, mich für die Veranstaltung #HackYourCampus zu bewerben, die als Teil der Themenwoche des Hochschulforums in den Räumlichkeiten und in Zusammenarbeit mit dem Impact Hub stattfinden sollte. Ich wurde dann Teil eines Teams aus fünf Studierenden, Wirtschaftswissenschaftler und Informatiker. Gemeinsam kamen wir bei der Problemstellung zum Thema Digitalisierung an Hochschulen zum Schluss, dass Studierende in Bezug aufs Studium nicht gut genug mit ihresgleichen vernetzt sind, insbesondere semesterübergreifend. Vorhandene Plattformen werden aus diversen Gründen nicht genutzt, weswegen wir dann unseren Lösungsansatz, den Netzwerks-Prototypen, entwickelten. 

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Redaktion: Das "Dosentelefon"…

Bakemeier: Ja, so haben wir den Prototypen genannt. Das Dosentelefon soll eine Web-App  zum informationsbasierten Austausch zwischen Studierenden sein; auf der einen Seite werden in einem Chat-Forum Fragen – in der Regel mit Studiumsbezug – von Studierenden gestellt und von deren Kommilitonen beantwortet, aber beispielsweise auch Vorlesungsunterlagen zur Verfügung gestellt. Das zweite Element ist ein inoffizieller studentischer Veranstaltungskalender, der von den Fachschaften und den Studierenden gemeinsam gepflegt wird.

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Redaktion: Was verschlug sie nach Berlin?

Bakemeier: Ich war für ein Auslandssemester am Campus Nanaimo der Vancouver Island University in Kanada und habe mich gegen Ende des Aufenthalts dann für ein Praktikum beworben. Für die Internationale Funkausstellung in Berlin zu arbeiten, hat mich einfach sehr gereizt.

Redaktion: Was unterscheidet das Studieren in Kanada vom Studium in Deutschland?

Bakemeier: Einfach alles. Die Unterschiede sind so groß, da weiß man gar nicht, wo man anfangen soll.

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Redaktion: Versuchen Sie’s.

Bakemeier: Also gut. Zunächst waren die Kurse kleiner und die Vorlesungen viel interaktiver gestaltet. Es gab viele Hausaufgaben und Arbeiten, die man über das ganze Semester verteilt abgeben musste. Auch das Zusammenleben am Campus war viel intensiver, es gab viel mehr Angebote sich zu engagieren, Sport zu machen oder neue Leute kennenzulernen. Zum Beispiel hingen in einer Woche über den ganzen Campus verteilt viele kleine Botschaften wie "Mache jemandem ein Kompliment". Und es gab eine sehr umfassende Online-Learning-Plattform namens D2L, über die auch alles Organisatorische bzw. Bürokratische lief. Ähnlich wie LEA, nur stärker eingebunden, weniger fachbereichsspezifische Subsysteme. Diese Plattform hat wirklich sehr gut funktioniert und wurde auch auf der Themenwoche des Hochschulforums Digitalisierung in Berlin vorgestellt.

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Redaktion: Mir schwant, woher die Idee zum Dosentelefon rührt. Aber zurück zum Alltag: Sie sind jetzt wieder in Rheinbach, stehen am Anfang des 7. Semester, und die Bachelorarbeit steht an. Was darf’s denn sein?

Bakemeier: Das Thema der Bachelorarbeit wird etwas mit dem Zusammenhang zwischen Imitationsverhalten und Empathie zu tun haben; wie das im Detail aussieht, weiß ich aber jetzt noch nicht.

Redaktion: Wie kamen Sie auf die Idee? Was darf man sich unter Imitationsverhalten vorstellen?

Bakemeier: Die Idee kam mir, als ich im Auslandssemester einen Artikel über die Beziehung von Schauspieler und Zuschauer geschrieben habe. Es ging darum, dass der Zuschauer unbewusst die Mimik eines Schauspielers imitiert und so die transportierten Emotionen spiegelt. Also wenn Julia Roberts im Film grinst, grinse ich auch, ohne dass ich es im ersten Moment bemerke. In dem Artikel stand auch, dass es in der Regel eher empathische Menschen sind, die zu diesem Verhalten neigen.

Redaktion: Frau Bakemeier, vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Juri Küstenmacher

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