Interview: Studierende machen dem Müll am Campus Beine

Montag, 20. Mai 2019
Mit Aktionen wie "Wir machen dem Müll Beine" engagieren sich Mareike Ropers und Hendrik Walkenhorst für mehr Nachhaltigkeit an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Die beiden Studierenden arbeiten derzeit an der Etablierung eines Green Office. Im Interview mit dem Internationalen Zentrum für Nachhaltige Entwicklung erläutern sie ihr Vorhaben, durch ein Green Office mehr Bewusstsein für die Umwelt zu schaffen.
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Mareike Ropers und Hendrik Walkenhorst belegen beide das Schwerpunktfach Nachhaltiges Management. Foto: H-BRS

IZNE: Hallo ihr beiden, stellt euch doch einmal vor. Wer seid ihr und was macht Ihr an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg?

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Kernteam GreenOffice (v. l.): Niklas Hartmann, Manou Raymond, Mareike Ropers, Hendrik Walkenhorst (nicht dabei: Marco Ettelt). Foto: H-BRS

Mareike Ropers: Hallo, ich bin Mareike Ropers, 20 Jahre alt und studiere im fünften Semester Wirtschaftspsychologie in Rheinbach.

Hendrik Walkenhorst: Mein Name ist Hendrik Walkenhorst, ich bin 32 Jahre alt und befinde mich derzeit im vierten Semester des Studiengangs Betriebswirtschaft in Sankt Augustin.

IZNE: Wie kamt Ihr auf die Idee Euch nachhaltig zu engagieren?

Ropers: Wir interessieren uns beide schon längere Zeit für das Thema Nachhaltigkeit. Ich habe bereits über eineinhalb Jahre im CSR-Kompetenzzentrum (Corporate Social Responsibility) der Hochschule mitgearbeitet und bin seit Ende 2017 auch CSR-Botschafterin für Studierende. Auf der Auftaktveranstaltung des Projekts "Campus to World" habe ich Hendrik kennengelernt. Er hatte zu diesem Zeitpunkt bereits Kontakt zu Sigrid McCaskill vom IZNE, bezüglich einer eventuellen Einrichtung eines GreenOffice an der Hochschule. Nach mehreren gemeinsamen Gesprächen haben wir uns schließlich für den Versuch entschieden, ein GreenOffice für Nachhaltigkeit zu gründen.

Walkenhorst: Genau. Nach ersten Gesprächen haben wir außerdem gemeinsam mit anderen Gründern und Unterstützern an dem GreenOffice-Onlinetutorium von rootAbility und der Leuphana-Universität Lüneburg teilgenommen, was uns in unserer Planung enorm weiterhalf. Aktuell haben sich fünf Kernmitglieder herauskristallisiert, dazu kommen noch einige Helfer, die je nach Terminplan bereit sind uns zu unterstützen.

IZNE: Welche Veranstaltungen habt ihr denn schon gemeinsam durchgeführt?

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Das Team der Müllsammelaktion am Campus St. Augustin. Foto: Yorck Weber, H-BRS

Ropers: Am 22. März haben wir an einer Müllsammelaktion der Stadt Sankt Augustin am Campus Sankt Augustin teilgenommen. Dafür haben wir die Aktion im Vorhinein auf allen Social-Media-Kanälen gestreut. Das hat super funktioniert. Es waren viele Personen aus allen Bereichen bereit zu helfen. Am Sammeltag waren Mitarbeiter der Hochschule, der Stadt Sankt Augustin, vom IZNE und natürlich auch Studierende da. Es hat uns sehr gefreut, dass sich etwa 15 Personen beteiligt haben.

IZNE: Und dabei ist viel Müll zusammengekommen?

Ropers: Es war erschreckend wie viel Müll zusammengekommen ist. Das waren etwa 20 Säcke - größtenteils Verpackungsmüll aus dem Gebüsch, außerdem riesige Schläuche, Straßenschilder und Autoreifen. Dazu muss man noch sagen, dass das Areal, das wir in den zwei bis drei Stunden gesäubert haben, recht klein war.

Das waren etwa 20 Säcke Müll - größtenteils Verpackungsmüll aus dem Gebüsch, außerdem riesige Schläuche, Straßenschilder und Autoreifen.
Mareike Ropers

Walkenhorst: Da haben wir uns manchmal wirklich die Frage gestellt, ob die Mülleimer gar nicht genutzt werden. Wir haben sehr viel positive Resonanz von Studierenden, Dozenten, Professoren und Bürgern bekommen, die uns gesehen und angesprochen haben. Wir denken, es ist ein toller Anfang ein gewisses Bewusstsein aufzubauen und aktiv zu werden.

IZNE: Was habt ihr für die Zukunft geplant?

Ropers: Für die Zukunft planen wir die eben genannten Müllsammelaktionen regelmäßig als "CleanMondays" an jedem ersten Montag im Monat an allen Campussen zu organisieren. Wir wollen am Studierendenwohnheim des Campus Rheinbach ein Lastenrad zur Verfügung stellen und eine LEA-Gruppe für Nachhaltigkeit einrichten, auf die alle Studierenden zugreifen können. Dort möchten wir aktuelle Nachhaltigkeitsthemen ansprechen, ein Diskussionsforum bieten und auf aktuelle Veranstaltungen hinweisen.

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EIn Teil des gesammelten Mülls vor dem Campus St. Augustin. Foto: H-BRS

Walkenhorst: Außerdem würden wir gerne Podiumsdiskussionen und andere Veranstaltungen mit nachhaltigem Bezug auf die Beine stellen. Ein größeres Wunschprojekt wäre beispielsweise auch ein tägliches, veganes Mensa-Angebot zu etablieren. Allgemein wollen wir einfach das Bewusstsein für Nachhaltigkeit in der Gesellschaft - also im Hochschulkontext speziell bei den Studierenden – stärken, da wir es enorm wichtig finden, hier frühzeitig anzuknüpfen.

IZNE: Da sind ja schon einige spannende Ideen dabei. Ich danke Euch für das Interview und dass Ihr euch die Zeit genommen habt. Möchtet Ihr noch etwas loswerden?

Ropers: Bei Fragen oder Interesse könnt ihr euch gerne über mareike.ropers@smail.wir.h-brs.de bei uns melden.

Walkenhorst: Vielen Dank. Wir freuen uns über neue Mitglieder und interessante Gespräche! Unsere  nächste Müllsammelaktion wird übrigens am Montag, 3. Juni um 17 Uhr auf dem Campus Sankt Augustin stattfinden. Wir treffen uns auf dem Hauptplatz an der roten Induktionsschleife. Kommt vorbei, wir freuen uns auf euch!

Das Interview führte Marius Franke