Exergaming: Spielend Therapien unterstützen

Montag, 26. Februar 2018
Anfang des Jahres besuchten Studierende aus Österreich, Irland, Norwegen und den Niederlanden ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen in der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Gemeinsam präsentierten die Studierenden am Campus Sankt Augustin ihre Prototypen, die sie zuvor im Rahmen des Erasmus+-Seminars "Serious Games and Welfare Technology" entwickelt hatten.
Gruppenfoto Exergaming Seminar am Campus Sankt Augustin
Gruppenbild Erasmus+-Seminars "Serious Games and Welfare Technology", 2018. Foto: Irene Rothe

Von Sarah-Marie Lange

Exergames, also Computerspiele, die nicht nur Spaß machen sondern auch einen therapeutischen Zweck haben, sind ein stark wachsenden Feld in der Computerbranche. Im Rahmen eines mit EU-Mitteln geförderten Projekts entwickeln Studierende aus mehreren Ländern zusammen neue Exergaming-Prototypen.

Organisiert wurde die Projektwoche an der H-BRS von Prof. Dr. Irene Rothe,  die das Projekt in Sankt Augustin auch betreute. Bei dem abschließenden Treffen bereiteten die Studierenden aus dem Ausland, zusammen mit ihren Kommilitoninnen und Kommilitonen von der H-BRS, Präsentationen für ihre Prototypen vor, die sie im Oktober letzten Jahres in Amsterdam entworfen hatten.

Interdisziplinäre Entwicklungen

Da für die Entwicklung der Exer-Games Wissen aus verschiedenen Bereichen wie Informatik, Medizin, Game Design und Elektrotechnik genutzt wird, war auch die Gruppe der teilnehmenden Studierenden aus eben diesen Fachrichtungen gezielt ausgewählt worden. Nach einem regen, grenzüberschreitenden Wissensaustausch trugen alle Studierende etwas zu den Präsentationen bei.

Im virtuellen Park Flugzeuge steuern

Ein Smartphone mit einer verfremdenen Hülle, die frisch aus dem 3D-Drucker kommt: Die Verkleidung verwandelt das Smartphone flugs in eine Digital-Kamera - ältere Menschen sollen so dazu bewegt werden, an die frische Luft zu gehen und die dort geschossenen Fotos dann direkt zuhause zu präsentieren.

Eine weitere Gruppe stellt ein Virtual-Reality-Spiel vor, bei welchem die Spieler durch einen Park laufen und verschiedene Aufgaben bewältigen sollen - zum Beispiel das Steuern eines Flugzeugs vom Boden aus. Dieser Prototyp soll ebenso wie die Digital-Kamera die User dazu animieren, sich zu bewegen.

Die dritte Präsentation besteht aus einem bewegungsempfindlichen Brett, mit dessen Hilfe ein Ball in einem Computerspiel um Hindernisse herum bewegt werden kann. Der Prototyp richtet sich an Menschen, die in ihren Bewegungen eingeschränkt sind und deren Therapie durch dieses Spiel unterstützt werden kann.

Auf Wiedersehen in Trondheim

Nach getaner Arbeit besuchten Dozenten und Studierende das Schokoladenmuseum in Köln und nahmen anschließend die Domsstadt noch näher in Augenschein. Beim nächsten Zusammentreffen werden sich die Studierenden an der Norwegian University of Science and Technology in Trondheim wiedersehen.

Exer-Games sind ein Teilbereich des Themenkomplexes Serious Games, der sich zum Ziel gesetzt hat, Computerspiele zu entwickeln, die nicht nur Spaß machen, sondern auch einen gezielt therapeutischen Anwendungszweck haben. Ein Beispiel für eine Serious-Games-Anwendung sind Computerspiele mit Zusätzgeräten für gehirngeschädigte Menschen, die ihr Gleichgewicht oder die Muskelkraft der Hand trainieren sollen.