Jörg Laufenberg, Betriebswirtschaftslehre

Der Diplomkaufmann Jörg Laufenberg erlebte die Geburt der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg mit und war einer von nur 31 Studierenden, die 1995 im damals noch einzigen Studienfach BWL begannen. Heute ist Laufenberg Teamleiter und Kundenberater bei einer IT-Firma und sagt: „Es war ein Professor der H-BRS, der mich darauf gebracht hat.“
Jörg Laufenberg, Portraitbild von H-BRS Alumnus
J. Laufenberg, einer der ersten Alumni

„Ich habe mein Studium im Gründungssemester der Hochschule begonnen. Wir haben in der alten Grundschule in Rheinbach angefangen mit – ich glaube insgesamt 31 Studierenden“, erinnert sich Laufenberg. Zum Vergleich: Heute verteilt sich die H-BRS auf 3 Standorte mit insgesamt etwa 8000 Studierenden – und es wird auch nicht mehr in einer alten Grundschule, sondern in modernen Hochschulgebäuden studiert.

Vorher hatte Laufenberg nach dem Abitur ein Jahr an der Höheren Handelsschule gelernt und bei HUWIL, einer Firma für Möbelbeschläge, eine Lehre als Industriekaufmann abgeschlossen. „Dort wurde mir nachher auch eine Stelle im Rechnungswesen angeboten, das erschien mir aber zu trocken und langweilig.“ Ganz anders empfand er die Zeit an der Hochschule: „Jeder kannte jeden, selbst die Professoren nannten uns beim Namen. Dadurch konnten wir sehr gut zusammenarbeiten, der Zusammenhalt war stark.“ Der kleine Nachteil dabei: „Es fiel sofort auf, wenn jemand mal fehlte“, erinnert Laufenberg und lacht. „Außerdem war das Studium natürlich weitgehend vorgestrickt. Wir hatten bei weitem nicht so viele Wahlmöglichkeiten an Fächern, wie es heute der Fall ist.“ Einfluss konnten die Studierenden jedoch an anderer Stelle nehmen: „Wir hatten die Möglichkeit, Probevorlesungen zu besuchen und die Professoren anschließend zu bewerten, was dann in die Entscheidung einfloss, ob diese weiter beschäftigt werden. Es war natürlich toll, dass wir an der Stelle unsere Meinung sagen konnten.“

Kurios in Erinnerung ist Laufenberg auch eine Wahl zum Studentenparlament im Mai 1997. Bis dahin war die Anzahl der Studierenden zwar gestiegen, aber es waren immer noch wenige: „Bei dieser Wahl habe ich mit nur 26 Stimmen die höchste Stimmenanzahl bekommen. Dabei lag die Wahlbeteiligung bei satten 60 Prozent. Aus heutiger Sicht natürlich unvorstellbar!“

1999 schloss er sein Studium erfolgreich als Diplomkaufmann ab. Dann war es vor allem einer seiner Professoren, der ihn darauf brachte, in die Unternehmensberatung zu gehen: Laufenberg habe eine so tolle Präsenz, er müsse nach seinem Abschluss unbedingt in der Unternehmensberatung tätig werden, riet Professor Klaus ter Horst, der noch bis 2010 Dekan an der Hochschule war. „Und tatsächlich berate ich, seit ich mit dem Studium fertig bin, auch Unternehmen.“

Laufenbergs Arbeitgeber, die Firma CONET, die in seiner Heimatstadt Hennef ansässig ist, ist im Bereich IT-Lösungen, IT-Personaldienstleistung und Softwareentwicklung für öffentliche sowie Privatunternehmen tätig. Seit 13 Jahren arbeitet er dort. Zwischendurch ging er für zwei Jahre zu der Firma INFOR, wo er an der Entwicklung einer Lagerverwaltungssoftware mitwirkte. Doch er kam zurück zu CONET, wo er dann wieder als Projektleiter und seit 2013 auch als Teamleiter arbeitet. Der Grund für seine Rückkehr war neben dem kürzeren Weg zur Arbeit auch seine Heimatverbundenheit: „Ich stamme aus Hennef, lebe und arbeite hier – und wahrscheinlich sterbe ich auch in Hennef“, scherzt er.

Der Kontakt mit Menschen war Laufenberg schon immer wichtig. Schon während seiner Zeit an der Hochschule: „Am Ende meines Studiums hatte ich noch keine genaue Vorstellung, wie ich das mit dem Job verbinden könnte.“ In seiner Funktion als Teamleiter aber kann er genau diese Verbindung herstellen. Er plant Mitarbeiter ein, weist sie Projekten zu und koordiniert diese auch. Außerdem berät er Kunden und ist abhängig vom Projekt auch der erste Ansprechpartner. „Ich habe eine große Verantwortung für meine Kollegen. Ich lege die Aufgabenverteilung fest und versuche dabei, Stärken und eventuelle Unsicherheiten zu berücksichtigen. Dazu muss ich meine Leute natürlich gut kennen. Es macht großen Spaß und ist sehr spannend zu sehen, wie die Vorhaben dann im Endeffekt aufgehen.“

Bezüglich seiner beruflichen Zukunft ist Laufenberg zwar offen. Doch weil er so zufrieden mit seinem Job und so heimatverbunden ist, will er schon noch einige Zeit bei seiner jetzigen Stelle bleiben. Zumal da noch ein weiterer Faktor hineinspielt, der einen gelernten Kaufmann glücklich macht: „Ich mache morgens das Radio an, höre mir die Staus an und steige dann aufs Fahrrad. Die paar Kilometer zur Arbeit kann ich dann gemütlich an allen vorbeiradeln, die sich durch den Verkehr quälen.“ Betriebswirtschaftlich ideal: Radfahren kostet keinen Sprit, spart in der Rushhour Zeit, schont die Nerven und ist gesund.

 

Text: Marcel Geitmann

Marcel Geitmann studiert an unserer Hochschule Technikjournalismus. Er verfasste dieses Porträt im Rahmen eines Wahlkurses (Porträtschreiben am Beispiel von H-BRS-Alumni) im Wintersemenster 2015/2016.