Podcast: Das Schweigen der Medien

Donnerstag, 25. November 2021
Unter dem Serientitel "Abenteuer Promotion" berichten Doktorandinnen und Doktoranden im Podcast über ihre Forschungsreise. Auf der Agenda der Doktorandin Filiz Kalmuk steht die selektive Medienberichterstattung, die sie in ihrer Dissertation aus kommunikationswissenschaftlicher und medienethischer Perspektive unter die Lupe nimmt. Sich damit wissenschaftlich auseinanderzusetzen, ist gar nicht so einfach, denn, so Kalmuk: "Ich untersuche etwas, das nicht existiert". Wie das Setzen von Themen im öffentlichen Diskurs funktioniert, ist hinlänglich bekannt und erforscht. Wie unliebsame Themen aus dem öffentlichen Blick genommen werden und wie das gelingt, ist hingegen bisher unbeachtet.
Abenteuer Promotion
Filiz Kalmuk und Eva Tritschler. Foto: David Marker/H-BRS

Das Ausblenden oder Herabspielen von Realitäten in der öffentlichen Wahrnehmung durch selektive Presseberichterstattung nennt man auch Agenda Cutting. Eine knackige Übersetzung dafür gibt es bisher zwar nicht, aber es findet statt. Für Filiz Kalmuk ist das ein solch großes Ärgernis, dass sie nach einem Bachelor-Studium in Journalismus und Unternehmenskommunikation und einem Master in International Marketing und Media Management jetzt dazu promoviert.

Schon während ihres eigenen Studiums hat sie Erfahrungen in der Medienbranche gesammelt: in der internen Kommunikation eines Unternehmens, im Hochschulmanagement, als studentische Hilfkraft im Marketing, aber auch in Print- und TV-Redaktionen, in einer Webredaktion und bei einer Agentur.

Ein Großteil der Menschen empfindet Nachrichten, die sie nur ganz am Rande oder überhaupt nicht mitgeteilt bekommen, als irrelevant und vernachlässigbar, so beschreibt Filiz Kalmuk den Mechanismus von Agenda Cutting. Denn was die Presse nicht interessiere und worüber deshalb nicht berichtet wird, kann auch für die Öffentlichkeit nicht von Bedeutung sein. Aus diesem Grund gibt es sogar Agenturen, die ihre Kunden dabei beraten, Themen so zu begleiten, dass sie ihren eigentlichen Nachrichtenwert verlieren.

Filiz Kalmuk studierte in Köln an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft bis 2017 Journalismus und Unternehmenskommunikation und schloss an der Rheinischen Fachhochschule Köln zwei Jahre später das Master-Studium in International Marketing and Media Management ab. NGOs und CSRs standen jeweils im Fokus. So verwundert es kaum, dass sie, nach Abschluss ihres Promotionsvorhabens, Berufserfahrung am liebsten in einem NGO sammeln möchte. Da sie allerdings auf den Geschmack gekommen ist, "Blut geleckt hat", wie sie sagt, soll es später auf jeden Fall wieder in die Forschung zurück gehen.

Betreuer der Doktorarbeit an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg ist Prof. Dr. Hektor Haarkötter.

Podcast Abenteuer Promotion mit Eva Tritschler und Patricia Muc

Der Podcast begleitet einmal monatlich Promovierende aus allen Fachrichtungen an je einer anderen Station ihrer Forschungsreise. Es geht unter anderem darum, welche Hürden zu nehmen sind, was an unvorhergesehenen Schwierigkeiten auftauchen kann, wie man damit umgeht und welchen Wert die Community mit Gleichgesinnten hat und was das Vorhaben einer Dissertation persönlich bedeutet. Natürlich erfahren die Hörerinnen und Hörer auch etwas über das jeweilige Forschungsthema.

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