Katrin Auernhammer, Technikjournalismus/PR

Der Rolls-Royce unter den TJ-Studenten | Wie Katrin Auernhammer ihr Wissen aus dem Studium mit ihrem jetzigen Beruf verbinden konnte.
Portraitbild von Alumna Katrin Auernhammer

„Das Schreiben war schon immer ein Traum“, sagt Katrin Auernhammer, die ihr Studium in Technikjournalismus/PR im Jahr 2009 abschloss. Und tatsächlich ist es ihr gelungen, beides zu verbinden: Journalismus und Technik: Sie arbeitet heute als Online-Redakteurin bei einem Tochterunternehmen von Rolls-Royce, das Großmotoren herstellt. Dabei sahen ihre Pläne bis zur elften Schulklasse noch ganz anders aus: Soziale Berufe hatten es ihr angetan, beispielsweise im Krankenhaus oder im Kindergarten. „Doch mir wurde schnell bewusst, dass man für den Einsatz, den man dort leisten muss, zu wenig Anerkennung bekommt“, meint sie. Also entschied sie nach dem Fachabitur, sich den Bereich Journalistik näher anzusehen. Sie absolvierte etliche Praktika unter anderem im Nürnberger Funkhaus.

Mit der Bestätigung, dass ihr dieser Job wirklich gefällt, ging sie nach Sankt Augustin und bestand den Aufnahmetest, den es damals noch für den Studiengang Technikjournalismus/PR gab. Die Hochschule erschien ihr besonders sympathisch: „Dort ist man nicht nur irgendeine Matrikelnummer, die durchgeschleust wird. Stattdessen kennen die Dozenten einen beim Namen und kümmern sich um jeden. Wir waren damals nur 70 Studierende in unserem Studiengang. Es war wie eine große Familie – mit vielen Gelegenheiten zu persönlichen Gesprächen mit den Professoren.“

Während des Studiums sammelte Auernhammer Berufserfahrung, indem sie als freie Mitarbeiterin bei der Verlagsgesellschaft Rudolf Müller tätig war. Außerdem schrieb sie für die Hochschulzeitung „doppelpunkt“ und arbeitete ab dem 3. Semester beim Campusradio mit. Das Praxissemester verbrachte sie beim Fernsehsender des Südwestrundfunk in Baden-Baden. „Es ist wirklich wichtig, so viel Erfahrung wie möglich zu sammeln, und diese Gelegenheiten hat man an der H-BRS“, erklärt sie begeistert.

Mit dem Diplomabschluss in der Tasche arbeitete Auernhammer zunächst zwei Jahre als Volontärin beim Dieselmotorenhersteller Rolls-Royce Power Systems (bis Januar 2014 Tognum AG). Seit 2012 ist sie dort nun als Online-Redakteurin angestellt. Sie berichtet oft über Entwicklungen im Unternehmen, beispielsweise wenn irgendwo im Betrieb umgebaut wird oder das Unternehmen ein neues Feuerwehrauto angeschafft hat. Außerdem schreibt sie eine Menge Reportagen: Für eine davon, an die sie sich besonders gern erinnert, durfte sie nach Rügen fahren. Dort wurden neue Motoren bei einem Seenotrettungskreuzer eingebaut. „Ich hab mich auch mal als Rettungsopfer zur Verfügung gestellt“, erzählt sie lachend. Jedenfalls hilft ihr das, was sie während ihres Studiums an der H-BRS gelernt hat, heute enorm, wenn sie für ihre Berichte und Reportagen mit Ingenieuren sprechen muss. Mit ihrem technischen Grundverständnis kann sie die Gesprächspartner besser verstehen und ihnen interessante Details entlocken.

Die Journalistin hält auch weiterhin Kontakt zur Hochschule: Für zwei Jahre hat sie auch nach dem Abschluss noch die Absolventenfeiern moderiert. Außerdem wird in ihrer Abteilung bei Rolls-Royce jedes Jahr ein Volontariat ausgeschrieben, welches sie an die Hochschule weiterleitet. Dazu bleibt sie auch in Verbindung mit den Professoren.

Ihre Arbeit macht ihr großen Spaß, nur im Moment muss sie trotzdem ruhen. Denn es gibt noch wichtigeres in ihrem Leben: Seit einem Jahr befindet sich Katrin Auernhammer in Elternzeit. Ein weiteres Jahr will sie noch pausieren, dann soll der Motor wieder laufen.

 

Text: Sara Mpanzu

Sara Mpanzu studiert an unserer Hochschule Technikjournalismus. Sie verfasste dieses Porträt im Rahmen eines Wahlkurses (Porträtschreiben am Beispiel von H-BRS-Alumni) im Wintersemenster 2015/2016.